Hi!
Schöne Grüsse aus dem abgesoffenen Ruhrgebiet...
Die Keller laufen über und obwohl ich meine Rechner (ich habe Kellerbüros) schon "aufgebockt" hatte (Erfahrung aus den Vorjahren) war ich froh als das Wasser kurz davor halt machte.
Und das Wasser kommt nicht etwa aus den Gullis! Nee, zwischen Grundmauer und Kellerboden quetscht es sich raus. Folge der Sparbauweise in den 50ern: Betonbodenplatte - was ist das? :(
Na ja - für dieses Jahr war es das dann wohl. Büroschränke unten feucht, Teppichböden feucht - aber immerhin blieben die Rechner trocken! Positiv denken!
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Gutachten - eine Welt für sich!
Als wir unsere Garagen gebaut haben habe ich mir wegen der Ausschachtungen einen Plan der Abwasserrohre besorgt. In unseren Reihenhäusern lief das Abwasser laut Plan von unserem Eckhaus bis zur entgegengesetzten Seite und von dort aus in den Strassenkanal.
"Fangt an zu baggern - hier liegt nichts" waren meine letzten Worte, bevor die Schaufel beim ersten Hub den unter der Grasnarbe liegenden Deckel des Revisionsschachtes zerlegte, der laut Plan des Amtes am anderen Ende unseres Blockes liegt. 50er-Jahre Schnellbau mit Planungsanarchie - mehr sag ich nicht.
Noch ein Beispiel: Ein Bekannter leiht sich für Samstags einen Bagger und beim ersten Kratzer (ca. 20cm tief) wird es sehr still in der Hälfte der Siedlung. Fernseher und Radios brauchen nämlich Strom...
Nach dem ersten Schock und der Begutachtung der etwas verschweissten Baggerschaufel der Anruf bei den Stadtwerken. Erste Reaktion des Bauführers (natürlich!): Datt wird abba teua, Mann! Nach der Feststellung, dass die (Haupt-)Leitung tatsächlich nur 20 cm unter der Einfahrt verlegt war dann ein langsames Erkennen, dass die Schuld nun wirklich nicht bei meinem Bekannten liegt. Und der wahrhaft unsterbliche Satz: Datt gippt et doch nich; datt habbich ja noch nie gesehn!
Beim Begutachten des Schadens wird tatsächlich in gleicher Höhe noch eine Leitung gefunden. Nach Studium aller vorliegender Pläne dann die Erkenntnis: Dieses Kabel gibt es genausowenig wie das erste, kaputte. "Datt iss abba n totet altet - datt nehm wa gleich mitt wech!" - Originalton Bauführer der Stadtwerke. Natürlich zur Sicherheit den Schutzhelm aufgesetzt und die Handschuhe angezogen und knips mit der Kabelzange oder wie das Dingen heisst gekappt. Erfolg: Dieses Arbeitsgerät hatte nur noch Schrottwert, der Kapper etliche Minuten lang einen etwas erhöhten Herzschlag/Puls und die zweite Hälfte der Siedlung solidarisch auch keinen Strom mehr. Klingt wie ein aufgebauter Gag, aber es war tatsächlich Europameisterschaft.
Weder das erste noch das zweite Kabel war in dem Plan des Stromversorgers verzeichnet. Nach diesem Plan kam der Strom von der anderen Seite der Siedlung. Nun ja...
Als vor ein paar Jahren das alte Hoeschgelände in Hörde saniert werden sollte, machte eine Glühbirne Schlagzeilen. Mitten in diesem riesigen Gelände wurde ein alter Schacht geöffnet und siehe da: Es brannte eine Birne. Verblüffend: Erstens war dieser Schacht nachweislich vor sehr vielen Jahren verschlossen worden, zweitens gab es auf dem Brachgelände überhaupt keinen Stromanschluss mehr. Ich habe die Zeitungsmeldungen über dieses Phänomen verfolgt; meines Wissens nach wurde nie geklärt, woher der Strom kam. Man mag mich im anderen Fall aufklären.
Hör mich mitt Pläne auf!
