Ein Unternehmen wie die Bahn gehört in staatliche Hände? Jeeeeiiin! Für eine Privatisierung spricht, daß mehr Wettbewerb und weniger Staatseinfluß tendenziell zu besserem Schienenverkehr führt. Wenn Strecken wettbewerblich ausgeschrieben werden, steigt nachher die Zugdichte deutlich stärker. Schon die Geschichte zeigt: Länder, in denen Eisenbahnen in privater Hand waren, hatten bessere Schienen - Infrastruktur. Die Diskussion darüber, ob besser der Staat oder die Privatwirtschaft Eisenbahnen betreiben soll, ist so alt wie das Transportmittel selbst. Schon im 19.Jahrhundert debattierte die Politik die Frage, ob Eisenbahnen besser in Privat- oder in Staatsbesitz sein sollen, genau so wie heute.
In Deutschland waren die Erfahrungen auch im 19.Jahrhundert mit Privat-Unternehmen schon positiv. 56% des Schienennetzes befanden sich in privater Hand. Eines liegt doch klar auf der Hand: Neben dem Wirtschaftswachstum und den Kapitalmarktzinsen hat die Eigentümerstruktur erheblichen Einfluß darauf, wie schnell und flächendeckend in einem Land das Schienennetz ausgebaut wird. Private Eisenbahn - Gesellschaften investieren deutlich mehr in die Infrastruktur als staatliche. Die Folge: Je größer die Rolle von Privat - Bahnen in einem Lande ist, desto schneller wird das Schienennetz ausgebaut.
Ein Land, in dem es nur staatliche Eisenbahnen gibt, stagniert. Dies hat sich bei uns in der Vergangenheit gezeigt.Dort wo die Deutsche Bahn als Monopolist agieren konnte, stagnierte der Zuwachs der Züge. Steigende Zug-Dichte kann es nur durch Wettbewerb geben. D.h., Strecken müssen ausgeschrieben werden. Für eine Staatsbahn trifft auch heute noch das alte Motto zu: Auch eine Staatsbahn kann sich bewegen - wenn man ihr Feuer unterm Hintern macht! Und daran hat es in der Vergangenheit gemangelt.
Grüße
Archaeopteryx