Mit Entsetzen und großem Bedrücken habe ich es vernommen, dass man diese arme Frau (wie andere humanitäre Helfer auch) ermordet hat. Wie soll den Menschen vor Ort geholfen werden, wenn diese Extremisten selbst davor keinen Stopp machen...
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Zum Wesen des Terrors gehört sein enormes paralysierndes Potential bezüglich seiner Wirkung auf den Terroradressaten. Terror ist nichts anderes als eine Kommunikationsstrategie die zwei Adressaten hat: den Terrorisierten selbst und diejenigen, die der Terrorist als seine Unterstützer sieht und seien es auch nur potentielle.
Direkte Terroradressaten im ersteren Sinne ist zum einen der Teil des irakischen Volkes, der in Opposition zum Terroristen steht oder dies in Erwägung zieht. Zum anderen die gesamte westliche Welt.
Gutdurchdachter Terror verfügt dabei über große Macht, da er das Grundbedürfnis des Menschen nach Sicherheit und Ordnung für seine Zwecke instrumentalisiert. Tatsächlich ist das wachsende Misstrauen gegenüber muslimischen Mitbürgern bzw. dem Islam, das nicht nur in Stammtischgesprächen zu beobachten ist, Teil der Strategie des religös motivierten Terrorismus.
Die Ziele lassen sich grob folgendermaßen skizzieren:
1. Errichtung einer Gesellschaft im gesamten arabisch/mulimischen Raum, die auf religiös fundamentalistischen Grundordnungen beruht. Die Welt wird dabei nicht als ein Konstellation von Staaten, sondern von Kulturen gedacht. Diese Vorstellung wird mittels eines ausgeprägten FREUND/FEIND -Denkens zusätzlich vereinfacht. Dabei gilt die Annahme, dass ein ( religiös geprägter ) Kulturkampf von seiten der westlichen Welt gegen die uneinige arabische Welt schon lange geführt wird.
2. Dieser Kampf wird nun aus der Eigenperspektive der Terroristen erwidert bzw. aufgenommen. Um ihn zu führen wendet man eine Doppelstrategie an: Zum einen trägt man den Terror in die westliche Welt und löst dort Reaktionen aus, welche die radikalen Thesen der Terroristen aus der Sicht der arabischen Welt scheinbar bestätigen. Ein Prozess der Radikalisierung auf beiden Seiten wird in Gang gebracht. Dies wiederum behindert die differenzierte Diskussion in beiden vermeinlichen "Lagern", da sich beide als Opfer fühlen. Nebenbei leistet diese Entwicklung einem Zusammenschluß der muslimischen Welt unter religösen Vorzeichen Vorschub.
Unter diesen Gesichtspunkten betrachtet, war die Entführung und Ermordung Hassans schlicht dumm ( und hat mich erschüttert ) . Vermeintliche Sympathisanten des Terrors werden und wurden in der ganzen islamischen Welt verprellt bzw. verstört. Reichlich kontraproduktiv aus der Sicht des religiösen Terrorismus. Die westliche Welt ist sich mit ihren muslimischen Mitbürgern darüber einig, dass das wirklich Scheiße war und beginnt miteinander zu reden: wieder kontraproduktiv.
Betrachtet man die außergewöhnlich intelligente ( und daher so erfolgreiche ) Vorgehensweise der Terroristen bis dato, könnte man zum Schluß kommen, dass die Mörder Hassans evtl Trittbrettfahrer waren. Gewöhnliche Kriminelle. Ihr Motiv: Gewöhnliche Geldgier unter dem Deckmantel des Terrors.
Aber egal ob Terroristen oder Kriminelle - es sind schlicht MONSTER.
In diesem Sinne.
Gruß
