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Aus dem Innenleben eines Geldautomaten...

Olaf19 / 23 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo zusammen!

Darauf hatte ich schon lange gewartet: ein Geldautomat war abgeschmiert, hatte einen automatischen Neustart probiert und war bei der Gelegenheit im BIOS hängengeblieben.

Inzwischen geht's dem Cash-Kasten wieder gut, doch nutzte ich die Gelegenheit, um mir ein paar Notizen zu machen. Das Ergebnis wie erwartet ein klarer Fall für unser Board "Retrocomputing":

Phoenix Award BIOS (c)1984 - 2003
Intel Pentium IV 2,8 GHz = 133 MHz x 21
RAM: 516.096 kB + 8.192 kB shared
Primary Master: ST 340015A / Slave: ––
Secondary Master: –– / Slave: ––

Eine amtsärztliche Diagnose vom BIOS-Internisten lieferte das Gerät gleich mit:
CMOS checksum error - loading defaults...

Das alles erinnert mich lebhaft an meinen ersten und letzten Windows-PC, allerdings hatte meine Northwood-Kiste nur 1,8 GHz. Die 512 MB RAM kommen hin. Dafür hatte ich seinerzeit eine schnellere und doppelt so große Festplatte: http://www.testberichte.de/test/produkt_tests_seagate_barracuda_st340015a_p32507.html - demnach ist der Geldautomat aus dem Jahr 2004, zumindest die Technik darin. Die hat wohl zu intensiv ihren 10. Geburtstag gefeiert :-o

So, nun wissen wir endlich, was für Geräten wir so unsere Kohle anvertrauen, bzw. die Banken. Naja - solange der Automat nicht mit Windows 2000 / XP ins Internet geht, ist es ja gut *g*...

CU
Olaf

"Das sind Leute, die von Tuten und Ahnung keine Blasen haben" (ein Reporter auf die Frage nach der politischen Bildung des typischen Anhangs von Donald Trump)
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Hallo Olaf, ... Kabelschrat
Olaf19 Wiesner „Ob jetzt noch P VI Rechner als Industrie PC erzeugt werden ...“
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Ob jetzt noch P VI Rechner als Industrie PC erzeugt werden k.A. Aber deren Nachfolger Core2Duo sicher.

Immerhin - die haben ja auch schon rund 8, 9 Jahre auf dem Buckel. Ja, das glaube ich, dass die Industrie viel konservativer vorgeht beim Updaten von Hard- und Software. Das kostet schließlich jedes Mal richtig Geld, und wehe, es läuft nach dem Umstellung nicht mehr so wie gehabt. Produktionsausfälle und Verzögerungen werden natürlich richtig teuer.

Mein Bruder (Tischlermeister) bekam für eine 15 Jahre alte Plattensäge noch immer neue Steuerungsteile. Da so eine Maschine neu ~100000 € kostet ist es dies wert. Die neue Steuerung kostete übrigens 8000,- Core2Duo Mainboard + ISA Karte + deren Lizenzen.

Naja, eine Plattensäge = Maschine/Werkzeug ist eben auch kein Computer. Vor allem wird die nicht an Otto Endverbraucher / Normalkonsumenten verkauft. Nix mit "Schnelllebigkeit".

Übrigens, glatte Parallele sind elektronische Musikinstrumente. Die waren bis in die 80er Jahre hinein noch so teuer, dass sie praktisch nur von Profis gekauft wurden, oder von gut betuchten Hobbyisten. Inzwischen sind das auch nur noch - leider leider!  - Wegwerfartikel. Das ist eine Entwicklung, die in den 90ern losging und inzwischen ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte.

Bei den vielen Software-Synthesizern und Studio-Effekten tut die Wegwerferei wenigstens nicht mehr so weh. Das sind ja eh nur digitale Downloads.

CU
Olaf

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