Ohne hier den Oberlehrer (oder Kindergärtner???) spielen zu wollen: ich finde es gut, wenn so brisante Themen wie "Armut in Deutschland" ernsthaft, von mir aus auch emotional, sarkastisch oder satirisch diskutiert werden, und ich finde, dass ungezogene Strassenköter, die Andersdenkende mit "Halt Dein dummes Maul, Du blöder Hohlkopf" ankläffen, sich besser eine Müllkippe als Spielplatz aussuchen sollten.
Zum Thema Armut: ich habe in den letzten fünf Jahren überwiegend für Internationale Organisationen auf dem Balkan gearbeitet (auf Zeitvertragsbasis, bin kein Beamter oder so). Vor drei Wochen bin ich aus Bihac/Bosnien zurückgekommen (mit dem Auto gerade mal sechs Stunden von München entfernt). Dort, mitten in Europa, leben die Menschen seit Jahren in den Ruinen ihrer zerschossenen Häusern, Arbeit gibt es kaum und gegessen wird, was im eigenen Gemüsegarten wächst (vorausgesetzt, die Minen, die dort seit über zehn Jahren liegen, sind geräumt). Niemanden in Europa regt das sonderlich auf. Die Leute dort sind wirklich arm, und deshalb geht mir immer der Hut hoch, wenn hier in Deutschland das Gespenst der Armut an die Wand gemalt wird. Ja, natürlich, es stimmt leider, die Zeiten hier werden nicht besser, sondern schlechter. Aber von allen, denen es in Europa schlecht geht, geht es uns noch am besten. Und die Schuld dafür, dass die deutsche Wirtschaft nicht mehr das ist, was sie in den 60er und 70er Jahren mal war, der augenblicklichen Regierung zu geben, ist einfach zu simpel. Die Deutschen haben in den fetten Jahren weit über ihre Verhältnisse gelebt, Schulden gemacht auf Teufel komm raus, den Beamten, Rentnern und Sozialfällen (=Wähler!!!) das Geld in den Allerwertesten geschoben, und jetzt bekommen wir alle die Rechnung dafür präsentiert. Dass Schröder und Genossen das Patentrezept nicht finden, welches auch Kohl & Co. nicht gefunden haben - wen wundert's? Also hört auf zu jammern und lasst Euch lieber etwas einfallen.