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Erfahrung - DELL Precision-Notebook sticht ein HP-Elitebook aus

schuerhaken / 2 Antworten / Flachansicht Nickles

Vorgeschichte

Michael Nickles hatte oft von seinem betagten ThinkPad geschwärmt. Er trommelte auch oft für die Anschaffung gebrauchter „Profi“-Notebooks. Mit eindeutiger Betonung auf „Profi“. Dem stand ich jedoch sehr skeptisch gegenüber. Das änderte sich, nachdem ich einen Sachbearbeiter beim Straßenverkehrsamt kennen lernte, der mir von seiner Schwester erzählte. Die hatte ein kleines Unternehmen gegründet, in dem mit einem halben Dutzend Notebooks gearbeitet wurde. Diese waren von DELL und HP, besaßen alle eine Zahlenblock-(Voll)Tastatur und einheitlich einen Bildschirm mit 1600 x 900 Pixeln. Alle diese Rechner waren so genannte „Refurbished“-Notebooks und kamen mit Garantiezusagen von Händlern.

Also ließ ich mich darauf ein, mir von ‚meba-systems’ einmal ein Lenovo ThinkPad T410i mit einer i5-CPU kommen zu lassen. Dieser Rechner hatte einfach etwas sehr Elegantes und Dezentes an sich, das Vertrauen erweckte. Erst nach einer Weile stolperte ich dann über die unzureichende Grafik. Diese war im Prozessor integriert. Aber es handelte sich noch nicht um eine „Sandy“- oder „Ivy“-Bridge-HD-Grafik, sondern nur um einen Vorläufer davon. Diese Grafiklösung überhitzte den Prozessor beim Rendern längerer Videos und brachte das ThinkPad zum Absturz.

Für höhere Belastungen und mit dem Hintergedanken, dadurch den Desktop für Bürozwecke durch ein Notebook ablösen zu können, war kurz danach auch ein HP-Elitebook 8540w mit i7-CPU angeschafft worden. Dieses Notebook erfüllt in allen Bereichen die Erwartungen. Es macht sogar beim Videoschnitt eine gute Figur. Auffällig jedoch: Sobald bei höherer Last die CPU-Temperatur über 70 Grad Celsius ansteigt, meldet sich der Lüfter in auffallender Weise. Sein Geräusch hebt sich dann deutlich von den üblichen Umgebungsgeräuschen ab. Das tut nicht weh, fällt aber immer wieder auf, wenn der Rechner durch umfangreiches Rendern von Videomaterial gefordert wird.

Aktuell

Das ThinkPad wurde weitergereicht an jemanden, der eine passende Verwendung dafür hat. An seine Stelle trat ein DELL PRECISION M4500 mit einer i7-CPU und einer Nvidia-Grafikkarte Quadro FX 880M (ebenfalls von ‚meba-systems’). Mit vier Kernen und weiteren vier HT-Kernen mochte die Rechenkraft in der Hauptsache für SoHo auf jeden Fall ausreichen.

DELL M4500

Statt nur eines Rechners kam jedoch auch noch ein Sack voller Überraschungen. Beim ThinkPad war bereits aufgefallen, wie sehr sich der Hersteller Lenovo um einen guten Support bemühte, und zwar insbesondere was die Versorgung mit aktuellen Treibern betraf. Da hob sich der „Profi“-Bereich bereits deutlich und sehr angenehm vom „Consumer“-Bereich ab, in dem es nicht selten rüde und abenteuerlich zugeht. Der Support für das HP-Elitebook legte hingegen noch gehörig was drauf: Geradezu „paradiesische“ Verhältnisse!

Doch DELL stellte das alles sogar noch in den Schatten.
Man muss das erleben, statt sich eine ausreichende Beschreibung zu erhoffen. Zunächst bietet DELL über das Internet an, den Rechner nach „Service-Tag-Nummer“ (601JYN1) und „Express-Servicecode“ (13063304989) zutreffend identifizieren zu lassen. Danach erhält man das Angebot, das Gerät über eine Ferndiagnose untersuchen zu lassen. Bei der Hardware wird all dieses geprüft: Batterie - Bluetooth-Gerät - CMOS - CPU - DVD-RW Laufwerk - HD Audio Ansteuerung - Hub - IEEE 1394 Kontrollgerät - Speicherkapazität - Netzwerkkarte - PCI-Bus - Kartenbus Brücke - PCI Express - PCI Brücke - Soundkarte - Festplatte - Systemplatine - USB Composite und Grafikkarte. Es beruhigt sehr, dass alle Tests einwandfrei bestanden wurden. Auch spricht das für den Lieferanten, der ja schließlich „nur“ ein gebrauchtes „refurbished“ Notebook geliefert hatte. Er hatte in seinem Angebot („Gebraucht & Generalüberholt“ - „technisch einwandfrei“) nicht zu viel versprochen.

