[sorry, wenn das irgendwann 2x auftaucht, hatte zunächst versehentlich ohne Login gepostet]
Tja, Hilfe erwarte ich bei diesem Problem eigentlich nicht mehr wirklich, aber ich erzähle es trotzdem mal, weil es auch ein "Lehrstück" ist...
Lange Zeit war das Problem gar nicht richtig zu lokalisieren: das (damals) teuer bezahlte Mainboard nebst Athlon-CPU funktionierte unter Windows zunächst scheinbar leidlich, aber sporadisch gab es immer mal wieder Hänger und Abstürze. Die macht Windows (damals 98 SE) bekanntlich unter bestimmten Umständen auch gern von selbst, und auch Peripherie oder deren Treiber können schuld sein. Auch der befragte ECS-Support lenkte die Aufmerksamkeit in diese Richtung. Der problematische Rechner landete schließlich erstmal im Regal und verstaubte µit dem Vorsatz: Irgendwann wenn mal Zeit ist, gehe ich der Sache mal auf den Grund.
Das ist einige Zeit her, aber inzwischen habe ich mich nun doch mal drum gekümmert. Und jetzt steht fest: das Mainboard hat einen handfesten Hardware-Bug im VIA-Chipsatz, der unter anderem dazu führt, dass der IDE-DMA-Modus falsch arbeitet: bei jedem Festplatten-Lese- bzw. Schreibvogang besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Bytes unbemerkt verfälscht werden! Z.B. wenn man eine große Datei von einigen 100 MB kopiert, findet man bei anschließendem Vergleich mit dem Original (auf einem gesunden System) in bestimmten Abständen kleine Gruppen von falschen Bytes mit "Zufalls"-Inhalten. Das ist wohl das Fiesete, was einem Rechner passieren kann. Datenfehler können sich unbemerkt fortpflanzen, und es ist klar, dass sich mit so einem Board kein brauchbares System aufbauen lässt.
Übrgens kein Individualdefekt, sondern ein Serienfehler, wie inzwischen auch anderen Klagen im Netz zu entnehmen war, wenn auch nur vereinzelt, denn die sporadische Natur des Problems wird viele und insbesondere unbedarftere Nutzer in die Irre geleitet und gar nicht auf das eigentliche Problem geführt haben.
Darauf scheint sich auch ECS auszuruhen, obwohl sie nun - Jahre später - nach Konfrontation mit den Fakten unumwunden einen Chipsatzfehler zugegeben haben. Treiber mit Workarounds seien nicht verfügbar; eine andere Lösung als das Abschalten des DMA-Modus käme nicht in Frage. Na klasse! Die haben mein Geld und ich habe keine adäquate Gegenleistung! DMA-Modus kann man AFAIK unter Windows erst abschalten, wenn wenigstens die Installation sauber durchgelaufen ist, was ja bei so einem Fehler schon Glücksache ist. Oder kennt jemand wenigstens einen Weg, von vornherein "sicher" zu starten (so wie etwa bei Linux mit ide=nodma)? Apropos Linux: Auch das läuft trotz ide=nodma nicht anständig (sporadische Hänger), es scheint also noch weitere Chipsatz-Probleme auf dem Board zu geben (Verdacht: USB).
Natürlich ist die Garantie längst vorbei, ich hatte aber auf Kulanz gehofft, denn moralisch steht ECS tief in der Schuld. Schließlich muss man davon ausgehen, dass die defekten Boards damals WISSENTLICH verkauft wurden, denn so ein grobes Problem kann dem Hersteller eigentlich unmöglich verborgen bleiben - und bereits in der nächsten Board-Rev. war es ja auch behoben.
Aber ECS mauert. Die deutsche Support-Stelle (mittlerweile übrigens geschlossen) hatte nur dümmlichste Ratschläge parat und verwies mich wegen möglicher Kulanzleistungen an ECS Holland, wo ich mich auf Englisch melden müsse (was ich auch getan habe), aber dort wurde auf meine Mails gleich gar nicht reagiert.
Fazit: Geld für Schrott ausgegeben und auch noch viel Zeit damit verplempert. ECS hat wohl von tausenden betrogenen Kunden rechtlich gesehen nichts zu befürchten; kaum jemand dürfte ja innerhalb der Garantiezeit zu einem Beweis der Mangelhaftigkeit in der Lage gewesen sein. Man konnte also die Kunden erstmal mit falschen Ratschlägen in die Irre schicken und die Sache genüsslich aussitzen.
Mit einem BIOSTAR-Mainboard habe ich übrigens mal ganz andere Erfahrungen gemacht. Nachdem es sich geraume Zeit nach Garantie-Ende aus heiterem Himmel verabschiedete (kein Serienfehler, sondern individueller Defekt), gab es einen offenen und sehr freundlichen Kontakt mit BIOSTAR Deutschland, und das Board wurde ohne viel Aufhebens kostenlos ausgetauscht. Das Ersatzboard läuft heute noch. So geht es also auch!
Mein Fazit: Finger weg vom Billigmeier ECS, der sich selbst durch sein Verhalten als "skrupellos" zu erkennen gegeben hat. Und generell Vorsicht bei 1.0-Revisionen!
Ach ja, und noch eine Binsenweisheit: Etwaige Probleme sollte man frühzeitig untersuchen, um sie ggf. rechtzeitig reklamieren zu können. Nur: wenn das mal immer so einfach wäre; in diesem Fall war es das leider nicht...
Gruß, Manfred
