Hi Tilo,
ich kannte den c't-Artikel (Editorial) vorher auch nicht, habe nur mal Auszüge daraus bei Google eingegeben - einfach weil ich wissen wollte, wo grossadministrator diesen Text herhatte. Deswegen wäre es besser gewesen, er hätte gleich die Quelle angegeben... na wie auch immer.
Im großen und ganzen betrachtet dieses Editorial die Thematik recht einseitig. Ich denke, der Autor wollte ganz bewusst provozieren, z.B. um Leute wachzurütteln, die allzu sorglos mit Copyrights umgehen. Dass die "Gegenseite" gegen Schluss des Artikels dann auch noch ihr "Fett" wegbekommt, wirkt auf mich eher wie eine Alibifunktion. Nur damit man ihm keine Einseitigkeit nachsagen kann... er ist aber einseitig, denn die Tendenz des "Schweinchenartikels" geht klar dahin, dass jegliches Heruntersaugen von urheberrechtlich geschützter Musik "automatisch" einen finanziellen Verlust für die Urheber bedeutet. Und das ist eben in dieser pauschalen Form nicht richtig.
Was in diesem Zusammenhang schon oft diskutiert wurde und wo *imho* wirklich etwas dran ist, das ist die Geschichte mit dem "Werbeeffekt". Dadurch, dass sich Leute Musik herunterladen bzw. von anderen Quellen kopieren (auch legal!), entsteht beim einen oder anderen der Wunsch, das Original zu besitzen, sprich: zu kaufen. Das habe ich schon selbst erlebt; ich habe auch mitunter Sachen gekauft, die ich eigentlich nicht unbedingt hätte kaufen müssen. Ob das die Verluste wettmacht, die durch unerlaubtes Kopieren entstehen ist ein anderes Thema, nur darf es nicht ganz unter den Tisch fallen.
Dass sich der Kanzler einer SPD-geführten Bundesregierung so bereitwillig zum Handlanger der Unterhaltungsindustrie macht, gibt Anlass zur Besorgnis. Da möchte ich nicht wissen, was auf uns zukommt, wenn die Schwarzen mal wieder dran sind... über den Bundesrat regieren sie uns ja schon jetzt :-/
CU
Olaf