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3,5-Zoll-Klinke-Kopfhörer statt Boxen an Musikanlage anschließen?

-frank- / 8 Antworten / Baumansicht Nickles

Hallo.

Kann ich einen "3,5-Zoll-Klinke-Kopfhörer" statt Boxen an eine Musikanlage anschließen, wenn ich das Kabel auftrenne und die Litze dann einfach dort anklemme, wo normaler Weise die Boxen angeklemmt werden?

Die Musikanlage hat keinen Kopfhörerausgang und die Boxen werden nicht gebraucht.

Als Informationen findet man dort:

- Boxen haben 6 Ohm Impedanz

- es sind passive Boxen

Es handelt sich um folgende Anlage:

https://www.amazon.de/ask/questions/Tx3L5BR50AZ9FE8

Vielen Dank!

P.S.

Ansonsten würde es auch ein CD-Player tun, der folgende Eigenschaften hat:

- Kopfhörerausgang, so dass 3,5-Zoll-Klinke-Kopfhörer angeschlossen werden kann

- "Boxen aus" möglich, wenn man den Kopfhörer nutzt

- 230V-Anschluss

- eingestellte Lautstärke (für Kopfhörer) bleibt erhalten, wenn Gerät aus- und wieder eingeschaltet wird

- möglichst kleines Gerät

- um 50-150 Euro

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gelöscht_137978 -frank-

„3,5-Zoll-Klinke-Kopfhörer statt Boxen an Musikanlage anschließen?“

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Ich würde Zoll gegen mm austauschen, dann machts Sinn ;)

Kopfhörer statt Lautsprecherboxen würde ich so ohne Anpassung nicht anschliesen. Kopfhörer haben in der Regel 32 Ohm Impedanz, Lautsprecherausgänge 4-8 Ohm.  Hersteller passen mit Lastwiderstände i.d.R. etwas an und sorgen für eine Abschaltung der LS, wenn ein Kopfhörer angeschlossen wird.

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-frank- gelöscht_137978

„Ich würde Zoll gegen mm austauschen, dann machts Sinn Kopfhörer statt Lautsprecherboxen würde ich so ohne Anpassung ...“

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Oh ja, das mit Zoll war natürlich ein Fehler: 3,5mm ist richtig.... Danke

Könnte ich zu dem (vielleicht) 30 Ohm Kopfhörer (je Seite) einfach einen 10Ohm-Widerstand parallel schalten, um aus den 30Ohm die nötigen 6Ohm zu machen - oder kann man die Widerstände bei Lautsprechern so nicht addieren:

1/Rges = 1/R1 + 1/R2

1/6 = 1/30 + 1/10

?

Wenn ja: Welche Leistung müsste der Widerstand haben, damit er nicht durchglüht?

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gelöscht_137978 -frank-

„Oh ja, das mit Zoll war natürlich ein Fehler: 3,5mm ist richtig.... Danke Könnte ich zu dem vielleicht 30 Ohm Kopfhörer ...“

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Aus dem Bauch raus würde ich mal folgendes machen. 100 Ohm und etwa 30 Ohm in Serie und dann parallel zum 30 Ohm jeweils eine Kopfhörerseite mit 32 Ohm.

So zum Beispiel:

Die Endstufe lauft da dann mehr oder minder im Leerlauf, was aber kein Problem ist.

Sinn der Sache ist die hohe Spannung und Strom der Endstufe so zu reduzieren, dass der Kopfhörer vernünftige Signale sieht.

Die Widerstandswerte dürften unkritisch sein. Selbst mit 250 Ohm zu 50 Ohm lauft das noch.

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-frank- gelöscht_137978

„Aus dem Bauch raus würde ich mal folgendes machen. 100 Ohm und etwa 30 Ohm in Serie und dann parallel zum 30 Ohm jeweils ...“

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Hi "Ganove", vielen Dank für Deine Tipps und sogar die tolle Zeichnung.

