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Ist Bahn fahren denn wirklich so schlimm?

Archaeopteryx / 5 Antworten / Baumansicht Nickles

Erfahrene Bahnfahrer- zu denen ich wahrhaftig nicht gehöre- erzählen ja manchmal die abenteuerlichsten Geschichten. Demnach sollen die Durchsagen der Bahn in etwa dem Zeitungshoroskop ähneln. Sie haben nichts mit der Realität zu tun. Auch soll es empfehlenswert sein, bei den Durchsagen zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn die Bahn z.B.sagt: Meine Damen und Herren, mein Name ist...., ich bin Ihr Zugbegleiter und heiße Sie im Namen meines Teams herzlich willkommen im ICE ...auf der Fahrt nach....!

Dann meint sie: Hallo Opfer, harharhar! Unfassbar, dass ihr erneut in diese Logistikfalle getappt seid. Mein Name tut nichts zur Sache, und mein völlig überfordertes Team wird nichts unversucht lassen, euch bei dieser Odyssee durch Deutschland zu demoralisieren.

Oder noch ein Beispiel: Wenn die Bahn sagt:Meine Damen und Herren, unser Zug hat soeben außerplanmäßig angehalten. Der Grund dafür ist eine dichte Zugfolge.

Dannt meint sie angeblich: Hallo Opfer, jetzt geht's los. Wir haben uns wieder einmal alle Mühe gegeben, eure Reisepläne zunichtezumachen, weil der Zugführerpraktikant irgendeinen Knopf gedrückt hat. Jetzt rätseln alle, wie man den Zug wieder in Bewegung setzt.

Ist an diesen Geschichten wirklich was dran oder sind das alles nur Schauermärchen? Wie schon eingangs gesagt, ich bin nicht wirklich ein Bahnfahrer.


Grüße
Archaeopteryx

Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
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Crazy Eye Archaeopteryx „Ist Bahn fahren denn wirklich so schlimm?“
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Bei meiner vorletzten Bahnfahrt, hat der Automat meine Tickets nicht ausgespukt ... Die Info ahat mich dann ins Reisecenter geschickt, das Reisecenter hat dann gesagt* da können sie nichts tun aber ich sollte mir von den Zugbegleitern einen Wisch geben lassen den ich dann an die Fahrpreisnacherhebungs dingens Bumens schicken sollte ... Der Zugbegleiter auf der Rückfahrt war dann der erste, der auf die telefonnummer an Automaten hingewiesen hat.

Die stelle für Fahrpreis Nacherhebung hat dann nach 2-3 Monaten endlich geantwortet, darauf hingewiesen das die Zugbegleiter mir ja einen zu geringen Betrag aufgeschrieben haben(den den ich auch bezahlt hätte) da ich ohne Ticket eingestiegen bin und somit den erhöhten Fahrpreis hätte zahlen sollen, und das sie da nicht zuständig sind ganz hinten haben sie dann noch erwähnt das sie heute mal einen Superkulanten Tag hatten und mir den preis erlassen. Bei der ganzen rennerei die ich hatte wäre mir dort eine entschuldigung lieber gewesen. naja immerhin hab ich für die Rückfahrt einen gutschein bekommen, da die Bahn eine Stunde verspätung hatte, das schöne daran das die Bahnen nicht mehr gefahren sind und ich mir noch ein Taxi nehmen durfte das natürlich aus der eigenen kasse gezahlt werden muss da ich zu dumm war meinen Vorortbahnhof anzugeben als Zielort da ich das stück mit meinen Semesterticket fahren kann(hätt mcih acuh keinen Aufpreis gekostet aber wer rechnet mit 1,5h verspätung?)

