Dazu gibt es ein sehr berühmtes Experiment aus der Sozialpsychologie:
"Şerif führte außerdem unter Anderem ein sog. Ferienlagerexperiment durch. Dabei brachte er Jungen in einem Ferienlager zusammen, die sich davor noch nicht kannten. Nachdem die Jungen mehrere Tage als große Gruppe verbracht hatten, teilte sie Şerif in zwei gleichgroße Gruppen, wobei er dafür sorgte, dass jeder Junge jeweils in der anderen Gruppe landete als sein „bester“ Freund. Nun unternahmen die Gruppen vorerst getrennt voneinander Ausflüge, bis sie ein Gruppengefühl entwickelt hatten. Danach ließ man die Gruppen gegeneinander in Wettbewerben antreten. Es dauerte nicht lange, bis die Jungen Mitglieder der anderen Gruppe beschimpften und aggressiv wurden.
Nun, als man zwei rivalisierende Gruppen geschaffen hatte, begann das eigentliche Experiment. Zuerst ließ man beide Gruppen gemeinsam essen oder Filme sehen, jedoch reduzierte dies nicht die Stereotype und Gehässigkeiten zwischen den Gruppen. Erst als man den Gruppen Aufgaben stellte, die sie nur gemeinsam lösen konnten (z. B: durften sie einen Film nur sehen, wenn sie es alle gemeinsam taten) reduzierten sich die Stereotype nach und nach." (Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Muzafer_Sherif)
Vielleicht kann man ja etwas daraus lernen, wenn man sich überlegt, dass es von einem bestimmten Gesichtspunkt aus ziemlich "zufällig" ist, auf welcher Seite einer Grenze, in welche Religionsgruppe oder was auch immer man hineingeboren wird, und dass dieser Umstand schon genügt, um "Nationalstolz", "Vaterlandsliebe", "Patriotismus", "Gruppeninstinkte", "Fremdenhass" und dgl. zu erzeugen, die, wie man weiß, allesamt regelmäßig nichts Gutes nach sich ziehen.
Gruß, Gerhard