Bei Zeitungen wird vermehrt die Schlussredaktion eingespart, Geiz ist geil.
www.netzeitung.de/medien/389791.html
Vor ein paar Jahrzehnten war mir in der Lüneburger Landeszeitung der Werbeslogan "Auch ihre Familienanzeige gehört in die LZ" aufgefallen. Der Slogan stand als Spruchband unten auf allen Anzeigeseiten, auch auf der Seite mit den Todesanzeigen. Na, ich kannte ein paar Studenten, die als Nebenverdienst Lektorat bei der Zeitung machten, flott und billig und schlecht. Der Spruch verschwand unter den Todesanzeigen.
Aber der Sparkurs bei der Landeszeitung scheint noch immer zu gelten, anscheinend gibt es keine Schlussredaktion, die LZ musste sich für einen entsetzlichen Faux Pas entsschuldigen:
Wir brauchen die Ostseepipeline
Nun bin ich neugierig, was Gruner & Jahr in den nächsten Jahren alles verzapft, unverarbeitete Vergangenheit ist besonders tücksch bei freudschen Fehlleistungen.
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Naja, Freudsche Fehlleistung wird doch gemeinhin mit verhinderter Absicht gleichgesetzt
Man spricht nicht von Fehlleistungen, um jedes Versprechen, Vergessen und jede Fehlhandlung zu bezeichnen, sondern im Hinblick auf eine Absicht, deren Verwirklichung dem Subjekt gewöhnlich gelingt und deren Misslingen es einzig seiner Unaufmerksamkeit oder dem Zufall zuschreibt. (Lapsus Linguae)
Das erschien mir auf den ersten Blick als die Botschaft deines Threads, der Aspekt des verzichtbar durchrationalisierten Journalismus leuchtet mir hingegen ein.
@olaf
"Makaber" ist sicher das richtige Wort für diese Werbe-Platzierung, aber so etwas passiert eben durch "Unachtsamkeit" (Tilos Kritik) oder zufällig. Ich habe mir vor Jahren mal den Streifen "Der Exorzist" bei RTL angeschaut, als dort eben das besessene Kind den Exorzisten im hohen Bogen mit Kotze vollgespeit hat, unterbrach RTL den Film unmittelbar mit einem "Unox"-Suppen Spot. Wie ich später las war hier die Assoziation für jeden so offensichtlich, daß RTL Unox entschädigen musste. Aber man musste es halt zunächst mal im Zusammenhang gesehen haben, um darauf zu kommen.