Das Parallelschalten des 30_Ohm-Widerstands habe ich verstanden. Damit kommt man auf  15_Ohm. Wenn ich jetzt aber zusätzlich noch einen 100_Ohm-Widerstand in Reihe schalte, käme ich ja auf 115_Ohm, das hätte ja nichts mehr mit dem Zielwert der 6_Ohm (Boxen) zu tun (und wäre ja sogar schlechter als die anfänglichen 32_Ohm vom Kopfhörer). Wenn die Anlage so funktioniert, dass bei zu hohem Widerstand (Leerlauf) abgeschaltet wird, dann müsste gerade das ja passieren. Wo ist da mein Denkfehler? Vielen Dank im voraus!

Welche Spannung bekommen denn normaler Weise Boxen und andererseits Kopfhörer?

Beim Googeln habe ich noch folgendes Problem gefunden "Dazu kommt noch, dass manche Endstufen keinen gemeinsamen Massepunkt haben, d.h. dass die 2 Leitungen je Box auch unterschiedlich sein können. Die Kopfhörerstecker in Stereo nutzen den gemeinsamen Massepunkt und nehmen nur 3 Kontaktpunkte auf, du würdest aber 4 brauchen."

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gelöscht_137978 -frank-

„Hi Ganove , vielen Dank für Deine Tipps und sogar die tolle Zeichnung. Das Parallelschalten des 30_Ohm-Widerstands habe ...“

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Also Grundsätzlich mal zum Unterschied Boxen zu Kopfhörer:

Die Boxen stehen frei im Raum (relativ ;) ) und sollen entsprechend diesen beschallen. Hierzu ist eine bestimmte Energie nötig, um die Membrane(n) der LS anzusteuern und dafür zu sorgen, dass diese entsprechend viel Luft im Takt der Musik dynamisch bewegen (nix anderes ist Musik oder Sprache). Nehmen wir nun einen Kopfhörer, möglicherweise vollgekapselt. Hier ist wesentlich weniger Luft zwischen der Lautsprechermembran und deinem Trommelfell zu bewegen.

Würdest du nun die gleiche Energie (sagen wir mal 10 Watt pro Kanal, also 20 Watt in deine Ohren pusten, wärst du innerhalb kürzester Zeit Stocktaub. Ergo ergibt sich (ich nehme jetzt mal einen Wert aus meiner Erfahrung), dass 20 Watt pro Kanal an Boxen schon Höllenlärm und guten Klang machen können. Es reichen aber 0,5 Watt pro Kanal bereits, um sehr laut mit Kopfhörer Musik zu hören.

Somit ergibt Fakt 1

Die ausgegebene Leistung in Abhängigkeit des Lautstärkeregler muss deutlich reduziert werden (mit den entsprechenden Widerständen als Spannungsteiler).

Zur Impedanz.

Eine Endstufe ist so gebaut, das sie in einem bestimmten Bereich arbeiten soll um die besten Werte zu ereichen. Dabei ist die untere Impedanzschwelle bei weitem als wichtiger zu erachten als die obere. Bedeutet, eine massive Unterschreitung der Impedanz wie z.B. 1 Ohm statt 4 Ohm würde die Endstufe schädigen bzw. zerstören. Der Leerlauffall allerding juckt eine Endstufe kaum. Das bedeutet, wenn du nun deinen Kopfhörer mit einem Widerstand von gesammt 130 Ohm oder gar 400 (300 + 100 Ohm) pro Kanal anbastelst, wärs der Endstufe schlicht schnurzegal. Sie würd gerde mal lauwarm vor sich hindösen. Eine Abschaltung würde ich nicht befürchten (dazu ist das Gedöns zu bilitsch gebaut ;) ).

Zum Problem des Minuspotentials. Eine solche Schaltung nennt man "Brückenschaltung".

Die Chance, dass du eine solche eingebaut hast, würde ich fast ausschliesen (einen solchen Kunstgriff macht man normalerweise nicht, wenn man andere Lösungen haben kann).

Du kannst das aber mit folgender Messung herausfinden. Nimm ein Multimeter und messe den Widerstand von Minus Kanal rechts zu Minus Kanal links. Logischerweise sollter der 0 Ohm haben. Du kannst auch dein Messgerät auf Spannungsmessung schalten und schauen, ob im Betrieb eine Spannungsdiferenz zwischen beiden Minusanschlüsse festzustellen ist.

