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Das ist doch mal ein schönes Thema für Off Topic.
Ja, nun ist Beuys schon 20 Jahre tot. Dass er noch lange nicht vergessen ist, liegt zum großen Teil an seiner charismatischen Persönlichkeit. Was seine künstlerische Arbeit angeht, sehe ich ihn etwas gespalten: Vieles scheint mir auf den Effekt hin gearbeitet zu sein, auffallen um des Auffallens willen. Das stört mich öfter mal in der modernen Kunst... die Kontroversen, die daraus entstehen, finde ich wiederum sehr fruchtbar.
Da ich mich in der Musik besser auskenne als in der Bildenden Kunst, will ich mal mit einem Vergleich sagen, wie ich das meine:
Der Punkrock der Sex Pistols oder Techno in den frühen Neunzigern gehören - für sich betrachtet - zu den meistgehassten Musikrichtungen. Dennoch haben beide viel bewegt: Weiterentwicklungen und stilistische Verfeinerungen wie New Wave Ende der 70iger oder Drum'n'Bass Mitte der Neunziger wären ohne ihre vielumstrittenen Vorläufer kaum denkbar. Das wird in der Bildenden Kunst nicht anders sein, es gibt sicher viele Kreative, die sich auf Beuys berufen oder ihn zu ihren Vorbildern zählen.
Danke für den Link, den Artikel finde ich gut.
CU
Olaf
kann mich an die Pistols in den neunzigern net mehr erinnern - aber beuys war und ist wichtig - wer kunst nur aesthetisch betrachtet verliert sich in belanglosigkeit
DaDaistische gruesse
lard
Moin lard, da habe ich total missverständlichen Humbug gepostet. Gemeint hatte ich...
- Mitt-Siebziger-Pistols => daraus entwickelte sich kurz darauf New Wave
- Früh-Neunziger-Techno => daraus entwickeln sich verschiedene Stile unter dem Sammelbegriff "Electronica", wie eben Drum'n'Bass, BigBeat o.Ä.
Das gemeinsame Prinzip dahinter ist, dass sich aus eher simpel gestrickten Krawall-Mucke durchaus noch etwas Subtileres weiterentwickeln kann. Die Musik der Pistols mag noch so grobschlächtig daherkommen, sie hat die Rockpop-Welt wachgerüttelt und den Weg freigemacht für Neues, was sonst vielleicht nicht so entstanden wäre.
So wie ich das geschrieben hatte, konnte man das allerdings kaum so verstehen.
THX
Olaf
Ich finde es toll, daß sich überhaupt noch jemand an diese Gruppe erinnert. Der Frontman Sid Vicious zusammen mit Johnny Rotten mögen zwar nicht gerade unbedingt als Vorbilder für die Jugend geeignet gewesen sein, - aber gute Musik haben sie gemacht !!
Das war etwa zeitgleich mit den Ramones.
Wenn man sich überlegt, was die Sex Pistols aus dem ansonsten ziemlich langweiligen Lied "My Way" gemacht haben!! Schon beeindruckend.
Ich habe nahezu alle Platten von den Sex Pistols. Jedenfalls alles was ich kriegen konnte habe ich seinerzeit gekauft.
cu
Dr. Hook
Beuys war ein guter, ernstzunehmender Künstler in seiner Frühphase, der dann aber genial erkannte, dass man weniger mit solider Arbeit hochkommt, als vielmehr damit, den Rummelclown im internationelen Szenecircus zu geben.
Das ist leider der Schlingensief-Effekt in der Kunst: Man weiß zwar genau, dass man einen diletierenden Idioten vor sich hat, der seinen Krempel nur noch der Kunstszene sarkastisch hinrotzt aber dennoch eine Entourage um sich geschart hat, die jedem klar zu machen versteht, das man die Genialität des Tuns aufgrund eigener Beschränktheit nur nicht zu erkennen in der Lage ist.
Hinzu kommen dazu noch masochistische Kunstszenegänger, die sich gerne "gar schröcklich" über solche Aktionen eschoffieren doch andereseits wie die Motten unwiderstehlich zum Licht angezogen auf den Veranstaltungen exakt dieser Leute immer wieder zu finden sind. Doch wie so oft, heilt die Zeit auch hier alle Wunden. Beuys Installationen sind im Handel i.a. Ladenhüter, da sich den Mist keiner frewiliig in die Bude stellt.
Schade ist nur, dass viele, unbekannte aber gute Künstler durch den Zinnober so alter Scheißer nicht gebührend wahrgenommen werden können, da die begrenzten Mittel mit Vorliebe für solch abgeschmackte Kunst-Zampanos verpulvert werden und dann nichts mehr da ist, wirklich interssante Projekte zu fördern. Als Verantwortlicher ist man anderseits ja mit so einer Taktik auch auf der sicheren Seite: Alle Medien verkünden, dass man bei Nichtgefallen/Zweifeln an der Qualität etc. ja höchstens nur selber zu blöde... siehe oben.
