Es gab einmal Zeiten, in denen der Spiegel der einsame Frontkämpfer des investigativen Journalismus war und trotz ekannter linker Seitenlange eine gewisse Neutrlität und Sachlichkeit wahrte (außer es ging mal wieder um Franz Josef Strauß). Den ein oder anderen Ausrutscher hat es immer mal wieder gegeben, momentan sieht es aber so aus, als sei der Spiegel gerade dabei sämtliche Bananenschalen der Republik exklusiv zu nutzen.
Gerade eben habe ich folgenden Artikel gelesen: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,365832,00.html und irgendwie konnte ich nciht wirklich meinen Augen trauen. Ich habe mindestens 2 Minuten lang den nach Presserecht vorgeschirebenen Hinweis auf Werbung gesucht.
Es ist icht der erste Artikel contra Linkspartei, es ist auchnicht der erste, der weniger mit Faktn und Neutralität gesegnet ist, als mit Populismus (den man ja gerade der Linkspartei vorwirft).
Mal ein paar Auszüge aus dem Artikel:
Wenn es Oskar Lafontaine und Gregor Gysi, den selbsternannten Apologeten der sozialen Gerechtigkeit, gelingen sollte, den Zuspruch stabil zu halten und als drittstärkste Partei in den Bundestag einzuziehen, hätte das erhebliche Folgen.
Ist dies die rhetorisch verbrämte Art des Schreibers den Ball des "Hasspredigers" aufzunehmen? Ist es saubere journalistische Arbeit einen Politiker in die Ecke religiöser Eiferer zu stecken?
Kaum ein Generalsekretär in Berlin denkt im Moment nicht über diese Dampfplauderer des Postsozialismus nach.
Wie bitte? Nent man soetwas nicht Diffamierung?
Auf der Allee der Deutschen Einheit (die weder Lafontaine noch Gysi begehen wollten) springen die beiden nun abwechselnd aus dem Anzug - mal ganz links, mal rechtsaußen.
Ja, das nenne ich wahrlich journalistisch einwandfreie Argumentation.
Es gibt kaum etwas, das im Wahlprogramm der PDS nicht versprochen wird. Grundrente und Mindestlohn, Weltfrieden und flächendeckende Förderung des Arbeitsmarkts. Wer die Linkspartei wählt, dem winkt offenbar ein soziales All-inclusive-Absicherungspaket zum Nulltarif. Doch ihr Angebot ist so seriös wie die Gewinnversprechen von Traumreisen, die man auf bunten Werbezetteln täglich im Briefkasten findet. Am Ende steht man wie nach einer Busreise ins Sauerland mit einer teuren Heizdecke da.
Ahja, eine saubere Darlegung des Wahlprogrammes der Linkspartei (und der CDU, der SPD, der Grünen). Das Ganze noch schön lustig verpackt, da versteht sofoert jeder Bildzeitungsleser, daß die Linkspartei die einzige ist, die absolut unfinanzierbare Wahlversprechugen macht.
Dafür stimmt das Feindbild: Die PDS will eine "Umverteilung von oben nach unten", wer mehr als 60.000 Euro im Jahr verdient, gehört zum Klassenfeind und soll kräftig löhnen. Der Spitzensteuersatz in Gysi-Land liegt bei 50 Prozent.
Oh, danke Spiegel für die Aufklärung, daß die Linkspartei Klassenfeinde hat, ich dachte immer daß die SPD mit der "Reichensteuer" die bösen postkommunistischen Bauernfänger wären.
Finanzierungsprobleme für das gesundheits-, arbeitsmarkt- und bildungspolitische Paradies gibt es natürlich nicht. "Nach unserem Steuermodell sind Mehreinnahmen von 60 Milliarden Euro möglich", heißt es auf Seite 23 des gültigen Wahlprogramms allen Ernstes - Hallelujah.
Ja, Halleluja Spiegel, danke daß ihr uns über den einzig wahren Glauben aufklärt und die bösen Spalter von der Linkspartei als das enttarnt, was sie wirklich sind: religiöse Sektierer.
Vielen Dank, daß ihr uns aufklärt, daß die einzig wahre lehre die der CDU ist, die mit 2% mehr Mehrwertsteuer 30 Mrd Mehreinnahmen erzielen wird und damit die Rentenbeiträge senken wird (obwohl das Polster der Rentenkasse mittlerweile so gut wie leer ist), die Krankenkassenbeiträge senkt (obwohl die Kassen nicht senken wollen, sondern lieber Reserven aufbauen) und die Arbeitslosenbeiträge senkt (obwohl der Haushalt der BA nicht allzu gut aussieht).
