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Wieso...

gelöscht_84526 / 29 Antworten / Flachansicht Nickles

...fällt denen das jetzt erst auf, dass auch Elektroautos nicht ganz so umweltfreundlich sind, wie es uns immer dargestellt wird oder werden soll?

Immerhin müssen die Akkus dieser Fahrzeuge ja auch irgendwie mit Energie versorgt werden. Diese Energie wird in Kraftwerken erzeugt. Diese werden zum großen Teil mit fossilen Brennstoffen betrieben. Dass dabei pro gefahrenem Kilometer die CO2-Emission höher liegen kann, als z.B. bei einem mit Diesel betriebenen Fahrzeug, das rechnet Greenpeace hier vor: Klick.

Na ja, wenn man den alten Grundsatz befolgen würde, welcher uns sagt, dass der Strom aus der Steckdose kommt - und nicht weiter darüber nachdenkt - dann wäre der Betrieb eines Elektroautos natürlich die sauberste Sache der Welt. Wenn man aber mal über den Tellerrand schaut, dann sieht das schon wieder nicht so besonders gut aus.....

Gruß
K.-H.

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xafford Fieser Friese „ich finde es immer höchst interessant, welche fahrbereiten neuheiten auf einer...“
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Nunja, ob ich Dir das zufiredenstellend erklären kann weiß ich nicht, aber ein bißchen Einblick hab ich schon. Das Problem, gerade bei deutschen Automobilherstellern ist, dass sie eigentlich keine Automobilhersteller sind, sondern sich zu Recht OEMs nennen dürfen. Die "Wertschöpfung" (Neusprech für Eigenleistung) eines nicht-japanischen Automobilherstellers liegt momentan irgendwo zwischen 40 und 60%, je nach Hersteller und Fahrzeugtyp. Das bedeutet, dass zwischen 40 und 60% von Zulieferern stammen, die dann selbst nochmal von Zulieferern bedient werden.

Bei einem Prototyp kann man ungeachtet von Kosten, Qualitätskontrolle, Zulassungen, Crashtests und Kostenberechnungen durch die Controlling-Abteilung, sowei unabhängig von Langzeittests über die Haltbarkeit sich austoben. Da ist es egal, ob ein Prototyp eine Million kostet und sich bei einem Crash in 1000 Einzelteile zerlegen würde. Das Ganze dann jedoch in ein Serienfahrzeug zu verwandeln, das auch noch Gewinn abwirft, alle Normen erfüllt und den Fahrer nicht durch Macken ohne Ende in den Wahnsinn treibt ist dann aber ein langwieriger Prozess. Da müssen die Zulieferer erst einmal entwickeln, kalkulieren und erproben, ebenso deren Zulieferer, das Ganze muss als Fahrzeug durchkalkuliert werden, erprobt werden... die Fertigungsstraßen müssen gebaut werden, Mitarbeiter geschult, eventuell sogar eine komplett neue Fertigung aufgezogen werden... Bei einem Fahrzeug, dass später einmal 100.000 Euro oder mehr kostet und eine Kleinserie ist kein Problem... bei einem "Massenfahrzeug" ein immenses. Ich war Anfang des Jahres bei Porsche im Werk und habe dort gehört, dass von der fertigen Planung bis zur Einsatzbereiten Produktion zwei Jahre vergingen, woebi die Planung selbst länger gedauert hatte.

Ein Toyota hat es da einfacher aufgrund einer anderen Mentalität. Zum einen ist die Wertschöpfung bei Toyota höher, will heißen Toyota fertigt mehr selbst... zum anderen pflegt Toyota seine Zulieferer auch besser und hält sie räumlich und planerisch näher an sich. Dadurch sind die Planungswege kürzer.

Ein anderes, ganz immenses Problem ist gerade die deutsche Unart des "Over-Engineerings". Während ein Daimler noch an Feinheiten einer elektronischen Steuerung für die Ladefunktion der Akkus eines Hybrids tüftelt (oder tüfteln lässt) baut Toyota einen fertigen Hybrid, der dann statt zu 90% optimal zu laufen eben nur zu 80% optimal läuft, aber dafür 5 Jahre früher läuft.

Aber ich will nicht ausschließen, dass viele vielversprechenden Neuheuten einfach aus Fehleinschätzung, oder übermäßiger Macht von irgendwelchen Controllern einfach verschlafen werden und ich weiß mit Sicherheit, dass es kleine und pfiffige Firmen mit klasse Ideen gibt, die einfach nicht zum Zuge kommen, weil irgendwelche Betonköpfe in Firmen zu borniert sind neue Wege einzuschlagen, oder weil Firmen befürchten durch eine neue Technik weniger Geld zu verdienen.

Aber zu deinem letzten Absatz: Den kann ich ohne Einschränkungen unterschreiben. Gerade wenn man sich anschaut, was eine Firma mit dem Namen "Volkswagen" mittlerweile so alles produziert, ausgenommen eines einfachen und günstigen Fahrzeugs, dann läuft da doch irgendwas falsch. Da muss wahrscheinlich erst ein Tatra kommen, damit verstanden wird das man auch ein Auto fahren kann bei dem nicht alles elektrisch oder hydraulisch funktioniert, dafür aber auch kein Jahresgehalt kostet. Wobei Tatra wahrscheinlich ein schlechtes Beispiel ist... in der Kiste möchte ich bei einem Unfall nicht sitzen.

Aber wenn ich mal wieder berufsbedingt auf einer Veranstaltung sitze und mir anhöre, welche Selbstverständlichkeiten da wissenschaftlich verkompliziert werden, dann wundert mich vieles nicht mehr.

Pauschalurteile sind immer falsch!!!
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