Hi,
heute wurde in Straßburg die EU-Richtlinie für Softwarepatente mit überwältigender Mehrheit (648! zu 14 Stimmen ) abgelehnt.
Das heißt erstmal, daß es lohnt, sich einzusetzen, aber auch, daß das europäische Parlament in Straßburg nicht der Wurmfortsatz des Ministerrates in Brüssel ist. Soweit so gut.
Trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack. Warum nicht direkt Nägel mit Köpfen machen und die Patentämter in den europäischen Ländern, in denen Softwarepatente beurkundet werden - und einklagbar sind - dem EU-Patentamt unterstellen und damit ein für allemal Rechtssicherheit schaffen?!
Denn so bleibt den großen Konzernen eine Hintertür und der nächste Antrag/Vorlage zu Softwarepatenten kommt bestimmt.
Gruß
NANÜ
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Die Gefahr steckt nicht bei möglichen Gesetzesentwürfen, die man gezielt angreifen könnte. Die Gefahr ist, wie im Heise Artikel erwähnt, daß durch lokale Gerichtsverfahren Richter den Argumentationen der Software-Patentbefürworter folgen und lokale Patentämter Patente genehmigen und so Schritt für Schritt den Boden für Softwarepatente ebnen. Wenn man dazu den Instanzenweg noch hinzuzieht, passiert praktisch dasselbe, wie das von Patentgegnern befürchtete Lahmlegen produktiver Arbeit durch jahrelange Prozessorgien.
Dem könnte nur eine klare Gesetzgebung abhelfen. Kurz gesprochen, die Katze beißt sich bei dem Thema mal wieder in den besagten Schwanz.
