Hallo,
ich bin ein absoluter Linux Neuling. Habe jetzt neben XP Ubuntu 7.10 auf meinem Rechner und bin eigentlich - nach einigen Anlaufschwierigkeiten - begeistert.
Unter Windows gibts ja verschiedene Tools bzw. Möglichkeiten die IP Adresse des eigenen Rechners zu verbergen. Sowas müsste es doch auch unter Linux/Ubuntu geben bzw. wie funktioniert das? Irgendwie bin ich in den Ubuntu Foren nicht so richtig schlau geworden....
Linux 14.981 Themen, 106.343 Beiträge
Das Verbergen der eigenen IP-Adresse ist nur über Umwegen möglich. Das ist sogar wörtlich zu verstehen.
Möglichkeiten:
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1. Dein Rechner wählt sich bei einem anderen Rechner ein, der dann für Dich Deine gewünschten Seiten abruft und an Dich weiterleitet. Dabei weiß nur dieser vermittelnde Rechner Deine IP-Adresse. Du bist dabei darauf angewiesen, dass die Besitzer dieses Rechners die Protokolldateien nicht herausgeben.
2. Du nutzt mehrere dieser Rechner, die jeweils ihre Anfragen untereinander weiterleiten. Der erste Rechner kennt Deine IP und der letzte Rechner (der sog. Exit-Server oder Exit-Nodes) lädt die Internetseite und gibt dabei seine IP weiter. Man bezeichnet das als Zwiebelprinzip.
Gerade hierbei kennst Du die Besitzer der weiterleitenden Rechner nicht. Mit Sicherheit kann man davon ausgehen, dass einige dieser Rechner Regierungsbehörden ebenso wie Passwortfängern gehören. Schickst Du also ein Passwort unverschlüsselt durch die Rechnerkette, kann es sein, dass es zwischendurch gelesen wird. Ebenso kann es natürlich sein, dass man gerade wegen der Nutzung einer Rechnerkette zufällig überwacht wird. Im Internet sind Berichte zu lesen, wie Personen massiv unter Druck gesetzt wurden, ihre TOR-Rechner stillzulegen!
Eine IP ist nicht zu verbergen, weil die Daten der Webseite wissen müssen, wo sie hinsollen. Klingt logisch, ist auch so.
Es ist nur möglich, dass dem Besitzer der angesurften Webseite, die IP eines weiterleitenden Rechners angezeigt wird. Die Rückverfolgung bis zum letzten Rechner, also bis zu Deinem Rechner, kann unmöglich werden, wenn dabei Ländergrenzen überschritten werden und mehrere Rechner dazwischenhängen, die die Daten nur sehr kurzfristig speichern.
Punkt 1 bieten einige Unternehmen an. In Deutschland sind natürlich auch diese Unternehmen dazu verpflichtet, die Daten auf Verlangen der ermittelnden Behörden rauszugeben.
Punkt 2 bietet das Programm tor an. Mit der Firefox-Erweiterung tor-button und vidalia ist es einfach, eine Rechnerkette zu nutzen.
Selbst mit tor bist Du *nicht* anonym, wenn Du
- an einen Rechner gerätst, der "kompromittiert" ist
- Du Deine Daten/ Passwörter unverschlüsselt übertragen lässt
- Deine Email-Adresse bei einer evtl. Registrierung an Dich selbst gerichtet ist und Du bei diesem Provider korrekt registriert bist
- Du nicht das Mitsenden weiterer Daten (Browser-Version, bevorzugte Sprache, Betriebssystem, bevorzugte Auflösung) unterbindest.
- Du Dir einen Trojaner eingefangen hast, der Daten von Dir gleich mitversendet.
Zudem dauert die Datenübertragung durch eine Rechnerkette hindurch sehr lange! Damit ist also ein Download größerer Datenmengen nicht mehr möglich.
Diese Methode, wobei bei tor die Rechner in der Kette ständig wechseln, ist eher für Textarbeit geeignet.
Es stellt sich also hier die Frage, wovor man Angst hat und wenn man sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung durchsetzen möchte, dies nicht zumindest *auch* politisch tun sollte.
Wie auch immer:
tor -> http://wiki.ubuntuusers.de/Tor?highlight=%28tor%29
vidalia -> http://wiki.ubuntuusers.de/Vidalia?highlight=%28vidalia%29
torbutton -> http://www.netzwelt.de/browser/firefox.html
und zu guter Letzt:
http://www.informationelle-selbstbestimmung-im-internet.de/
denn ohne dem, ist alles obige Quatsch.
Fazit:
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Ein Heidenaufwand für was?
Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung kann man gut mit dem letzten Link und politischer Meinungsäußerung (verzögert) durchsetzen.
Das Unrecht auf bestimmte P..-Bilder natürlich nicht. Man muss bedenken, dass auf der anderen Seite echte Menschen sind.
Musik kann man über Internetradios etc. hören und downloaden. -> last.fm
Videos gibt es in der Videothek oder am Kinotag mit Freunden
Fernsehen gibt es über onlinetvrecorder.com
Besser so: onlinetvrecorder.com; onlinemusikrecorder.com; songxa; last.fm; grooves
