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Muslime gegen Terror... Mahnwache in Hamburg

Olaf19 / 28 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo zusammen!

Das ein oder andre Mal ist auf diesem Brett über den Islam diskutiert worden. Dabei wurde gelegentlich die Forderung laut, in Deutschland lebende Moslems sollten doch einmal klar Stellung beziehen gegen die terroristischen Anschläge religiös motivierter Fanatiker.

Dieser Forderung stehe ich mit eher gemischten Gefühlen gegenüber. Mir scheint, dass einige nicht scharf genug zwischen Islam und Islamismus trennen. Das ist aber ein himmelweiter Unterschied. Rechtfertigen sollten sich Menschen wenn, dann nach meiner Auffassung nur für Dinge, die sie selbst zu verantworten haben - nicht aber für das, was andere tun, wenn eine Verbindung lediglich aufgrund gleicher ethnischer oder religiöser Gruppenzugehörigkeit herzustellen ist.

Dennoch finde ich es positiv, wenn Moslems in Deutschland in die Offensive gehen - gegen Terror und Gewalt und für ein friedliches Zusammenleben. Die große Demonstration in Köln vor kurzem war ein Beispiel dafür. Nun findet diese Tage inder Hamburger Innenstadt eine Mahnwache statt: Noch bis Heiligabend gibt es jeweils dienstags und freitags vor der Petri-Kirche/Mönckebergstr. einen Informationsstand, wo in Hamburg lebende Moslems mit Passanten diskutieren und Prospekte der "SCHURA - Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg e.V." verteilen. Im Prospekt heißt es unter anderem:

In mehreren Verlautbarungen haben wir Muslime [...] den Terror verurteilt und den Versuch, ihn religiös zu begründen, als vom Grundsatz her falsch und als unislamisch[!] dargestellt. [...] Heute möchten wir noch einmal ausdrücklich klarstellen:
Wir Muslime distanzieren uns vom Terror in jeglicher Form, sei es der am 11. September, der Anschlag in Madrid oder das Geiseldrama von Beslan. [...] Islam bedeutet Frieden.

Und an anderer Stelle:

Wir bekennen uns zur demokratischen Grundordnung und sehen hierin keinen Widerspruch zu den Prinzipien und Lehren unseres Glaubens. Als Bürger dieser Gesellschaft, in Anbetracht der Grundsätze der Menschenrechte und Demokratie [...], besteht für uns keine Unvereinbarkeit zwischen Grundgesetz und Scharia.

Unabhängig davon, wie man zur multikulturellen Gesellschaft steht, ob man sie liebt oder hasst oder nur ein gleichgültiges Schulterzucken dafür übrig hat:Die Begegnung mit muslimischen Nachbarn und Kollegen, Mitschülern und Kommilitonen, Dönerladenbesitzern und Gemüsehändlern ist, zumindest in Großstädten und Ballungsräumen, ein Stück unseres Alltags geworden. Man kann diesen Alltag friedlich, menschlich und unaggressiv gestalten, wenn man es will - einen Beitrag dazu müssen beide Seiten leisten.

Mir hat die Arbeit dieser Mahnwache gut gefallen, diese Leute sind engagiert und mutig. Sie haben viel getan gegen unnötige Vorbehalte, Schwarzweißmalerei und Klischeevorstellungen und für eine bessere Verständigung zwischen Moslems und Nicht-Moslems.

Ich poste das hier der Information halber und natürlich auch, weil ich an euren Meinungen interessiert bin und - da mache ich aus meinem Herzen keine Mördergrube - weil es mich bewegt.

CU
Olaf

Die Welt ist ein Jammertal ohne Musik. Doch zum Glueck gab es Bach, Beethoven, Haendel und Goethe (Helge Schneider)
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Anonym Olaf19 „Muslime gegen Terror... Mahnwache in Hamburg“
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Nun ja, ich denke, man sollte schon Obacht geben...

Wenn das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen ist, nüzt es den Terroropfern recht wenig, wenn man ihnen gegenüber die Fehler eingesteht. "´Tschuldigung, aber wir haben uns doch geirrt, die waren ja gar nicht so harmlos wir wir es uns gedacht haben...) Kontrolle finde ich besser als Vertrauen - erst recht, wenn es schon mehrere Vorfälle dieser Art gegeben hat.

Leider wissen wir in Deutschland doch sogut wie nix von dieser Kultur. Ich denke schon, dass an den Aussagen von Tilo und Wasp was dran ist, aber wo bitteschön will man die Grenzen ziehen? Wer ist überhaupt in der Lage, radikale Islamistem von den nicht radikalen zu unterscheiden? Wer von uns kennt überhaupt den Inhalt des Koran - hat ihn überhaupt gelesen?

Ich gestehe, dass mir schon komisch bei dem Gedanken wird, dass wir hier in Deutschland möglicherweise auf einem köchelnden Pulverfass sitzen könnten, welches durch falsch verstandene "Toleranz" überhaupt erst in diesem Rahmen möglich werden konnte. Ach ja, ich vergass - wir haben ja eine NS-Vergangenheit und genau deshalb heben wir die Fresse zu halten und allen Tür und Tor zu öffnen.

Viele Ausländer sprechen kaum unsere Sprache (lehnen es auch vereinzelt ab), obwohl sie schon einige Jahre hier leben. Eine eigene Art der Kultur innerhalb unseres Landes, von der wir ausgeschlossen sind. Es hat doch niemanden interessiert, wer wie wo integriert wurde (bzw. sich integriert hat). Stimmen die darauf hinwiesen wurden gleich als braunes Gesockse angesehen.

Seitens der Politik sind über viele Jahre hinweg Versäumnisse gemacht worden, und nun bekommen wir alle die Auswirkungen dessen zu spüren - so einfach ist das (oder auch nicht) .

Aus falsch verstandenem Liberalismus den Spielraum für Exrtemisten vergrößern? Das halte ich für genauso falsch, als mit Kanonen auf Spatzen zu schießen.

Es gibt auch noch eine Verantwortung gegenüber den redlichen Bundesbürgern, ganz gleich welcher Hautfarbe oder Ursprungsnationalität - das sollte man nicht vergessen.

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