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openSuse: grub in root-, bootpartition oder mbr: Unterschied?

Manfredtiel / 17 Antworten / Flachansicht Nickles

hallo Leute,
ich habe open suse 10.3 installiert. Außerdem habe ich noch xp und vista drauf. Installationsreihenfolge: xp, dann vista, dann linux. Linux lässt einstellen, wo grub installiert wird:

Rootpartition
Bootpartition
mbr

ich habe root gewählt, kenne aber den Unterschied nicht. Was ist der Unterschied Root zu bootpartition?

Folgendes Problem (daher die frage):
Als Bootmanager habe ich Acronis Disk Director. Dessen OS Selector installiert. Der erscheint beim hochfahren des PCs korrekt. Wenn ich jetzt Vista oder XP wähle, erscheint ein neuer Bootmanager, nämlich der von Vista. Darin muss ich erneut wählen. Wenn ich im OS Selector Linux wähle, erscheint der Bootmanager Grub mit dessen auswahl Windows und Linux. Darin muss ich wieder erneut auswählen.

Kann mir mal jemand erklären, wie und wo diese ganzen Bootmanager gespeichert werden. Reicht da nicht einer aus, der von OS Selector??
Kann man das Aufrufen des zweiten bootmanagers irgendwie ausschalten, so dass nach Wahl des Betriebssystems im OS Selector sofort das entsprechende OS gestartet wird?

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Lukas9Gelöscht Manfredtiel „Hier steht nun was anderes drin über den Bootmanager:...“
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@Manfredtiel:

Der Wikipedia-Artikel ist irgendwie komisch geschrieben, ich versuch dir das mal zu erklären, und zwar anhand realer Beispiele:

Also da gibt es einmal den MBR. Das sind die ersten 512 KB der Festplatte. In diesem "Master Boot Record" ist der Bootmanager installiert. Stell dir mal einen großen Bahnhof vor. Das wäre dann der MBR. Und dann gibt es da natürlich noch Gleise, die zu verschiedenen Orten führen. Diese Gleise heißen Bootsektoren, die "verschiedenen Orte" sind deine Betriebssysteme, wie z.B. Windows oder openSuSE oder vielleicht auch DOS. Du wählst also im Menü des Bootmanagers im MBR (das kann z.B. GRUB sein, aber auch z.B. der von XP) sozusagen den Bootsektor des Betriebssystems aus, welches du starten möchtest. Oft sind diese in verschiedenen Partionen eingerichtet. Bei Windowssystemen, die über GRUB gestartet werden, ist dazu noch der "chainloader +1" Befehl notwendig, damit der erste Sektor der Partition, der Bootsektor, das Betriebssystem laden kann. Das isi so, weil Windows anders als Linux aufgebaut ist.

Und jetzt komme ich auf deine eigentliche Frage: Was ist der Unterschied? Nun, wenn du GRUB im MBR installierst, wird dein aktueller Bootmanager überschrieben und es werden (meist automatisch) Einträge für deine Betriebssysteme angelegt. (
/---------> XP (Partition 1)
|/---------> Vista (Partition 2)
GRUB (im MBR) ------------------ \---------> Linux (Partition 3)


Die Partitionsaufteilung ist hier nur ein Beispiel, es könnte bei dir auch anders sein.
Bei diesem Beispiel würde beim Starten des PCs der GRUB geladen werden, und du könntest zwischen Windows XP, Windows Vista und Linux auswählen.
Dieser Aufbau ist aber nicht immer so gewollt. Deswegen kann man (aber hier bin ich mir nicht ganz sicher) den Bootloader auch nur am Anfang der Partition installieren, also das "Linux-Gleis" umbauen.


/---------> XP (Partition 1)
|/---------> Vista (Partition 2)
Acronis (im MBR) ---------------- \---------> GRUB ------ \
Linux (Part. 3)

Soweit ich verstanden hab, sieht es bei dir momentan so aus:


/---------> XP (Partition 1)
|/---------> Vista (Partition 2)
Acronis (im MBR) ----- |
| / XP (Partition 1)
\ ----> GRUB ------
\ Linux (Partition 3)

(oder so ähnlich).

Deine Festplatte ist nun richtig durcheinander!

Lange Rede, kurzer Sinn: Installiere GRUB in den MBR und dann sollte alles seine Richtigkeit haben. Ansonsten müsstest du von Linux (bzw. vom GRUB) den Bootsektor erneut erstellen, ich weiß aber nicht, wie das geht. Aber es sollten ja noch andere hier vorbeischauen.

Hoffe, dich nicht allzu sehr durcheinander gebracht zu haben :-)

PS: Mit Rootpartition ist die Linuxpartition gemeint (hier mit Partition 3 gekennzeichnet). Wenn du den Bootloader in die Rootpartition installierst, wird der MBR nicht überschrieben. Dies entspräche dann dem letzten Beispiel.

Wenn du in die Bootpartition installieren würdest, würdest du denn Bootlader auf die aktive Partition installieren, das ist die Partition, die automatisch geladen werden würde, wenn der Standard-MBR installiert ist, also ohne Betriebssystemauswahl(?). Hier wird der MBR ebenfalls nicht gelöscht.

Wie gesagt, wäre die Installation des GRUB in den MBR die einzig gute Lösung. Dann hast du nur noch ein Menü, wo du zwischen XP, Vista und Linux wählen könntest.

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