Hallo zusammen!
Kürzlich hatte ich mit ein paar Kollegen eine Diskussion über Ökostrom. Ein Kollege ist sehr überzeugt davon und meint, dafür lohne es sich, ein paar Euro mehr auszugeben. Seine Argumentation: Je höher die Nachfrage nach Ökostrom, desto mehr werde zukünftig davon produziert.
Nun, dass auch die Produktion von Strom aus alternativen / regenerativen Energiequellen nicht immer eine "problemfreie Zone" ist, hat die Diskussion gezeigt, die wir hier kürzlich über Windkraft hatten ("Spargel" im Landschaftsbild, penetrantes Dauergeräusch für die Anwohner, schwankende Effektivität...).
Aber lasst uns das mal nicht wieder aufwärmen - mir geht es um einen anderen Aspekt.
Vor vier oder fünf Jahren habe ich mal in einer ARD-Ratgeber-Sendung - also nicht unbedingt ein Sprachrohr der Atomlobby! - einen Beitrag zu diesem Thema gesehen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich das alles sachlich richtig wiedergeben kann, aber ich sag's mal so, wie ich den Tenor dieses Berichts in Erinnerung habe:
Dort wurde gesagt, es gebe internationale Vereinbarungen darüber, wie groß jeweils die Anteile der Stromproduktion aus den unterschiedlichen Energiearten seien, der "Verteilungskuchen" sei somit fixiert und durch das Verbraucherverhalten nicht beeinflussbar. Im Klartext: Wenn ich den anderen Verbrauchern den ganzen Ökostrom wegkaufe, bleibt für die anderen nur noch Atomstrom übrig. Ich bewirke damit nicht, dass mehr Ökostrom produziert wird, da der prozentuale Anteil von Atomstrom, Ökostrom etc. durch Verträge innerhalb Europas festgelegt ist.
Frage an Euch: Stimmt das so, oder hat das mal gestimmt? Ist es jetzt vielleicht anders? Macht es doch Sinn, auf Ökostrom zu setzen? Wer von Euch weiß mehr darüber?
Danke im voraus und
CU
Olaf
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Hi!
ich denke Strom ist Strom. ;-)
Wo er herkommt ist egal und ich denke nicht, dass es irgendwelche fixen Vorgaben gibt, die besagen, dass Öko-Strom nur zu x% eingebracht werden kann. Sollte es sowas geben, dann hätte der Anteil an Windkraft in den letzetn 15 Jahren nicht steigen könen und dieser Anteil ist gestiegen.
Ich denke aber auch, dass jedem Klar sein sollte, das er nicht bestimmen kann, welchen Strom er verwendet. Anders als beim kauf von fair gehandeletem Kaffee, Tee oder Schokolade.
Wenn ich "Grünen Strom" bezahle, dann unterstütze ich meinen Stromanbieter mit den höheren Gebühren und kann nur hoffen, dass er diese dann verwendet um sie in Umweltfreundliche Energieerzeugung zu investieren. Ich meine einzelne Versorger hätten sogar Spendenquittungen für den Kauf von "Ökostrom" ausgegeben.
Ich sehe das eher pragmatisch: durch die gesetzlichen Vorgaben und die Unterstützung von Alternativen Energien durch die öffentliche Hand, finanzieren wir alle schon so unseren Anteil an "grüner Energie". Da ist der Kauf von "grünem Strom" nicht wirklich nötig. Der Kauf von fair gehandeleten Produkten scheint mir da deutlich sinnvoller zu sein, um die Nachfrage zu heben und den betsändigen Warenfluss zu sichern.
Die Situation in der Energieerzeugung mag sich allerdings auch wieder ändern, wenn die nächste(?) Regierung die Förderprogramme wegstreicht, dann kann der Kauf von "grüner Energie" sinnvoll sein, um die Unterstützung von alternativen Energien durch die Versorger hochzuhalten (die investieren da ja nur, wenn es sich für sie lohnt).
Bis denn
Andreas
