Linux 15.012 Themen, 106.857 Beiträge
Der Fortschrittsbalken gehört "zum Glück nur" IBM. Die haben viele ihrer Patente der OpenSource Community zur Verfügung gestellt. Solange sie dabei bleiben ist's noch halbwegs OK. Weniger OK finde ich, dass solche Dinge, die eigentlich Prior Art sind, überhaupt patentiert werden können. Da gehört das Patentamt beschuldigt. Für z.B. den Pharma-Bereicht gibt's ja auch Experten, die beurteilen können, ob etwas trivial ist. Ein Verfahren zur Erzeugung von Kohlendioxid durch Erhitzung von Kohlenstoff unter Sauerstoffzufuhr könnte ich vermutlich auch nicht patentieren lassen. Wieso gibt es für die Informatik keine fähigen Experten, die Trivialpatente beurteilen können?
Zur Microsoftschen Patentätigkeit: Nachdem es seit 1990 oder noch länger schon Windowmanager für X11 (d.h. Unix) gibt, welche auch mehrere virtuelle Arbeitsflächen erlauben, bekam Microsoft etwa im Jahr 2004 den Zuschlag auf ein Patent für mehrere virtuelle Arbeitsflächen. Somit verstösst praktisch jeder Anwender eines Linux-Desktops gegen ein Microsoft-Patent. Wohlgemerkt, ein Patent das sowas von Prior Art ist, dass es schon fast als Musterbeispiel für die Abschaffung von Softwarepatenten dienen muss.
Übrigens, Bill Gates gab 1991 mal eine interessante Aussage zu Patenten von sich:
If people had understood how patents would be granted when most of today's ideas were invented and had taken out patents, the industry would be at a complete standstill today. ... The solution is patenting as much as we can. A future startup with no patents of its own will be forced to pay whatever price the giants choose to impose. That price might be high. Established companies have an interest in excluding future competitors.
(gefunden hier: http://swpat.ffii.org/archiv/zitate/index.de.html#bgates91 )
