Computer Bild erhält Sprachpreis
Die Zeitschrift Computer-Bild erhält den in diesem Jahr erstmals vergebenen Institutionenpreis Deutsche Sprache. Der Preis des Dortmunder Vereins Deutsche Sprache und der Eberhard-Schöck-Stiftung in Baden-Baden soll am 3. November in Kassel verliehen werden, teilte der Verein Deutsche Sprache in Dortmund mit. Computer-Bild werde für ihr Bestreben ausgezeichnet, Begriffe aus Computertechnik und Internet auf Deutsch zu erläutern. So bezeichne die Zeitschrift die Begriffe "E-Mail" mitunter als "elektronische Post" oder "Pixel" als "Bildpunkt".
Der 1997 unter dem Namen "Verein zur Wahrung der Deutschen Sprache" gegründete Verein um den Wirtschafts- und Statistikwissenschaftler Prof. Dr. Walter Krämer kämpft nach eigener Darstellung gegen "die Vermanschung des Deutschen mit dem Englischen, das Kauderwelsch der Werbung und das \'pseudokosmopolitische Imponiergefasel\' vieler Medienleute". Er ist bisher vor allem bekannt geworden durch Anprangern von ihm gekürter "Sprachpanscher des Jahres" und eine heftige Attacke auf das Mannheimer Institut für Deutsche Sprache, nachdem dieses sich für die Einbeziehung englischer Computer-Ausdrücke wie "Upgrade" und "Download" in den deutschen Sprachschatz ausgesprochen hatte. (cp/c\'t)
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Viele gute und richtige Gedanken in Deinem Beitrag ("Rechner-Bild", einfach köstlich!) - nur ist ausgerechent "Handy" eine deutsche Erfindung und kein englischer Fachbegriff!! Der wäre "cellphone" oder "mobile". Und zuviel in einen Topf geworfen:
Denn es bestehen Unterschiede zwischen
1. einer weltweiten Wissenschaftssprache (Englisch)
2. Fachbegriffen aus Spezialgebieten, mit denen sich die entsprechenden Experten schnell verständigen können (Französisch in der Küche, Latein/Griechisch in der Medizin)
3. dem kritik- oder gedankenlosen Übernehmen aus diesen Fachsprachen, obwohl genauso gute oder bessere deutsche Wörter existieren - nur damit's "fachmännisch" klingt (German Telecom-Deutsch)
In diese Kategorie fällt der CB-Preis - und so, wie es im o.a. Artikel geschildert wird, zu Recht! Es gibt schließlich nicht nur Nickles-VIPs und diese haben auch mal mit dem Wissensstand eines CB-Erstkäufers angefangen!
4. dem grausamen "wortwörtlich-Nichtübersetzen" aus dem Englischen, mit dem uns vor allem im Boulevard-Fernsehen irgendwelche unfähigen "Journalisten" - oder besser: Mikrofonhalter quälen, ohne dass der Zwang zu einer lippensynchronen Übersetzung als Entschuldigung herhalten könnte. Dann kommen solche Monstren heraus wie "nicht wirklich" (not really heißt auf deutsch: eigentlich nicht), "hartes Stück Arbeit" (hard piece of work heißt: SCHWERE Arbeit) und so weiter... (ich warte schon auf den ersten, der actual mit aktuell übersetzt!). Hier sind Don Quijotes (ohne Apostroph!!!) Windmühlen der hirnlosen TV-Macher aufgebaut.
Seltsam ist aber auch, dass in Sprachen wie dem Finnischen oder Spanischen 70-90% der Computer-Fachbegriffe in die Landessprache übersetzt wurden und so gebraucht werden! Hat ein "Browser" mehr Aussagekraft als ein "Stöberer"? Man erkennt doch auch den Fachmenn eher am Gebrauch des Wortes "Rechner" statt "Computer"! Fragen über Fragen...
Aber Deutsch hat schließlich auch Jahrhunderte (das war mal ein extra erfundenes Kunstwort, um "Saeculum" zu ersetzen!) Französisch als Bildungssprache überlebt - hoffen wir, dass die Sprachverhunzung Vierter Art (s.o.) begrenzt bleibt (ihr müßt nur alle, die so reden, auslachen - das wirkt!). Wie Fremdworte ein stilistisch hervorragendes Deutsch bereichern und farbig machen können, weiß jeder, der mal in Mozarts Briefen gelesen hat!
Gruß
vino
