Ach ja,
nun jammern sie wieder: Die Musikindustrie, weil sie für ihren Massenschrott kein Geld mehr bekommt oder die Produkte an ihnen vorbei vertrieben werden, und die Musikkonsumenten (siehe die Postings zu diesem Topic), weil die Musikindustrie jammert. So sind sie denn traulich im Jammern vereint und kommen sich doch nicht näher. Die Entscheidungsträger der MI sind eben keine Musikkenner und schon gar keine Trend-Erkenner. Das ist aber eine alte Gechichte. Es hat schon Labels gegeben, die die Beatles nicht unter Vertrag nehmen wollten mit der Begründung, dass Gitarrenmusik out sei (kein Witz). Andere Labels lehnten es ab, dunkelhäutige Interpreten zu verlegen, und haben somit den Grundstein für das Label Mowtown gelegt. Tja, liebe MI, wenn du dir deine Feinde und Businessquerulanten schon selbst schaffst, dann lass gefälligst das Jammern (erinnert mich an die Diskussion zu den Wahlerfolgen der NPD kürzlich). Und ihr lieben Konsumenten ? Ach, ich bedauere all die, die auf Grund späterer Geburt nicht wie ich Zeitzeugen der 60er und 70er Jahre sein konnten und jetzt einen Schrank voll von wenigstens 250 LPs haben - jedes Album erlebte Jugend und gelebte Erinnerung, jeder Kratzer wohl vertraut und liebevoll gehegt. Damals wurde Musik noch mit der Hand gemacht, und die Interpreten hatten Wiedererkennungsqualität, sie waren Individuen, waren Teil des Kulturgutes.
Spätestens seit den 90ern ist die nach auszen hin hörbare Kreativität im Musikbereich auf einen vernachlässigbaren Wert gesunken. Radios spielen nur noch Massenware oder aber die Musik, die wir schon in den 60ern und 70ern nicht hören mochten (weshalb ich auch kein Radio höre).
Es ist ein Jammertal, und es wird auch eines bleiben, solange Musik nicht als Kulturgut, sondern nur noch als Konsumgut behandelt wird, und zwar von beiden Seiten.
HAND
Sylvia