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Ökostrom - pro und contra?

Olaf19 / 16 Antworten / Flachansicht Nickles

Hallo zusammen!

Kürzlich hatte ich mit ein paar Kollegen eine Diskussion über Ökostrom. Ein Kollege ist sehr überzeugt davon und meint, dafür lohne es sich, ein paar Euro mehr auszugeben. Seine Argumentation: Je höher die Nachfrage nach Ökostrom, desto mehr werde zukünftig davon produziert.

Nun, dass auch die Produktion von Strom aus alternativen / regenerativen Energiequellen nicht immer eine "problemfreie Zone" ist, hat die Diskussion gezeigt, die wir hier kürzlich über Windkraft hatten ("Spargel" im Landschaftsbild, penetrantes Dauergeräusch für die Anwohner, schwankende Effektivität...).

Aber lasst uns das mal nicht wieder aufwärmen - mir geht es um einen anderen Aspekt.

Vor vier oder fünf Jahren habe ich mal in einer ARD-Ratgeber-Sendung - also nicht unbedingt ein Sprachrohr der Atomlobby! - einen Beitrag zu diesem Thema gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles sachlich richtig wiedergeben kann, aber ich sag's mal so, wie ich den Tenor dieses Berichts in Erinnerung habe:

Dort wurde gesagt, es gebe internationale Vereinbarungen darüber, wie groß jeweils die Anteile der Stromproduktion aus den unterschiedlichen Energiearten seien, der "Verteilungskuchen" sei somit fixiert und durch das Verbraucherverhalten nicht beeinflussbar. Im Klartext: Wenn ich den anderen Verbrauchern den ganzen Ökostrom wegkaufe, bleibt für die anderen nur noch Atomstrom übrig. Ich bewirke damit nicht, dass mehr Ökostrom produziert wird, da der prozentuale Anteil von Atomstrom, Ökostrom etc. durch Verträge innerhalb Europas festgelegt ist.

Frage an Euch: Stimmt das so, oder hat das mal gestimmt? Ist es jetzt vielleicht anders? Macht es doch Sinn, auf Ökostrom zu setzen? Wer von Euch weiß mehr darüber?

Danke im voraus und

CU
Olaf

Die Welt ist ein Jammertal ohne Musik. Doch zum Glueck gab es Bach, Beethoven, Haendel und Goethe (Helge Schneider)
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Olaf19 Nachtrag zu: „Ökostrom - pro und contra?“
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Um ein Missverständnis auszuräumen: Das ist schon klar, dass niemand bestimmen kann, wie der Strom erzeugt wurde, der bei ihm aus der Steckdose kommt. Das ist aber auch gar nicht entscheidend.

Die Argumentation der Ökostromanbieter ist doch eine andere: Kommt zu uns, zahlt ein paar Euro mehr, und fördert damit die umweltfreundliche Engergieerzeugung - tragt dadurch dazu bei, dass der Marktanteil einer natur-schonenden Stromerzeugung ansteigt. In diesem Zusammenhang ist es völlig uninteressant, ob der Strom, der bei mir aus der Dose kommt, ein anderer ist als bei meinem Nachbarn.

Meine Frage war, ob das prinzipiell denkbar ist, oder ob es sich bei all dem um eine gigantische Milchmädchenrechnung handelt, mit der dem arglosen Verbraucher nur das Geld aus der Tasche gezogen werden soll.

Andreas: Deine Überlegungen zum TransFairhandel finde ich zwar gut, sie gehen aber etwas am Thema vorbei.

TheWasp: Der Hinweis auf die 40 Mio. Autos mag noch so richtig sein - er führt uns aber in der Sache nicht weiter. "Was ist schlimmer als ein böser Bube? - Zwei böse Buben!" So lässt sich alles relativieren, und zu jedem noch so großen Problem auf der Welt findest du ein noch größeres.

Genau so gut könnte man sagen: Es ist schon schlimm genug, dass wir so viel Auto fahren und dass die Autos so viele Schadstoffe ausstoßen - wenigstens die Energieversorgung von Industrie und Haushalten soll endlich umweltfreundlicher werden.

Ob ein Umstieg auf Ökostrom einen Beitrag dazu leisten kann, bleibt allerdings zweifelhaft - nach euren beiden Beiträgen bin ich eher bestärkt in meiner Meinung, dass ich meinen "HEW-Classic"-Stromtarif beibehalten werde. Dafür vielen Dank :-)

CU
Olaf

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