Ich unterstütze einen gemeinnützigen Verein bei der Arbeit mit dem PC. Ich habe es dabei mit ehrenamtlichen Mitarbeitern zu tun, die primär Briefe schreiben und Mails versenden. Kein Mitarbeiter hat fundierte PC-Kenntnisse. Ich helfe so gut ich kann.
Seit ca. 2 Jahren kommt eine Flut von Spammails auf den Vereinsrechner. Die Frequenz liegt mittlerweile bei bis zu 50 täglich. Das Büro ist aber nur an zwei Tagen in der Woche besetzt! Bedeutet: Wenn die Mitarbeiterin nach drei Tagen den Rechner hochfährt und Emails abruft (wir reden übrigens über einen Rechner mit ISDN), bricht der Rechner kontinuierlich ins Essen, bleibt hängen oder für längere Zeit regungslos. Die allermeisten Spams werben für Viagra oder für "enlarge your Penis" und so Dreckszeug. Hört sich vielleicht ganz witzig an - ist es aber nicht. Dann kommen immer diese Spams von sämtlichen Banken, die so gerne das Passwort geändert haben möchten und so weiter.
Der Verein setzt sich für eine gute Sache ein und leistet gute Arbeit. Die Nutzer sind mittlerweile komplett entnervt. Ich habe verschiedentlich versucht, das Problem zu beseitigen. Ich versuchte Norton-Antispam (geht, ist aber recht blöde, weil man zunächst tausende von Regeln für Absender erstellen muß - außerdem ist Norton die Systembremse vor dem Herren). Dann versuchte ich das Programm Spamhilitor. Es ging zunächst ganz gut, doch überfordert langfristig die recht umständliche Nutzung des Programms die Mitarbeiter. Das Problem betrifft mittlerweile nicht nur den beschriebenen Rechner, sondern auch ettliche andere Rechner von Vereinsmitgliedern. Irgendwann muß irgend ein blöder Trottel die Mailadresse an falscher Stelle genannt haben.
Am Einfachsten haben es noch die, die bei 1&1 sind, weil sie im Controlcenter Spamschutz einschalten können. Das ist aber auch nicht ohne Fehler, da z.B. zur Zeit alle Mails aus Großbritanien dort landen und nicht mehr auf dem Rechner des Nutzers. Es bleibt also nur, im Spamordner auf dem Server, ständig alle Spammails händisch zu durchsuchen (Zeitaufwand pro Sitzung locker 20 Minuten). Alle Betroffenen sind dauerhaft genervt und traktieren mich mit Anfragen, ob ich dies Problem nicht irgendwie endlich abstellen könnte. Eigenartig ist auch der Umstand, dass die Mailadresse, an die geschickt wurde, oft überhaupt nicht mit der Mailadressse des Empfängers überein stimmt. Der Verein ist bei Versatel und dort gibt es offensichtlich keinen Schutz vor Spam für die Kunden. Ich bin mittlerweile echt ratlos.
Jetzt habe ich einer Mitarbeiterin des Vereins (Ende 60 und sehr engagiert, dabei superfreundlich - eine nette, ältere Dame) privat DSL eingerichtet. Heute ist Schaltungstermin und morgen wird sie online sein. ich weiß genau, was dann passiert: Auch sie wird vollgemüllt mit dem Dreckszeug und ich weiß wieder keine Lösung außer: Allen zu raten, sich eine neue Mailadresse zuzulegen, doch das will natürlich niemand.
Wer weiß Rat, wie man gegen diese Spamsender vorgehen kann? Oder wer von Euch weiß ein Programm oder irgend was, dass dauerhaft schützt? Ich bin Euch für jeden konstruktiven Vorschlag sehr dankbar.
Gruß
Bean
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