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Apple und die Akkus - Lebensdauer und Ladelimits

Olaf19 / 14 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo zusammen!

Es wird ja allgemein empfohlen, Akkus nicht "tief" zu entladen und auch möglichst nicht bis zur 100%-Marke aufzuladen; dies soll ihre Lebensdauer verlängern. Seit einiger Zeit bietet iOS die Möglichkeit, mit einem Schieberegler in den Batterieeinstellungen ein Ladelimit zu setzen.

Die Werte reichen von 80 bis 100% und sind in 5%-Schritte unterteilt. Ich habe 90% gewählt, weil mir der Akku bei 80 einerseits ein wenig zu früh in die Knie geht, ich den Akku andererseits aber auch ein bisschen schonen will.

Anscheinend erfreut sich diese Funktion einiger Beliebtheit. Jedenfalls plant Apple nun, dieses Feature auch in das nächste größere macOS-Update einzubauen, so dass auch macBooks davon profitieren. Schon heute gibt es hierfür Apps von Fremdanbietern.

Jetzt mal eine ganz ketzerische Frage: Warum macht Apple das eigentlich?

Es wäre doch viel profitabler, wenn sich die Kundschaft ihre ihre iPhone- und MacBook-Akkus möglichst frühzeitig ruiniert, so dass diese für "gutes Geld" getauscht werden müssen. Oder noch besser: es wird gleich ein neues Gerät gekauft, da der Akkuwechsel mit Blick auf den Gebrauchtwert des Artikels unwirtschaftlich wäre.

Ein theoretisch möglicher Erklärungsansatz: die Kundschaft empfindet ein solches Gebaren als "aus der Zeit gefallen", andere Anbieter haben die oben beschriebene Funktion schon lange, Apple würde Kunden verlieren – die zusätzlich verkauften Akkus oder frühzeitig upgegradeten iPhones und MacBooks würden diesen Verlust nicht kompensieren.

Das habe ich mir einfach so zusammengesponnen. Aber weiß jemand, wie es wirklich ist? Was motiviert einen Hersteller, der doch möglichst schnell möglichst viel verkaufen möchte, Komponenten seiner Produkte und damit die Produkte selbst langlebiger zu machen?

THX
Olaf

Die Welt ist ein Jammertal ohne Musik. Doch zum Glueck gab es Bach, Beethoven, Haendel und Goethe (Helge Schneider)
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Olaf19 mawe2 „Das bestätigt meine These: Man versucht, den Benutzern eine Reparatur so schwer wie möglich zu machen, sorgt aber ...“
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Ja, wäre prinzipiell wünschenswert, ist für mich aber kein K.O.-Kriterium.

Ich war 2002 für einige Jahre von Mac auf PC umgestiegen, weil ich so fasziniert war von dieser – ich nenne es einmal – "gelebten Modularität". Modular ist zwar jedes Computer-System, aber dass man sämtliche Komponenten einzeln auswählt und individuell zusammenstellt, hat mich anfangs schon fasziniert.

Ein, zwei Kompromisse bin ich eingegangen – das Netzteil wurde zusammen mit dem Gehäuse verkauft (war aber ein gutes) und mein Intel Pentium IV 1,8 GHz war "Boxed". Also kein Herumhantieren mit Lüfterinstallation und Wärmeleitpaste.

Dieses 1,8-GHz-Modell war für mich der "Optimalkompromiss". Es gab CPUs mit 2,4 oder sogar 2,8 GHz, die aber drastisch teurer waren. Und es gab Modelle < 1,8 GHz, die aber nicht drastisch billiger waren. Also 1,8 kaufen mit der Überlegung, du kannst ja in ein paar Jahren aufrüsten auf 2,8 GHz, bis dahin sind die älter und werden billiger.

Dazu gekommen ist es aber nicht mehr, denn was ich nicht bedacht hatte, war – die CPU ist ja nie der einzige "Flaschenhals". Mainboard, RAM & Co. müsste man eigentlich auch tauschen, und irgendwann ist dann auch das Netzteil unterdimensioniert...

So hat die Faszination PC-Selbstbau bei mir dann doch nicht so lange angehalten. Heute würde ich sagen: kaufe ein Gerät mit einem leichten Hang zum Overkill, dann reicht es für viele Jahre, und wenn es eines Tages doch nicht mehr reicht, ist es eh total veraltet.

Ich denke aber auch, dass die passionierten Bastler, die vor 20, 25 Jahren Nickles-Bretter wie "Extreme-Tuning, Overclocking" mit z.T. wirklich beeindruckendem Hardware-Fachwissen bereichert haben, einfach aus Freude an ihren PCs geschraubt haben, etwa um zu "gucken, was man so rauskitzeln kann".

CU
Olaf

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Ja. Amenophis IV