Das Wesentliche - über die Hardware hinaus - kommt hier jedoch ebenfalls vom Hersteller: Information und Service. Im Taskbereich fällt ein Icon mit einem Schraubenschlüssel auf. Klickt man darauf, öffnet sich ein Tool, durch das man seinen Rechner sehr gut „im Griff“ haben kann. Für umfassende Informationen zum Rechner muss man nicht erst „Everest“ oder „Aida“ bemühen (Beispiel: Hier). 

Das mag vielen Leuten unwichtig scheinen, doch wenn man immer wieder erlebt, wie im Internet Fehler gemeldet werden und um Hilfe ersucht wird, ohne dass zum benutzten System irgendwelche Informationen geliefert werden, ist das keineswegs unwichtig. DELL geht ja noch weiter und bietet über dieses „My Dell“-Tool auch ausführliche Hinweise zur Behebung von zahlreichen denkbaren Unstimmigkeiten an. Das alles macht zumindest einen guten Eindruck und bestätigt, dass man sich mit einem „Profi“-Notebook in einer ganz anderen Sphäre bewegt als mit einem Consumer-Gerät, bei dessen Erwerb man die berüchtigte „Service-Wüste“ nicht selten gleich mit kauft. Zwar hat beispielsweise MEDION dazu gelernt und reagiert zumindest in Garantiefällen gewöhnlich sehr zügig, doch die generellen Klagen über viele Anbieter im Internet hinsichtlich Service und Treiberaktualisierungen reißen nicht ab. Die Hauptsache bei jedem Anwender dürfte jedoch sein, das er ein ordentliches Betriebssystem benutzt und es sich nicht mit unnötigen Spielereien verdirbt. Wer ständig irgendwelche Programme aus dem Web herunterlädt und „mal eben ausprobieren“ möchte, sollte dazu ein zweites System benutzen, das er notfalls aus einer Spiegelung wieder zurücksetzen kann.

Zu der Softwareseite kommt nun noch der äußere Eindruck, den das DELL-Notebook vermittelt. Allein schon der Deckel mit seiner Struktur, mit seinem Bürsten-Look und mit dem DELL-Schriftzug fällt gegenüber der Gestaltung bei anderen Notebooks sehr auf. Aber dafür kann man sich nichts kaufen; zudem sieht man den Deckel beim Arbeiten sowieso nicht. Dafür zählen die „inneren Werte“ umso mehr. DELL bietet ein Tri-Metall-Gehäuse: Magnesiumlegierung, eloxiertes Aluminium am Displaydeckel und ein pulverbeschichtetes Magnesium-Chassis sorgen für eine sehr gute Stabilität mit ausreichendem Schutz gegen Druck- und Verwindungenkräfte. Das M4500-Modell entspricht sogar dem MIL-STD-810G-Militärstandard. Doch trotz „Leichtbauweise“ lastet dieses Notebook mit exakt 3.000 Gramm auf der Waage. Dazu trägt hier der etwas hervorstehende Akku bei, der mit mehr Zellen und erhöhter Kapazität bei mittlerer Belastung (Office) deutlich über vier Stunden durchhält. Das ist angesichts einer energiehungrigen i7-CPU und einer auch nicht gerade äußerst genügsamen Grafikkarte sehr beachtlich. Damit ist professionelles mobiles Arbeiten ausreichend gewährleistet.  

DELL versus HP

Flotte Nachbarn

Im Vergleich mit dem HP-Elitebook schneidet der DELL in allen Punkten bis auf einen besser ab. Beim Platzbedarf auf dem Tisch liegen sie gleichauf. Auch die Displays gleichen sich bis auf den Umstand, dass der DELL etwas besser mit Farben umgeht. Das freilich kann (bis auf echte Messungen) auch als „Geschmacksfrage“ angezweifelt werden. Außer Zweifel dagegen dürfte sich die Empfehlung bewegen, einen solchen Rechner nur mit einem zeitgemäßen, ausgereiften Betriebssystem (hier: Windows 7 Professional) und mit 8 (acht!) GB RAM zu betreiben. Heutige Programme sind oft immer fettleibiger und gefräßiger geworden, so dass bei Multitasking und nur 4 GB RAM nicht selten die Auslagerung einspringen muss und der Rechner sogar in lästiger Weise lahmen kann. Zur Nutzung eines Speichers von über 4 GB gehört natürlich auch ein 64-bit-System, selbst wenn einige ältere Programme aus der XP- oder VISTA-Ära dann nicht mehr funktionieren. Benötigt man solche Programme wirklich, kann man sich ein dafür passendes virtuelles System einrichten.

