Etwas älterer Artikel, aber recht interessantes Thema
xafford / 6 Antworten / FlachansichtGutes Futter für alle, die schon immer der Meinung waren, daß falsch verstandene Moral gefährlich sein kann...
Eine Info, Kinsey war mit Aleister Crowley bekannt und hat die großen Fallzahlen seiner Studien doch gefälscht. Trotzdem müssen seine Aussagen nicht alle falsch sein.
Thesen:
1) Verhaltentherapie hat ihre Grenzen (davon handelt ja Clockwork Orange). Insbesondere muss man aufpassen, dass die Therapeuten die ethischen Regeln der Psychologie einhalten.
2) Man darf die strenge Führung (permanente Dominanz), mit der man z.B. Hunde erzieht, nicht auf Menschen übertragen.
3) Die Kette Vorfall => psychischer Effekt (unterstellt bis bewiesen) => körperlicher Effekt (Hirnströme usw.) ist höchst fragwürdig.
4) Der religiöse und politisch-konservative Wahn in den USA trägt projektive Züge. Ich erinnere an die Textzeile bei Jefferson Airplane (We can be togehter): Every thing they say we are, we are (gemeint als Unfähigkeit sich dem enormen Druck der Zuweisung zu entziehen, also tatsächlich so zu werden, dealen klauen usw.).
5) Es ist eine Unverschämtheit, wenn sich Staat oder fremde Personen ins Privatleben - dazu gehört die Sexualität ganz explizit - einmischen. Sie haben da nichts verloren. Auch Eltern tun gut daran bei ihrem Einwirken auf ihre Kinder respektvoll Distanz zu halten. Distanz zu gewähren und zu verlangen scheint mir der Schlüssel zu sein. Damit verbietet sich permanente Kontrolle. Die Autonomie erlangt das heranwachsende Kind über die Lüge. Es ist prinzipiell wichtig, auch mal der Kontrolle anerkannt guter Eltern - per Lüge - zu widersprechen. In dem Punkt ist das christliche Erziehungsideal fatal.
6) Bestimmte Idealvorstellungen (größt mögliche Freiheit) der Anthropologen, der Satanisten oder der Homoszene decken sich nicht unbedingt mit psychoanalytischen Erkenntnissen.
Bekannt ist zwar, sexuelle Ängste erzeugen Neurosen (Phobien usw.). Bis es zur Aggression kommt ist mehr notwendig. Aggression speist sich eigentlich aus zugelassener Aggression oder Frühreife (in einer sexualisierten Umwelt werden Kinder frühreif). Verfrühte Sexualisierung (Freud, der Rattenmann, Kindermädchen verhält sich zweideutig) führt zu Zwängen (Zwangsneurosen). Die scheinbar aggressionlosen Gesellschaften kennen andere Formen von Aggression wie bösartiges Verlassen.