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Elko ab :-(

JiN86 / 14 Antworten / Flachansicht Nickles

Beim Versuch meinen CPU-Kühler zu wechseln, hab ich einen der elkos abgehauen. Was mach ich jetzt am besten? Einen neuen kaufen oder versuchen den wieder anzukleben? Ich hab keine Ahnung von sowas :-(
Wie mach ich den wieder ran? Brauche dringend Hilfe.

Danke im Vorraus ^^

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Tilo hat Recht ... rill
Ger@ld JiN86 „Elko ab :-(“
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Hallo,

ich habe auch erst ein bischen rum probiert und eine sehr sichere Lösung für den Tausch von Elkos auf Mainboards (Multilayer Platinen) gefunden. Allerdings sind bei mir immer die Elkos am Stück gewesen, d.h. saßen noch auf dem Board.
Das es mit dem Lötkolben net funzt habe ich auch schnell gemerkt. Also man nehme einen Bauföhn - so wie es die Dinger zum Farbe abbrennen oder Schrumpfschlauch verarbeiten im Baumarkt gibt). Wenn Du das Ding neu kaufst, gib ein wenig mehr aus und nimm einen stufelos regelbaren. Ein Billig-Teil tut es aber auch (wie bei mir) Dann besorge Dir dort, wo es den Föhn gibt, als Zubehör eine 5 mm Edelsahldüse zum aufstecken. Kostenpunkt ca. 8 Euro. Ich habe meinen Billigföhn auf 500°C gestellt. Dann nimmt man das Board zwischen die Knie, zieht am Elko und bläst von hinten Heißluft auf die Anschlüsse. Dabei langsam immer dichter ran gehen und wenn das Zinn schmilzt fix arbeiten und dann auch wieder schnell weg mit dem Fön. Ein wenig üben und Fingerspitzengefühl an einem toten Board kann nicht schaden! Wenn es zu heiß wird, schlägt das Board Blasen. Wenn der Elko raus ist, sind immer noch die Löcher voller Zinn. Mit Entlötlitze kannst Du vergessen, eben weil Du wie beschrieben, nicht genug Wärme an das Lötauge bringst und der Lötvorgang zu lange dauert. Ich nehme einen 0,7 mm Bohrer und bohre vorsichtig mit geringer Drehzahl das Zinn raus. Das Zinn ist weich, man kann den Bohrer auch Mit zwei Fingern drehen. Nicht zu lange im Bohrloch rum rühren, es soll nur das Zinn raus und nicht die Durchkontaktierung, die die einzelnen Layer der Platine untereinander verbindet. Diese Schicht ist nur ein paar µm dick! Einen Ersatzelko gewinnt man durch "schlachten" und nacnmessen, ob die Kapazität noch stimmt. Oder www.reichelt.de hat auch 105° Typen im Angebot. www.segor.de ist teurer, hat aber eine größere Auswahl. Conrad hat neuerdings auch 105° Typen im Sortiment, aber seit dem die Jungs mir keinen kostenlosen Katalog mehr rüberwachsen lassen, stehe ich da nicht mehr so im Stoff.
Der Austauschelko kann ruhig eine größere Kapazität und größere Spannungsfestigkeit haben, sofern er nur mechanisch drauf passt. Statt 1500µF 6,3V gehen auch 2200µF und 10V oder 16V, so es der Platz hergibt. Ein 1200µF Elko, wie auf älteren Boards oft verbaut, geht aber auch, denn Elkos haben meist -20% bis +50% Toleranz.
Auf die Polung achten, steht eigentlich immer auf dem Board. Zum Löten hat sich bei mir in Spiritus gelöstes Kolophonium bewährt. Dazu ein paar Tropfen auf die Lötstelle tropfen. Dünnes Fadenlötzinn nehmen und den Lötkolben höher als sonst einstellen. Normal nehme ich 280-290°, für das Board dann 320°. Es kann durchaus etwas länger als üblich dauern. Hauptsache die Lötstelle sieht gut aus!
Ich habe so schon über 20 Boards wieder stabil ans Laufen bekommen. Auch ein fest eingelöteter SMD-FLASH läßt sich "rausföhnen" Dazu den Chip anstupsen und nicht direkt auf das Gehäuse blasen, sondern auf die Pins und kreisende bewegungen machen. Wenn der Chip kommt, sofort bei Seite schieben und mit der Pinzette absammeln und auf dem Schwamm vom Lötkolben kühlen. Ich habe so noch nie einen Chip abgeschossen! Außer bei BGA's (die haben die Anschlüsse unter dem Chip)funzt das sehr gut. Bei PLCC dann einfach Fassung einlöten, Chip neu proggen und den Chip wieder auf das Board drauf ;-)

Übrigens, falls es irgendwie von Belang ist, ich habe auch alle 3 Elektronikpässe vom HPI, bin gelernter Ossi und konnte löten, noch ich ich zur Schule kam. Mit 4 oder 5 Jahren bekam ich ein Holzbrett mit Klingel, Lampe und Flachbatterie und kurz danach eine elektrische Eisenbahn. Das war der Anfang meiner Bastelleidenschaft. Mit 10 Jahren besorgte ich mir dann die ersten Transistoren und mit 12 Jahren die ersten IC's

Gruß Gerald

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