Der HP und der DELL arbeiten mit ihren jeweils 8 GB RAM sehr flüssig und auffallend reaktionsschnell auch bei Multitasking. Beide Rechner erhielten zudem SSD-Hardware. Eine entsprechende Umrüstung ist übrigens jedem zu empfehlen, und zwar nicht nur, weil Systeme dadurch spürbar schneller starten. Denn sollte es - speziell bei Multitasking - einmal eng werden, arbeitet auch die Auslagerungsdatei (pagefile.sys) nicht von einer mechanisch aufwendigen und langsameren Harddisk, sondern aus dem Speicher einer rein elektronischen SSD. Für die meisten Anwender wird das keine große Rolle spielen, wenn sie die Rechner für Büroarbeiten verwenden und für die Kommunikation benötigen. Sehr anspruchsvolle Gamer orientieren sich sowieso anderweitig... - Und rein von der Größe her taugen der HP und der DELL auch nichts für den Gebrauch vom Sofa aus.

Will man - wie hier oft üblich - zu Informationen aus dem TV weitere Information aus dem Internet holen, ist eher ein kleiner „Convertible“-PC nützlich, bei dem man das Display sogar abnehmen und als Tablet nutzen kann. 

Es gibt nun noch einiges anzumerken, was Unterschiede zwischen den beiden Notebooks angeht. So ist der Wechsel eines DVD-Laufwerks beim HP vergleichsweise umständlich. Beim DELL funktioniert der Wechsel so einfach und bequem, dass man es sich bequemer kaum vorstellen kann.

DVD-Laufwerk-Wechsel

Beim DELL drückt man auf einen Steg, wonach eine Lasche zum Vorschein kommt, an der man das DVD-Laufwerk herausziehen kann. So schafft man Platz für einen Adapter, in dem sich ein zweites SATA-Festplatten-Laufwerk unterbringen lässt. Ein solcher Adapter wurde bei AMAZON für gerade mal EUR 9,99 gefunden. Er ist voll kompatibel und weist sogar auch diese Lasche auf.

Kaum etwas zu meckern

Einen weiteren Unterschied erlebt man mit den Tastaturen. Das HP-Elitebook hat eine Volltastatur mit Zahlenblock. Wer bislang nur mit einer solchen Tastatur gearbeitet hat, wird sie beim DELL vielleicht vermissen. Einem Buchhalter wird die DELL-Tastatur kaum zusagen. Wer jedoch nur sporadisch mit Zahlen zu tun hat, kommt auch ohne Zahlenblock ganz gut klar. Der DELL hätte für eine Volltastatur sehr wohl Platz gehabt, denn er ist ebenso breit wie der HP. Der Platz rechts und links neben der schmaleren Tastatur nutzte DELL zur Unterbringung von Lautsprechern unter breiten Lochblenden.

Was jedoch etwas ärgert ist der Slot für SD-Karten. In ihm verschwindet eine SD-Karte vollständig. Aber um diese einrasten zu lassen, genügt nicht der Druck mit einer Fingerkuppe. Man muss schon sehr gezielt mit dem Fingernagel nachhelfen, um die Karte tief genug eindrücken zu können. Dann jedoch wird sie - wie alles, was über USB anfliegt - zuverlässig erkannt und über die Auswahl zugänglich gemacht.

Der DELL wacht aus dem „Ruhezustand“ oder aus „Energie sparen“ schneller auf als der HP (bis jetzt noch). Aus „Energie sparen“ zeigt er beim Aufklappen sofort den Desktop mit der letzten Arbeitssituation. Also wird er wohl als Arbeitsplatzrechner für den 24/7-Einsatz ins Arbeitszimmer wandern und einen i7-Desktop ablösen. Der braucht dann nicht mehr den ganzen Tag leicht vernehmbar vor sich hin surren und kann in die Rente (in einen Schrank) wandern. Der HP kommt dann im Wohnraum in eine unauffällige Ecke, um schnell „on hand“ zu sein, wenn eines der kleinen Geräte nicht reicht. Da spielt es dann auch keine Rolle, dass er bei höherer Last seinen Lüfter vernehmbar surren lässt. Schön wäre es allerdings, wenn man über ihn sagen könnte, was ein Anwender in seiner Kritik zum DELL anmerkte: „Der M4500 ist sehr leise. Im Officebetrieb läuft der Lüfter entweder gar nicht oder auf einer auch in ruhiger Umgebung quasi unhörbaren Stufe.“ Es wird also jetzt sehr ruhig im Arbeitszimmer. Und tröstlich mag auch sein: Es gab mit den Profi-Notebooks bislang noch keinen einzigen Absturz.

(Anmerkung: Beide beschriebenen Modelle sind zur Zeit nicht im Angebot des genannten Händlers und kommen wahrscheinlich auch nicht so schnell wieder vor; es handelt sich also nicht um eine versteckte Werbung.)

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Habe das Unboxing und einen ersten Start des Dell Precision M3800 auf YouTube hoch geladen.

Ein echt starkes Gerät und super schnell.

Kommentare dazu, gerne unter dem Video :-)

 https://www.youtube.com/watch?v=evb1ImiEtH0

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