Ok damit war für mich eigl. das Thema bahn erledigt, nur mein bänderiss hat mir einen strich durch meinen Bahnboykott gemacht. Also ok ticket gelöhnt(diesmal in Center den 94€ just für das recht auf einen sitzplatz sind mir dann doch zu heftig), hinfahrt war ok ... Rückfahrt hieß es dann in Frankfurt, bitte steigen sie jetzt schon um und nicht erst in Mannheim, da wir nicht sicher ob sie dort auch den Anschluß erreichen ... Das tolle war dann das ich in Gang stehen mußte da die Sitzplätze wegwaren und meine Reservation für den zug nicht gültig war, das Zugpersonall wollte mir dann auch nicht helfen und bis ich dann jemanden gefunden hatte der mir Platz gemacht hat hat es dann auch ne Weile gedauert und bei der holprigen fahrt ist das auch nicht grad angenehm gewesen.

Zu deiner kritik, auf der Strecke Karlsruhe - braunschweig war die bahn wohl in schnitt 15 Minuten zu spät ... Und solch verspätungen wie in ersten Fall habe ich nur einmal erlebt das nächst schlimmste waren 45 minuten da kann zumindest ich nicht meckern. Wenn ich es aber vermeiden kann, werd ich nichtmehr bahnfahren auch da ich die Strecke mit den Auto für den selben Preis zurücklegen kann.

* er hat mich dann auch drauf hingewiesen, das dies meist ein problem mit den Abschneiden sit und der nächste Kunde wohl mein Ticket mitbekommt, da man aber gerne 20 Minuten dort in der Schlange stand war das dann auch egal.

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nachteule1 Archaeopteryx „Ist Bahn fahren denn wirklich so schlimm?“
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Ich liebe die Rubrik SPAM ( Satire@Spiegel Online) auf Spiegel.de, wo es auch immer wieder die "Zugdurchsagen, die man nicht so gerne hört" gibt, hier mal 2 Beispiele:


Zugdurchsagen, die man nicht so gerne hört

"Sehr geehrte Reisende, halten Sie sich bitte - nein, nicht da! - gut fest, im Zuge unserer Kundenfreundlichkeitsoffensive - nicht da ziehen! - ist gerade der...
...kleine Kevin mit seiner Mama hier vorn bei uns in der Lok - Finger weg! - und wird jetzt mal ein paar Kilometer fahren. So Kleiner, dann zeig mal, was du drauf hast! Und in den Bahnhöfen schön halte-halte machen..."


"Sehr geehrte Reisende, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir in Kürze auf die Minute genau ankommen. Allerdings nicht in Hannover, sondern in
...Wolfsburg. Reisende nach Hannover steigen bitte fluchend hier aus, nehmen sich einen Mietwagen und vergessen die ganze Angelegenheit schnellstmöglich."

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schnaffke Archaeopteryx „Ist Bahn fahren denn wirklich so schlimm?“
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ist ein sehr empfehlenswertes Buch für Bahnhasser... :-)

Dort geht es u. a. auch um informative Durchsagen , z.B. wenn der Zug außerplanmäßig auf freier Strecke hält wegen Schneeverwehungen auf den Gleisen, natürlich im Hochsommer .... LOL


Gruß Schnaffke

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gelöscht_23570 Archaeopteryx „Ist Bahn fahren denn wirklich so schlimm?“
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Nein.


Ich fahre gerne samt Familie mit dem Bayerticket in die Landeshauptstadt.

Keine Parkplatzsuche / Parkgebühren, U-Bahn bzw. S-Bahn inklusive den ganzen Tag, kein Stress. Und die Kinder müssen nicht stillsitzen sondern können sich die Füße wärend der Fahrt vertreten.

Nur etwas mehr Zeit sollte man einkalkulieren, nicht wegen Verspätungen usw. sondern weil Regionalzüge nun mal nicht die schnellsten sind.

Ein knappes Dutzend fahrten zu einer Unfallklinik in Oberbayern, ohne Probleme. Auch wieder mit Bayernticket. Selbst bei einfacher Fahrt hätte der Sprit fürs Auto das doppelte gekostet, z.Z. sicher das dreifache.


