Was soll man dazu sagen?
Die "Privatisierung" der DB wird weder in Teilen noch im Ganzen zu einer verbesserung der Situation führen.
Seit der Absegnung der Bahnreform mit dem Übergang in eine "gewinnorientierte" Kapitalgesellschaft hat sich das Unternehmen nur zum Negativen entwickelt.
Alte Strukturen wurden wider besseres Wissen mit Gewalt aufgebrochen, obwohl es weder einen Grund gab noch ein Sinn darin zu sehen war.
Inzwischen gibt es X Geschäftsbereiche, von denen keiner mehr weiß, wofür er eigentlich zuständig ist. Verantwortung wird nur noch hin- und hergeschoben.
Das mit der Zunahme der Unternehmensbereiche der Verwaltungsanteil gestiegen ist, muß man ja niemandem sagen, wo früher Einer saß, der zuständig war und den Überblick hatte, sitzen jetzt mindestens zwei, die sich gegenseitig ins Handwerk pfuschen. Der Anteil der Gesamtbeschäftigten ist von 1993 bei der Zusammenlegung von DR und DB von ca.180000 Eisenbahnern West und 250000 Eisenbahnern Ost auf jetzt 229000 gesamt geschrumpft.
Gewinne macht diese DB AG solange, wie es Grundstücke und Immobilien auf ehemaligem Gleisgelände zu verscherbeln gibt, die bringen in den naturgemäß großen Flächen der Innenstädte schon ihren Preis, warum muß wohl jetzt jeder zweite Großstadtbahnhof unter die Erde?
Zum zu erwartenden Aktienkurs sage ich nur: siehe Post und Telekom.
Und die Konkurrenz fährt auch nur so lange günstiger, wie sie insbesondere im Nahverkehr die Fördermittel abschöpfen kann, keine Fahrzeuge unterhalten muß, weil sie ihre Karren alle mieten, und die Gehälter noch bescheidener sind als bei der großen Bahn. Wenn dann der Konkurrenzkampf nur auf dem Buckel der Belegschaft ausgetragen wird, kann mir die Privatisierung gestohlen bleiben.
Desweiteren sollte man wissen, das die großen Baustellen alle von der öffentlichen Hand bezahlt werden, wogegen die laufende Unterhaltung aus dem bahneigenen Fond bezahlt werden muß, wer sich damit ein wenig auskennt, sollte wissen, das die La (Verzeichnis vorübergehend eingerichteter Langsamfahrstellen) von einer schmalen Broschüre zu einem Büchlein mit Pappeinband gewachsen ist und wenn der Meßzug irgendwo durchfährt, gibt es innerhalb weniger Stunden pro Strecke 3-4 neue Langsamfahrstellen. Und dabei hat die Bahn doch so ein tolles Netz!!!
Das Ergebnis der Bahnreform, wenn sie so kommt, wie sich das einige vorstellen, wird in etwa so enden, das auf Dauer nur noch die Hauptstrecken bedient werden und das ganze Geklecker rundherum stirbt langsam vor sich hin, es ist ja schon nicht mehr viel übrig. Die Preisentwicklung und den Service kann man sich dann so vorstellen wie bei den großen Energieunternehmen.
Sage ich als Eisenbahner...