Danke, daß ihr uns predigt, daß die Pläne der SPD mit der Reichensteuer (die nach Schätzung von Wirtschaftsexperten satte 600.000 Euro Mehreinnahmen bringen wird) jene sind, die unseren Haushalt konsolidieren.
Merkwürdig nur, dass die PDS ihre Vorstellungen auch dann nicht umsetzt, wenn sie an der Macht ist. In Berlin propagiert sie als Regierungspartei im Senat einen strikten Sparkurs. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist das Paradies bisher nicht ausgebrochen. Kein Wunder: Bei Gysi und Lafontaine handelt es sich um politische Fahnenflüchtige. Lafontaine nahm im März 1999 nicht etwa wegen des aufziehenden Krieges im Kosovo Reißaus. Er schmiss die Ämter hin - Parteivorsitz und Bundesfinanzminister -, als er begriff, dass sein linker Keynesianismus in Zeiten der Globalisierung so tauglich war wie eine Kneifzange bei der Reparatur einer defekten Computerfestplatte.
Auch Gregor Gysi ging der Wirklichkeit aus dem Weg, als es ernst wurde. Offiziell begründete er seinen Rücktritt im Sommer 2002 als Berliner Wirtschaftssenator im Nachgang der Bonusmeilenaffäre. Tatsächlich kapierte er, dass der rot-rote Senat in der Hauptstadt keine Segnungen mehr unters Volk bringen konnte. Gysi und Lafontaine eint nicht ähnlicher politischer Gestaltungswille - sondern die Feigheit vor der wirtschaftspolitischen Realität. Warum so eine politikferne Haltung vom Wähler belohnt wird, ist die eigentlich spannende Frage.
Oha, die propheten sind unter uns. Wie konnten wir nur glauben, daß Gysis schwere Gesundheitsprobleme Grund für seinen Abschied sein konnten. Wie konnten wir nur die Tatsache verkennen, daß Lafonaine und Gysi schändliche Fahnenflüchtige sind?
Was in dem Artikel noch kommt erspar ich mir jetzt Mal. Das Hohelied auf die grandiosen Reformen der SPD, der grandiose Vorschlag unser Sozialsystem anhand der Spendenaktion für die Tsunamiopfer aufzubauen ("Adotieren sie sich heute ihren HartzIV-Empfänger und machen sie einen Menschen glücklich").
Zu den unsäglichen Lobpreisungen der neoliberalen (ja auch ich benutze dieses Wort) Idee der Senkung der Staatsquoteals Allheilmittel finden sich bestimt andere, die ihren Kommentar dazu abgeben werden.
Ales in Allem wundert mich jedoch (der mittlerweile auch nicht mehr), daß der Spiegel sich zu so einem Artikel herablässt. Substanziell stimmt die Kritik an der Linkspartei undhrer galionsfiguren zweifellos. Ohne Frage sind die Wahlversprechungen im Program utopisch, ohne Diskussion wird die Linkspartei keines der Probleme in Deutschland lösen können.
Aber zeifelsohne sollte der Spiegel sich hüten populistische Dreckwäsche zu waschen und sich die Likspartei als Intimfeind auswählen, es könnte sein, daß einige Leser solch ideologisch gefärbte Unsachlichkeit übel nehmen.
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garftermy wie kommst Du denn da drauf, alles Schall und Rauch
Welches Gericht soll meine Rechte schützen?
Wenn Gerichtsurteile von einer höheren Instanz aufgehoben werden, so wird in Zukunft der Richter für seinen Fehler haftbar gemacht. D.h. die Richter werden sich alle nach den obersten Richtern richten müssen. Diese Richter sollten allerdings Berlusconi zugetan sein.
Nun sage nicht, das ist das Ausland. Wir haben diese wundervolle Globalisierung und wir werden irgendwann doch noch diese wundervolle EU-Verfassung bekommen. Und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn sich nicht Mafia und Geheimdienste durchsetzen.
www.us-politik.ch/
Dass dabei alles glatt geht, ist noch die optimistische Variante.
Welches Gericht soll meine Rechte schützen?
Wenn Gerichtsurteile von einer höheren Instanz aufgehoben werden, so wird in Zukunft der Richter für seinen Fehler haftbar gemacht. D.h. die Richter werden sich alle nach den obersten Richtern richten müssen. Diese Richter sollten allerdings Berlusconi zugetan sein.
Nun sage nicht, das ist das Ausland. Wir haben diese wundervolle Globalisierung und wir werden irgendwann doch noch diese wundervolle EU-Verfassung bekommen. Und es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn sich nicht Mafia und Geheimdienste durchsetzen.
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Dass dabei alles glatt geht, ist noch die optimistische Variante.