Gruß Alois


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gelöscht_189916 gelöscht_23570 „Nein. Ich fahre gerne samt Familie mit dem Bayerticket in die Landeshauptstadt....“
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Hallo

Wenn Ihr jetzt schon am Jubeln seid, dann wartet mal ab, bis die Privatisierung wirklich greift.
Dann kann der Reisende froh sein, wenn überhaupt noch ein Zug kommt.
Da gibt es dann nur noch weiße Züge auf den Schnellfahrpisten, Nahverkehr existiert dann nur noch in rudimentären Resten, weil die Länder mangels Finanzen nichts mehr bezahlen und die Privatbahnen fahren auch nur so lange, bis Kosten auflaufen durch Trassengebühren, Fahrzeuginstandhaltung usw.
Seit dem die Überführung in eine börsennotierte Kapitalgesellschaft beschlossen wurde, hat sich das Unternehmen Zukunft nur in eine Richtung entwickelt, nämlich nach unten.
Aber da wurde ja dem Normalo auch das Blaue vom Himmel versprochen, aber auch das ist ja nichts Neues, nur das eben immer wieder erst ignoriert und dann gemeckert wird.
Wenn bei der damaligen Reichsbahn auch vieles Sch.... war, aber so einen unorganisierten Saftladen wie jetzt hatten wir noch nie beisammen.

Aufgepaßt: Unser Lokführerstreik war "der" Vernichtungsfeldzug gegen den Börsengang, jetzt hängen Mehdorn, Suckale und Co wieder den Macker raus und erzählen, was für eine tolle Bilanz doch die Bahn "trotz" des Lokführerstreiks hingezaubert hat. Hauptsache an die Börse, notfalls auch mit 24,9%.

Und für Archaeopteryx, auch wenn es manche nie begreifen, nicht mal die Fritzen von Zeitungen, Fernsehen und Radio, der vorne in der Lok ist der Lokführer, der Kollege hinten im Zug ist der Zugführer, so er überhaupt noch vorhanden ist und nicht dem Sparzwang zum Opfer gefallen ist;-)

Und Crazy Eye, Du hast schon recht, Zugfahren ist teuer, aber beim Auto rechnest Du mal noch Steuern, Versicherung, Reparatur, Benzin usw. dazu, dann ist zumindest beim Alleinfahrer die Rechnung ganz schnell anders.
Wenn Du Auto fährst, dann mußt Du ebenso Stau und einen Zeitpuffer einplanen und da ist eine Viertelstunde nichts.
Das soll jetzt keine Entschuldigung sein, denn wenn dadurch der Anschluß weg ist, dann sind 15 min auch gleich eine Stunde, ich weiß das, aber das sind im Regelfall Probleme, die man dem Personal mit Sicherheit nicht unmittelbar anlasten kann.
Das sind die genialen Ideen unserer Bleistiftspitzer, da könnte ich aus dem Nähkästchen plaudern, schon alleine, wenn Fahrpläne konstruiert werden, die nur auf dem Papier funktionieren, aber nie im Bahnalltag.
Und wenn was schiefgeht, dann hast im Auto Du den Streß, im Zug meine Wenigkeit oder einer meiner Kollegen. Unsere hochmodernen Fahrzeuge, die vom Reißbrett auf die Schiene gewandert sind und dann den Testbetrieb mit der Kundschaft fahren, seid froh, das Ihr nicht wißt, was manchmal vorn abgeht.
Und wenn dann vieles nicht auf dem "kleinen Dienstweg" oder unter der Hand abgedrückt würde, gänge noch viel mehr ins Klo bei dem Laden, aber das ist ja auch überall in der Wirtschaft dasselbe, nur auf dem Armenweg, denn bei Dienst nach Vorschrift stände mancher Zug jetzt noch auf dem Abfahrtsbahnhof.

fakiauso, ein Lokführer

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