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Warnung: riskante Datensynchronisation bei Telekom-Cloud-Speicher

Michael Nickles / 8 Antworten / Flachansicht Nickles

Anfang März habe ich im Beitrag Unkalkulierbares Datenverlustrisiko bei Telekom Cloud-Speicher? berichtet, dass ich den Verdacht habe, dass beim Telekom-Cloud-Dienst (genannte "Mediencenter") etwas böse schief läuft, bei Syncronisation zwischen mehreren Rechnern, die Gefahr eines unkalkulierbaren Datenverlusts besteht.

Zeitgleich mit meinem Bericht im März, habe ich die Telekom vom Problem detailliert unterrichtet und das Problem wurde dort untersucht. Inzwischen hat die Untersuchung leider den Stand erreicht, dass die Telekom keinen Fehler in ihrem Synchronisations-Mechnismus findet, mein Problem nicht rekonstruieren kann.

Ich muss aber leider bestätigen, dass das Problem immer noch existiert, da es vor wenigen Tagen erneut geschehen ist: die fehlerhafte Datensynchonisation hat mein wichtigstes Arbeitsdokument - eine Textdatei, in der ich meine aktuellen Beiträge verfasse - ungefragt in den Müll geschmissen. Konkret zum Vorgang:

Mittwoch, 16.4.2014, 23:10 Uhr: Ich schreibe nachts die letzen Änderungen in meinem Dokument mit Word an meinem Desktop-PC. Das Dokument wird gespeichert, Word beendet, die Kiste heruntergefahren. Mit Runterfahren meine ich komplett runterfahren, also kein Ruhezustand oder so was.

Donnerstag, 17.4.2014, ca 10.00 Uhr: Ich will an dem Dokument weiterarbeiten. Der  Desktop-PC wird hochgefahren, Word gestartet:

Wie im Bild zu sehen, ist meine wichtige Textdatei "!2014-Neues-Material.doc" im Datei-Menü von Word unten noch als die zuletzt verwendete Datei aufgelistet. Der Versuch sie zu starten scheitert aber.

Es kommt nur ein Hinweis, dass beim Öffnen der Datei ein Fehler auftrat. Konkret meint Word in diesem Fall damit, dass die Datei schlichtweg nicht mehr existiert.

Ein Normalanwender hat hier gewiss verloren. Aus meinen vorherigen schlechten Erfahrungen mit dem Telekom-Cloud-Speicher habe ich allerdings gleich mal im Windows-Papierkorb nachgeguckt. Und siehe da:

Wie schon bei den Problemen zuvor wurde die Textdatei irgendwie von irgendwas in den Papierkorb befördert. Und zwar um 10.12 Uhr. Das war in etwa der Zeitpunkt, als ich den PC hochgefahren wurde. Meine wichtige Textdatei verschwand also einfach automatisch in den Papierkorb.

Ich machte mich auf die Spurensuche. Aus einem simplen Grund. Vor dem Desktop-PC hatte ich an diesem Tag früh morgens um ca 7.30 Uhr meinen Laptop hochgefahren. Exakt dieser Laptop hat als einziger Rechner neben meinem Desktop PC die Mediencenter-Software der Telekom drauf, die sich um das Synchronisieren der Daten kümmert.

Mit Hochfahren des Laptops wurde natürlich auch die darauf befindliche Synchronisations-Software der Telekom gestartet. Eigentlich hätte sie schnallen müssen, dass sich mein zu synchronisierender Datenbestand, unter anderem meine Textdatei durch Bearbeitung mit dem Desktop PC, geändert hat. Das hat sie aber nicht.

Eine Untersuchung des Laptops ergab, dass die wichtige Textdatei - wie auch auf dem Desktop PC - aus dem Synchronisations-Verzeichnis des Laptops einfach verschwunden war. Ich warf einen Blick in den Papierkorb des Laptops:

Auch auf dem Laptop war die Textdatei !2014-Neues-Material.doc in den Papierkorb gewandert. Es handelte sich dabei um die identische Datei mit letzter Änderung vom 16.4.2014, 23.10 Uhr.

Wichtig zu wissen: mein Laptop wird nie komplett ausgeschaltet, er dämmert im Ruhezustand rum, bis er per Power-Taste wieder aktiviert wird. Ob die Telekom-Synchronisations-Software in diesem Zustand alle Weile aktiv werden kann, weiß ich nicht. Auf jeden Fall war auf dem Laptop Word nicht im Laufen und auch war die betroffene Textdatei dort mit keinem anderen Programm geöffnet.

Abseits des Datenverlustrisiko-Problems habe ich inzwischen ein weiteres sehr ärgerliches Problem mit dem Cloud-Speicher der Telekom. In meinem Synchronisations-Verzeichnis habe ich auch ein Verzeichnis, in dem ich die Bilder für meine Beiträge speichere. Diese Bilder werden in Word als Verknüpfungen eingebunden, wie man es halt so macht, wenn Texte auch Bilder beinhalten.

