Folgende Aussage der FAZ sorgt beim ZdJ für Aufruhr:
"In der von Michel Friedman, einem Juden, moderierten Talkshow hatte sich Wulff trotz entsprechender Nachfragen nicht von seiner Wortwahl distanziert."
Meine Frage: Was ist daran zu bemängeln? Was würde passieren, wenn da von einem Katholiken, einem Protestanten oder einem Buddhisten die Rede wäre???
Hier ein Bericht dazu in der Süddeutschen: Klick.
Man kann wirklich nur noch den Kopf schütteln...
Gruß
K.-H.
Off Topic 20.606 Themen, 228.971 Beiträge
garnix, den man würde es (bis auf den buddhisten vielleicht) in dem FAZ-Text garnicht erwähnen.
also, die frage ist doch warum bei friedmann extra erwähnt wird das er jude ist?
bei merkel steht dahinter auch nicht das sie protestantisch ist...
Die Frage ist doch: Was ist daran so schlimm, dass es erwähnt wird? Schämt er sich deshalb etwa, weil der Jude ist?
Genau deshalb, weil ich diese Reaktion nicht verstehe, habe ich den Thread hier eröffnet..
Gruß
K.-H.
deswegen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Stigmatisierung
des deutschen liebster volkssport!
und wer opfer solcher geschichten ist, weiß ganz genau warum seine zugehörigkeit zu einer bestimmten gruppe nochmal gesondert mitgeteilt wird.
guck dir mal die berichterstattung in der zeitung an:
wenn ein deutscher seine frau umbringt, dann kann man ihm von der geisteskrankheit bis zum drogenkonsum alles vorwerfen, nur nicht das er deutscher ist.
wenn ein türke seine frau umbringt, kann er noch so geisteskrank oder drogenabhängig sein, dass erste was erwähnt wird ist, das er türke ist...
verstanden?
das ich jetzt schon einen hernn friedmann verteidigen muss...
"wenn ein deutscher seine frau umbringt, dann kann man ihm von der geisteskrankheit bis zum drogenkonsum alles vorwerfen, nur nicht das er deutscher ist.
wenn ein türke seine frau umbringt, kann er noch so geisteskrank oder drogenabhängig sein, dass erste was erwähnt wird ist, das er türke ist..."
Wenn ein Deutscher in der Türkei seine Frau umbringt, wird auch zuerst erwähnt werden, dass er Deutscher ist, das ist überall auf der Welt so, dass irgendwelche kulturell andersartigen Merkmale in der Berichtserstattung besonders hervorgehoben werden.
da sich in diesen Fall die Gruppe der Juden durch die Wulf äußerung persönlich angegriffen gefühlt hat und der Friedmann ist ja durchaus als nah zum zentralrat zu beurteilen.
Der Einschub (nähere Bestimmung), einem Juden, ist so sensibel wie, Einschübe: einem Schwulen, einem Behinderten, einem Neger...
Die Apposition, einem Juden, ist pejorativ (abwertend), wenn der Beschriebene damit einer Minderheit zugeordnet wird, obwohl bekannt ist, dass er der Minderheit angehört. Zudem wird ihm damit eine zu nahe Verbundeheit zum Diskussionsthema vorgeworfen (Parteilichkeit), seine Fähigkeiten als Moderator herabgesetzt (mangelnde Objektivität). Ein Journalist sieht sowas auf Anhieb, sollte er zumindest, besonders, wenn er bei der FAZ arbeitet...
Wieder mal gequirlte Scheiße in der üblichen Premiumqualität-bist du eigentlich Lehrer, Pfarrer oder einfach nur so auf rein natürlichem Wege konstant neben der Spur?
Der "Jude" dient dazu, in den ganzen Kontext zu erläutern, dass quasi genau einer von der Fraktion den Laden da moderiert hat und "trotzdem" der W. sich nicht distanziert - Friedmann ist/war ja auch bekanntlich in diese Richtung schon lange als Funktionär/Lobbyist schwer aktiv. Wäre also ein einfaches gewesen, die Sache damit "auf dem kleinen Dienstweg" aus der Welt zu schaffen (sofern es sich dabei überhaupt um irgendwas distanzierfähiges handelt-passt halt zu schön grade zu den Feierlichkeiten zur Progromnacht, als dass man es sich durch die Lappen gehen lassen würde).
Aber damit man nicht für jeden RTL II - Vollhonk resp. unsere PC-glücksbesoffenen Bumblebee hier den ganzen Sermon schreiben muß, erklärt man halt, dass Friedman ein Jude ist.
Mehr steckt da nicht dahinter.
In ähnlicher Situation, wenn W. vielleicht was schnell aufzuschäumendes über Homosexuelle gesagt hätte und er dann in einer Talkrunde von Biolek/Kerkeling oder vergleichbar gepolten (und natürlich sich öffentlich geouteten) sitzen würde, so wäre so ein Einschub, Homsexuller/Schwuler durchaus denkbar und sinvoll und sicher nicht diskriminierend.
Langsam wird's schräg, wenn der Begriff Jude reflexartig als diskriminierend empfunden resp. hingestellt wird. Quasi Antsemitismus aus Gutmenschentum heraus in Art einer intellektuelle Schutzhaft. Sauber!
Nein, einfach nur der Beste unter uns. Und (fast) der Einzige, der treffsicher immer die eigentlich Einzige Wahrheit anspricht.
"...dass Friedman ein Jude ist."
Nun, wenn er sich dessen geniert und das lieber nicht öffentlich zur Kenntnis geben will, dann ist das verständlich.
Jürgen, Ungläubiger
Dass du bei dem Thema in deiner unverwechselbaren Weise wach wirst, wundert mich nicht.
Genau.
Schon eigenartig - da sagt man etwas Gutes über einen, versucht einen anderen zu verstehen ...
Ist schon recht - nicht nur wir einfachen Menschen, sondern erst recht die, die im Lichte der Öffentlichkeit stehen, sollten Reden und Denken besser nach möglichen Mißdeutungen durchsuchen und möglicherweise sogar von geeigneten Mitgliedern des Zentralrates der Juden (hier darf ich das Wort "Juden" mal anwenden, ja?) beurteilen lassen.
Schließlich sind wir Deutschen kein normales Volk, sondern eines, was eine schlimme Vergangenheit hat - die uns verfolgen wird bis ans Ende der Zeit.
Jürgen, aufgewachter Ungläubiger
Edit:
So richtig normal, wie andere Völker und andere Menschen auf dieser Welt können wir Deutschen wohl nicht sein, oder?
Entweder wir spielen die Herrenmenschen - oder wir kriechen demütig- schamvoll am Boden und bekunden aller Welt unsere Unterwürfigkeit.
Ist nicht so richtig einzusehen.
Wann warst du denn schonmal schamvoll am Boden?
Nein.
Jürgen
