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Notwehr ?! Ja oder Nein.

Nasser / 21 Antworten / Flachansicht Nickles

Ich starte mal lieber einen neuen Thread, sonst wird es zu unübersichtlich.


In Bezug auf den Thread : http://www.nickles.de/static_cache/537788084.html


Hintergrund der Frage nach einer Kampfsportart für den Hausgebrauch war folgender:


Ich schreibe mal in der Ich Form, dann kann man es besser nachvollziehen.


Neulich an der Tankstelle, passierte mir folgendes:


Ich stand so an der Zapfsäule und gönnte meinem PKW ein paar Tropfen des teuren Benzin, als ich an der Luftsäule (für Reifen) eine Bekannte sah, die sich dort abmühte.


Kurzer Gruss und hin, um ihr bei dem Befüllen der Pneu mit Luft, zu helfen. Ich setzt mich also in meinen PKW und fuhr bis zur Luftsäule und stelle meinen Wagen neben ihren, mit ein bischen Abstand. (Ich musste ja die Zapfsäule frei machen). Schnell den transportablen Luftbefüller genommen und zu ihrem Vorderrad gegangen, um ihn zu befüllen.


Ein Blick, beim Arbeiten über den Kotflügel ihres Pkw, ließ mich schlimmes erahnen. Da kommt so ein kleiner japanischer Wagen und zwängt sich in die viel zu schmale Lücke zwischen meinen Pkw und dem Pkw der Bekannnten.


Kurzerhand gehe ich zu dem japanischen Wagen hin, um zu verhindern, das er die Wagentür aufmacht und diese in meinen Wagen rammt. Ein kleiner Mann mit rotem Gesicht grinst vor sich hin, ca 120 KG, öffnet die Tür und rammt sie in die Stossstange meines Autos.


Ich schiebe sanft die Tür von seinem Pkw wieder zu und machen in darauf aufmerksam, dass ich das nicht möchte, da es sonst Beulen gibt. Unbeeindruckt von meinen Worten, will der Mann (ca.120 KG) aus seinem Wagen und "Bumm" ist schon wieder die Tür an meine Stosstange.....


Ok, das ganze wiederholt sich noch 2 mal, inclusive des passenden Wortschwall von ihm und mir.


Ich habe nun keine Lust mehr und will mein Pkw in Sicherheit bringen. Dazu muss ich aber seine Tür loslassen und in meinen Wagen einsteigen.


Diese Chance nutzt der Dicke und steigt aus. Klar das dabei wieder die Tür seines Pkw an meiner Stosstange ist.


Der Dicke ist nun befreit, von der engen japanischen Rikscha und dreht sich um und kommt Wutschnaubend auf mich zu.


Mein Adrinalinspiegel verschwindet und stattdessen kommt wahnsinnige Angst.


OK, denke ich, aber da ist es schon zu spät, der Dicke hat seine Wurstfinger schon an meinen Körper und schuppt mich nach hinten weg....................


Das ist keine erfundene Geschichte, sondern Realität.


Was hättet ihr gemacht?


Ist das Notwehr, wenn ich auf sowas reagiere?


Wenn ich nun noch eine Kampfsport-Art kann, wäre das von Vorteil gewesen?


Und wie ist die rechtliche Lage, in so einer Situation? (mit und ohne Kampfsport-Art)?


MfG Nasser

;) Und immer trocken bleiben.
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Heinz_Malcher Nasser „Notwehr ?! Ja oder Nein.“
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Hallo Nasser.

erstmal grundsätzliche Infos dazu. Die Vorgehensweise wäre ganz korrekt,
sofort über Handy, sofern das an einer Tankstelle möglich und erlaubt ist,
die Polizei anzurufen, die Autonummer durchzugeben, den Vorfall kurz schildern.
In der Regel kommt dann binnen wenigen Minuten ein Streifenwagen vorbei.
Du solltest dir selbst kurz die Nummer aufschreiben oder ins Handy Tippen,
auf Diskussionen lasse ich mich generell nicht ein, da das meist zu Schlägereien
führt und meist sind mir die Typen das nicht wert. An seinem Auto wird
man Lackspuren finden, an deinem ebenfalls von seiner Tür, das sollte dann schon
einmal für die Versicherung genügen, für eine Anzeige sowieso. Sollte die Polizei
nicht eintreffen, werden sie den Wagen anhand seines Kennzeichens finden,
das passiert meistens recht schnell. Zudem haben sie seine Adresse und so weiter.

Aber das zur Theorie, dass man immer anders reagiert ist klar und jetzt
zu deinem Fall:

>Ist das Notwehr, wenn ich auf sowas reagiere?
Zuallererst schon, nur wird dich der Rechtsanwalt der Gegenseite auf Freiheits-
beraubung ansprechen und alles versuchen, dich auf diese Schiene zu drücken,
da du ihm ja die Autotür zugehalten hast, soweit ich das verstanden haben.
Klar ist das nicht logisch, aber das ist der Job eines Rechtsanwalts.

>>Wenn ich nun noch eine Kampfsport-Art kann, wäre das von Vorteil gewesen?
>>Und wie ist die rechtliche Lage, in so einer Situation? (mit und ohne Kampfsport-Art)?
Für dich in dieser Situation sicherlich ja, vor Gericht wirst du hier definitiv
den Kürzeren ziehen. Der Grund? Ein guter Rechtsanwalt lernt bereits in den
ersten Semestern, dass das Erlernen jeder Kampfsportart ein gewisses Agressions-
potential mit sich bringt, das du in diesem Falle nicht mehr unter Kontrolle hattest.
Bestimmte Kampfsporttechniken darfst du zudem nicht anwenden, da hier
Lebensgefahr besteht. Du wirst in jedem Falle schonmal beim Richter einen
schlechten Eindruck hinterlassen, da Kampfsport immer als negativ ausgelegt wird.
Es sei denn, du hast Glück und keiner der Anwesenden (Zeugen) kann vor Gericht
bezeugen, dass du diese Sportart ausübst. Hier gibt es klassische Fälle:
Mike Tyson schlug Ende der 90er bei einem Autounfall zu und bekam hier nur
deshalb eine härtere Strafe, mit der offiziellen Begründung, er sei Boxer,
er habe sich in Griff zu haben, er dürfe diese Sportart nicht ausserhalb des Rings
ausüben. Dass sich da die meisten Kampfsportler nicht dran halten oder gerade
nur deshalb eine dieser Sportarten ausüben, um sie ausserhalb des Rings zu nutzen,
sei mal dahin gestellt. Doch der Richter könnte das so sehen.

Es gibt generell für alles eine juristische Lösung, ob man die wählt, bleibt einem selbst
überlassen.

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