Seit einigen Wochen tritt das Problem auf, dass in Word eingebundene Bilder plötzlich nicht mehr angezeigt werden, weil die Verknüpfung futsch ist. Eine Untersuchung des Problems ergab das hier:

Hier vier Bilder aus meinem Bildverzeichnis. Den Dateinamen wurde jeweils ein "(1)" hinten dran gehängt.  Sie wurden also automatisch umbenannt und drum funktionieren die Verknüpfungen in Word nicht mehr. Warum diese Umbenennungen erfolgen, weiß ich nicht - das scheint völlig unkalkulierbar zu passieren.

Leider lässt sich das Problem ums Verrecken nicht lösen. Zwar kann man die Dateien umbenennen, aber nach ein paar Sekunden kriegen sie automatisch wieder das (1) drangehängt. Schuld ist auch hier definitiv der Synchronisations-Mechanismus der Telekom. Der Unsinn lässt sich live am Bildschirm mitverfolgen:

Links: Die Synchronisations-Software hat eine Datei namens "2014.mediencenter-01.jpg" fälschlicherweise in "2014.mediencenter-01 (1).jpg" umbenannt. Die Datei wird manuell zurück in "2014.mediencenter-01.jpg" umbenannt. Wenige Sekunden später dreht sich unten in der Taskleiste das Telekom-Mediencenter-Bildsymbol, zeigt an, dass "Daten synchronisiert" werden. Ein paar Sekunden ist die Synchronisation erledigt (Bild rechts) und die Datei wurde wieder automatisch fälschlicherweise in "2014.mediencenter-01 (1).jpg" umbenannt.

Für dieses zweite Problem fand ich (glaub ich) dann doch eine Lösung: es kommt drauf an, auf welchem der Rechner die Umbenennung der Datei durchgeführt wird. Auf meinem Desktop PC (die Bilder zuvor) klappte es ums Verrecken nicht. Ich habe die Datei testweise auf dem Laptop umbenannt und das funzte. Auch im Verzeichnis des Desktop PC hieß sie dann richtigerweise "2014.mediencenter-01.jpg".

Dieses zweite Problem ist also lösbar, aber keinesfalls lustig. Die anderen drei Billddateien, die hartnäckig falsch umbenannt werden, habe ich mal nicht mit dem Laptop umbenannt sondern falsch belassen. Es kann irgendwie nicht sein, dass Dateien eines Synchonisations-Datenbestands nur auf einem bestimmten verbundenen Rechner umbenennbar sind.

Den aktuellen Problemstand habe ich erneut der Telekom mitgeteilt und warte auf Antwort. Bislang geriet die nähere Untersuchung des Problems ins Stocken, weil ich keine Möglichkeit habe, das Verhalten der Mediencenter-Synchronisations-Software zu "debuggen". Sprich: es existiert leider keine Möglichkeit die Protokollierung einer Log-Datei zu aktivieren, in der aufgezeichnet wird, wann die Syncronisations-Software exakt was tut.

Es mag durchaus sein, dass in meinem "Setup" der zu synchronisierenden Rechner irgendwo der Wurm drinnen ist. Ein Cloud-Produkt, das auch Datensynchronisation anbietet, darf aber auf keinen Fall Daten löschen beziehungsweise neuere Versionen durch ältere ersetzen. Drum aktuell meine Warnung vor der Nutzung der Telekom-Cloud für Datensynchronisation.

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Schlimmer geht immer: ... mi~we
OliverSte Michael Nickles „Warnung: riskante Datensynchronisation bei Telekom-Cloud-Speicher“
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Hi Mike,

ein sehr schöner Beitrag, danke sehr! Der geschilderte Fall beschreibt mein Problem 1:1.

Ich bearbeite auf einem Desktop-PC im Büro meine Zeiterfassung (Exceldatei), die im Mediencenter Verzeichnis liegt. Der PC wird abends vollständig heruntergefahren und die Synchronisation ist zu dem Zeitpunkt abgeschlossen.

Zu Hause steht ein Notebook, auf dem ebenfalls die Mediencenter läuft. 

Nun kommt es vor, dass morgens eine alte Datei mit dem Namenszusatz (1) im Mediencenter liegt. Die gestern Abend gespeicherte ist weg! Ich habe allerdings noch nie im Papierkorb nachgesehen, mache ich beim nächsten Mal. 

So intensiv wie du habe ich mich mit dem Problem noch nicht auseinandergesetzt, aber wenn ich darüber nachdenke, kann es sein, dass das Problem genau dann auftritt, wenn abends der Laptop in Betrieb genommen wird. Die besagte Datei wird dabei allerdings nicht angefasst, jedenfalls nicht von mir. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob der Laptop nicht doch die ganze Zeit läuft und das Problem nur auftritt, wenn ich ihn mal zwischendurch herunterfahre oder andersrum. Es ist müssig, das herauszufinden.

Vielen Dank für den Artikel zur Bestätigung.

Viele Grüße,
Oliver

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