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Zeit für Spekulationen

Spasstiger / 4 Antworten / Flachansicht Nickles

Im vergangenen Jahr hat sich im PC-Hardwarebereich wieder einiges getan. Dabei war es meiner Meinung nach kein Jahr der Superlativen, sondern vielmehr ein Jahr der Optimierung bestehender Technologien.

Im Grafikkartenbereich war ATI verdienterweise sehr erfolgreich. Dank dem R300 Chip konnte sich AntiAliasing und anisotropes Filtern auf breiter Basis auch in der Praxis durchsetzen. Es erschien eine Vielzahl von shader-lastigen Spielen, da mit den neuen Grafikchips endlich genügend Rechenpower vorhanden war. Die einfachen T&L Routinen dürften bald ausgedient haben. Nvidia stellte mit dem GeForce FX 5950 Ultra neue Taktrekorde auf, ATI dagegen glänzt mit sehr effizienten Chips. Dennoch war die Einführung von DirectX 9 nichts revolutionär neues. Es wurden nur die seit DirectX 8 bestehenden Shader verbessert und deren Rechengenauigkeit erhöht, was allerdings angesicht der neuen Möglichkeit auch dringend nötig war.

Im CPU-Bereich wurden keine deutlichen Taktrekorde aufgestellt. Der Sprung von 2,8 auf 3,2 GHz ist nicht gerade revolutionär. Allerdings hat sich viel im Bereich der Infrastruktur getan. 200 MHz Frontsidebus gelten schlagartig als normal (wo 2002 noch grötenteil 133 MHz Verwendung fand!), DDR400 gilt als Standard und der L2 Cache auf den Desktop-CPU\'s wurde auf bis zu 1 Megabyte aufgestockt. Mit dem Barton-Kern konnte AMD den Athlon XP nochmals deutlich optimieren und die CPU-Effizienz nochmals steigern. Intel dagegen gelang mit dem Pentium M der große Wurf. Der Pentium M gehört sicherlich zu den effizientesten CPUs für Privatanwender und ihm verdanken wir auch deutlich längere Akkulaufzeiten in Notebooks. AMD hat endlich den Schritt hin zu 64 Bit gewagt und mit dem Athlon 64 eine äußerst vielversprechende Basis für zukünftige High-End-CPU\'s geschaffen.

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Nun seid ihr gefragt: Was denkt ihr, wird es nächstes Jahr an technischen Neuerungen im PC-Bereich geben. Werden 2004 wieder deutliche Taktrekorde aufgestellt? Wird es bei den Grafikkarten revolutionärere Entwicklungen geben als dieses Jahr?

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Ich denke, dass 2004 im großen und Ganzen wie 2003 verlaufen wird, allerdings der Athlon 64 und der Prescott die Vorgängergenerationen ablösen wird. Eventuell werden 4 GHz/4000+ erreicht. Mit der Einführung von DDR2 für den Hauptspeicher wird eventuell auch der Schritt hin zu 233 MHz Frontsidebus gewagt.
Bei den Grafikkarten bringt die Einführung von DirectX 10 keine deutlichen Vorteile gegenüber DirectX 9. Allerdings erreicht die Shadertechnik allmählich den Grad der Perfektion. Entwickler sind nun fast völlig frei in ihrer Kreativiät und stehen nur noch der Rohleistung zukünftiger Grafikkarten als Einschränkung gegenüber. 2004 werden sicherlich bis zu 750 MHz Chiptakt erreicht und dank DDR2 und DDR3 Speicher wohl auch reale Speichertakte von bis zu 600 MHz.

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ChrE Spasstiger „Zeit für Spekulationen“
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Hallo!

Generell:
Es wird natürlich tendenziell zu immer höheren Taktraten,
breiteren Bussen und kleineren Strukturen gehen.

Andererseits hoffe ich ein bischen, dass sich der Markt mehr
spezialisieren wird. Auf er einen Seite die Hyper- Super-
Allzweckrechner. Auf der anderen Seite mehr oder weniger
spezialisierte PCs für: Office, Home Entertainment, Internet,
Spiele, Mobility usw. Man braucht ja für einen Home-Videoserver ganz
andere Hardwarevoraussetzungen wie für einen Spiele-PC.
"Den PC" wird es also in den nächten Jahren gar nicht mehr geben,
sondern für den jeweiligen Zweck optimierte Systeme.
Die Barebones geben da einen leichten Vorgeschmack.

Ganz doll hoffe ich, dass mehr zum Tema Stromsparen getan wird.
Die Technologien der Notebooks sollten auch bei den "normalen"
PCs Einzug halten. Was da an Megawatt einfach in die Luft gebasen
wird geht auf keine Kuhhaut. Vias Nehemia Prozessor, der auch
mit passiver Kühlung zufrieden ist, ist der richtige Weg.

Hoffentlich gibt es in den nächsten Jahren auch mal einen technologischen
Durchbruch, z.B. durch die von Sun vorgestellt kapazitive
Kopplung von Computerchips. Damit wäre viel höhere Datenraten
zwischen den einzelnen Komponenten (CPU, Speicher, I/O Subsystem)
möglich.

http://www.heise.de/newsticker/data/wst-22.09.03-003/


Gruß

ChrE



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