Selbst das muss aber kein Problem sein, das viele Kopfhörer mit Koaxialleitung verdrahtet ist. Die Minusleitung wird dann meist im Stecker zusammengefasst. Wenn du nun deinen Kopfhörer statt mit 3,5 mm Stecker quasi so anschliest an den Klemmbuchsen mit angebauten Widerständen, hättest du ja wieder Massetrennung, also kein Problem.

Das einzige (ich habe die Widerstandswerte so aus dem Ärmel geschüttelt) ist, die Werte könnten, wie ich bereits schrieb, erhöht werden.

Es sollte so sein, dass ein bestimmtes "aufdrehen" des Lautstärkepotis nötig ist, um vernünftig zu hören und nicht bei Stufe 1 schon Ohrenzerfetzende Lautstärke.

So, ich hoffe das diese erschöpfende Erklärung ausreicht ;)

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-frank- gelöscht_137978

„Also Grundsätzlich mal zum Unterschied Boxen zu Kopfhörer: Die Boxen stehen frei im Raum relativ und sollen entsprechend ...“

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Vielen Dank nochmals, "Ganove"!

Im Prinzip - glaube ich - habe ich alles verstanden.

Wenn ich einen 300Ohm-Kopfhörer hätte, würde ich dann vermuten, dass ich keine Widerstände benötige.

Die Boxen haben 6 Ohm und geschätzt 20Watt (bei der angelegten Spannung von dann 11 Volt (P = U² / R   ... aus R=U/I und P=U*I)

I=U/R=11/6=1,8Ampere

Nehme ich nun den Kopfhörer mit 300Ohm, würde die Anlage ja dieselbe Spannung abgeben und über den höheren Widerstand des Kopfhörers hätte ich dann gleich eine deutlich kleinere Leistung (wegen des sich einstellenden kleineren Stroms):

I=U/R=11/300=0,0367A

P=U²/R=0,4Watt

Wenn die Anlage bei 11 Volt also voll aufgedreht wäre würde sie mit Boxen 20 Watt liefern und mit dem Kopfhörer nur 0,4 Watt. Dimme ich mit dem Lautstärkeregler würde ich entsprechend bei beiden anteilig kleinere Leistung erhalten.

Ist das soweit richtig?

Wenn ja, dann frage ich mich gerade, wozu ich dann bei einem 32Ohm-Kopfhörer parallel zum Kopfhörer Widerstände schalten soll, denn diese erniedrigen den Widerstand ja. Reicht es da dann nicht in Reihe zum Kopfhörer Widerstände zu setzen, damit der Widerstand hochgeht (auf ca. 130 Ohm). Ziel ist ja geringere Leistung durch höheren Widerstand.

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mawe2 -frank-

„Vielen Dank nochmals, Ganove ! Im Prinzip - glaube ich - habe ich alles verstanden. Wenn ich einen 300Ohm-Kopfhörer ...“

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R=U/I

Die Sache ist leider viel komplizierter, da es bei Lautsprechern und Kopfhörern um Wechselstrom und um Induktivitäten geht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Impedanz

Vor allem ist jeder Eingriiff in die Impedanz mit einer (i.d.R. hörbaren) Veränderung des Frequenzgangs verbunden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Frequenzgang

Ich staune, dass es überhaupt (sogar von Panasonic) HiFi-Anlagen ohne Kopfhörerausgang gibt.

Ich würde sagen: Wenn es irgendwie anständig klingen soll, verbietet sich jedwede Bastelei am Lautsprecherausgang.

Meine Empfehlung: Gib das Teil zurück und kauf Dir einen Player, der gleich einen Kopfhörerausgang hat. Die Bastelei kostet mehr Zeit als ein vernünftiges Gerät Geld kostet.

Gruß, mawe2

"When bankers get together for dinner, they discuss Art. When artists get together for dinner, they discuss Money" (Oscar Wilde)
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-frank- mawe2

„Die Sache ist leider viel komplizierter, da es bei Lautsprechern und Kopfhörern um Wechselstrom und um Induktivitäten ...“

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Hi Mawe,

Danke für Dein Statement. Da war ich gedanklich auch schon hingekommen. Ich wollte es aber noch einmal verstehen. Ich werde gleich Deine Links lesen. Danke!

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