Auch ich kenn mich mit Japan nicht aus, möchte aber folgendes zu bedenken geben: Sobald ein "normaler" (durchschnittlicher) Mensch den Eindruck bekommt, zusätzliche Anstrengung würde nicht zusätzlich entlohnt, wird er demotiviert, sich zusätzlich anzustrengen. Die Frage "was bringt es mir?" mag in dieser Schärfe ethisch bedenklich sein, und sie gilt auch nicht immer, weil es genug Fälle gibt, wo jemand etwas leistet, ohne darauf zu achten, ob der selbst auch gleich einen Profit dabei einstreichen kann (speziell im sozialen Bereich, obwohl dort "Anerkennung" in den verschiedensten Formen auch eine Art "Profit", "Gewinn" darstellt, auch Erhöhung des Selbstwertgefühls ist eine Art Belohnung, die man sich selbst verschafft), aber wie das Langzeitexperiment mit sogenannten "sozialistischen" Systemen zeigt, die eine Entkopplung von Leistung und Entlohnung propagierten, genügen offenbar zu wenige Menschen der Bedingung, dass diese Systeme ohne Zwangsmaßnahmen gegenüber der Bevölkerung überleben können.
Was ich aber eine ganz interessante Idee finde, wäre, auch unter Mangern den Wettbewerb einzuführen. Wenn Unternehmen ins Ausland gehen, weil dort die billigeren Arbeitskräfte sind, oder im Inland bevorzugt Gastarbeiter beschäftigt, könnte man doch auch daran denken, die Manager aus Billiglohnländern abzuwerben: Warum sollten billige indische Manager weniger leistungsfähig sein als deutsche?
Gruß, Gerhard