Hiermit wird die Traurige Geschichte über den Unglücklichen Emule-User der Öffentlichkeit präsentiert.
Es war ein typischer 1.Mai-Feiertag,es war nicht viel los auf den DSL-Autobahnen.
Plötzlich bekam er den Anfall. Es war nicht das erste Mal, dass ihm so etwas passierte, schon im früheren Dasein hatte er oft den Drang zum Leben, musste sich plötzlich wachrütteln und etwas Neues anfangen.
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Diesmal fiel im ein, dass er schon immer vorhatte nach einigen Clips seiner Lieblingsband zu suchen. Also begab er sich zum Rechner und tippte die passende Suchbegriffe in die laufende Emule-Software ein. diese sollte angeblich alles herunterholen können, was es so im dieser Scheinwelt zum herunterholen da war. Und tatsächlich bekam er einige Sekunden später passende Antworten auf seine Suchanfrage. Wahnsinn, dachte er sich dabei, so schnell kann es gehen.
Es klickte einige dieser Treffer an, die Übertragung begann. Jetzt hatte die Software mindestens etwas zu tun. Nicht, dass die sonst nur vor sich hin lief, ohne Sinn und Zweck. Es waren nur immer die Anderen, für die das Programm die Live-Aufnahme und seltene Radiosendungen in die kalte Welt der Server und Switches aussandte. Doch nun war alles plötzlich ganz anders.
Eines war er sich sicher, die Software würde bestimmt alles alleine erledigen, zumindest wenn man den Erklärungen anderer User den Glauben schenken dürfte.
Einige zeit später waren die ersten Erfolge zu verzeichnen, die Dateien landeten im Eingangsordner, so wie es auch sein sollte. Doch eine Datei blieb immer noch unvollendet in der Liste mit den komischen Farbbalken stehen.
Was ist denn da los, dachte er sich, während er sich auf den Arbeitsstuhl setzte, die ist doch fertig, die Datei. Und tatsächlich sah er den schwarzen Balken vor sich, der ganz eindeutig für den Erfolg sprach. Doch der genaue Blick auf die Zahlen daneben verriet etwas unvorstellbar Schlimmes. Der rund 39 Megabyte großen Videodatei, die ein Seltenes Musikvideo enthielt, fehlten ganze 11 Kilobyte. 11 Kilobyte! Nun, das erklärte auch warum nicht davon auf dem Farbbalken zu erkennen war.
Er zog die Spalte mit dem Balken in die Länge so lange, bis er es erkennen konnte, doch es beruhigte ihn nicht, das Gegenteil davon war eher der Fall. Denn die blaue Farbe bestätigte, was schon ehe schwarz auf weiß stand: die Quellen waren durchaus vorhanden.
Aber wieso ließ
sich die Datei dann nicht abschließen? Er erlitt den Schock, als er die Detailansicht aktivierte um die kryptische „11/13 (0)“-Angabe zu visualisieren. Schreckliche Zeichenfolgen stürmten sein Bewusstsein direkt aus der eisernen Kälte der Server und Backbones. QR: 233, QR: 4265 und andere erdrückende Informationen kreisten um die Gehirnhälften herum, die deutlich erkennbar zu platzen drohten. Es war wieder die Stille eingekehrt, die die sämtliche frisch geschlüpfte Gedanken um die Vorzüge des Glücks im Leben aus dem Raum wegzerrte.
Es war ein gewöhnlicher 1.Mai-Tag…