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,Ich will meinen alten, ehrlichen Minister zu den Webern senden', dachte der Kaiser, er kann am besten beurteilen, wie der Stoff sich ausnimmt, denn er hat Verstand, und keiner versieht sein Amt besser als er! Nun ging der alte, gute Minister in den Saal hinein, wo die zwei Betrüger saßen und an den leeren Webstühlen arbeiteten. ,Gott behüte uns!' dachte der alte Minister und riss die Augen auf. ,Ich kann ja nichts erblicken!' Aber das sagte er nicht. Beide Betrüger baten ihn näher zu treten und fragten, ob es nicht ein hübsches Muster und schöne Farben seien.
Dann zeigten sie auf den leeren Stuhl, und der arme, alte Minister fuhr fort, die Augen aufzureißen, aber er konnte nichts sehen, denn es war nichts da. ,Herr Gott', dachte er, sollte ich dumm sein? Das habe ich nie geglaubt, und das darf kein Mensch wissen! Sollte ich nicht zu meinem Amte taugen? Nein, es geht nicht an, dass ich erzähle, ich könne das Zeug nicht sehen! "Nun, Sie sagen nichts dazu?" fragte der eine von den Webern. "Oh, es ist niedlich, ganz allerliebst!" antwortete der alte Minister und sah durch seine Brille. "Dieses Muster und diese Farben! - Ja, ich werde dem Kaiser sagen, dass es mir sehr gefällt!"
Ich finde, wenn einer die Kunstwahrnehmung dieser Welt derart polarisieren kann,
dann ist er ein Genie....!!
Das war doch dieser Typ, der mit Fett und Filz herumgesaut hat!
Da hat doch mal eine Putzfrau einen augenscheinlichen Dreckhaufen weggeputzt, der von irgend jemand als "Kunstwerk" deklariert worden war. Soll ich euch was sagen? Die Dame hat Recht gehabt !! So einen Dreckhaufen kann jeder produzieren. Eine Unverschämtheit, sowas als Kunst zu deklarieren! Kunst kommt von Können. Müll produzieren hingegen kann jeder. Dazu braucht sich niemand besonders große Mühe zu geben.
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"Kunst kommt von Können" - das betrifft wohl nur die sogenannte "bildende" Kunst. Kunst ist viel zu vielschichtig und viel zu subjektiv und gleichzeitig zeitgeprägt, um sie simplifizieren zu können.
Und Beuys war nicht nur "Künstler", sondern u.a. auch Professor für Bildhauerei in Düsseldorf.
Will mich jetzt aber nicht so weitschweifend äußern, sonst wird das eine "M..Diskussion". *g*
Greets
Tom West
Fett und Filz: Er hat tatsächlich bis zu seinem Tode daran geglaubt.
Das hat auch einen Grund, den man nachlesen kann - ein Erlebnis im Krieg in Rußland, bei dem er fast erfroren wäre und von Einheimischen gerettet wurde - mit Fett und warmen Filz. Das war ein Trauma, das er dann später künstlerisch verarbeitet hat.
Hallo Klaus.
ob das tatsächlich wahr ist, ist bis heute unter zahlreichen Biographen umstritten (u.a. Markert, der das bezweifelt). Zumindest Beuys persönlich hat es wiederholt so dargestellt. Kann es selbst weder verwerfen, noch bestätigen.
Greets
Tom West
Hallo Tom,
quidquid agis...
Wer jedenfalls behauptet, daß Beuys 'nichts konnte', hat keine Ahnung. Es gibt schließlich mehr als genug "klassisch-handwerkliche" Arbeiten, Z.B. Heichnungen, die das belegen.
Aber Beuys hats zum Glück nicht nötig, von mir verteidigt zu werden ;-)
Gruß
K.
@Dr Hook
Ich bin mir sicher, daß Joseph Beuys seinerzeit als der Entartetste der Entarteten gewertet worden wäre.,damit hast du sicher recht,aber damit wertest du auch dein eigenes Statement.
Kunst liegt immer im Auge des Betrachters, gäbe es eine allgemeingültige Richtlinie für Kunst (a la Nazis oder was meinst du mit entartet?), wäre Picasso in seiner kubistischen Phase nie als Künstler angesehen worden. Dadaitische Kunst wäre nie entstanden usw., die Reihe läßt sich beliebig fortsetzen!
Jeder mag die Kunst, die ihm zusagt, Kunst als unverschämt zu "brandmarken" ist nicht nur intolerant, viel schlimmer, es ist ignorant.
Gruß
NANÜ
Naja, ein Pfund Butter in die Ecke hauen oder in Berlins Straßen Müll einsammeln kann jeder. Aber Leute zu finden, die dafür ne Menge Geld ausgeben ist Kunst. Und da passt der Spruch "Kunst kommt von Können" doch gut.
Greetz!!
