Nein, nicht wieder Geflame über Sinn und Zweck der Rechtschreibreform, aber: Soeben erschien die 23. Auflage des Duden-Rechtschreibwörterbuches. Klammheimlich wurden (unter Bezug auf die neuen Regeln) Tausende von Einzelschreibungen und viele Hunderte von Zusammenschreibungen (seit 1996 strengstens verboten!)zugunsten der alten Schreibweise geändert, über 400 seinerzeit aus dem Sprachschatz gestrichene Wörter wiederhergestellt. Teilweise sind beide Schreibweisen als gültig angegeben. Jetzt muß man nicht mehr nachsinnen, warum "Blut saugend" anders als "blutstillend" geschrieben werden soll.
Die Rechtschreibkommision hatte ja vor einiger Zeit bereits etliche "verbotene" Zusammenschreibungen rehabiliert. Bin ja gespannt, wie sie jetzt darauf reagiert.
Das Ganze wird immer verworrener!
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Dank deinem hilfreichen Tip mit dem Magnesium und auch denen anderer Poster geht es ihm wieder supergut.
Na, da bin ich ja beruhigt, dass ich mit meiner alten gelernten Rechtschreibung nicht so oft ins Fettnäpfchen trete :)
luttyy
Hey lutty,
Fettnäpfchen treten?
Ach was. In Germany wusste doch kein Mensch mehr was falsch/richtig beim Schreiben war/ist.
Ich schreibe immer noch so wie früher und bisher. Sogar die Berichte bei uns in der Verfahrensentwicklung werden noch nach "alter" Manier verfasst! Bisher noch keinem aufgefallen... (gg)
triker
also darf man zusammen schreiben wieder zusammenschreiben.
das ist doch toll...
;-)
Genau. Dann weiß auch jeder, daß du etwas nicht getrennt schreibst und rätselt nicht darüber, ob du eventuell im Verein mit einer anderen Person etwas scheibst.
> Jetzt muß man nicht mehr nachsinnen, warum "Blut saugend" anders als "blutstillend" geschrieben werden soll.
Hi Danny,
das ist ja mal eine richtig gute Nachricht, siehe auch das launige Bonmot von garftermy :-))
Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Rechtschreibreform - die Idee, die Rechtschreibung zu vereinfachen, indem Unlogik beseitigt und durch konsequentere Regeln ersetzt wird, finde ich gut. Nur leider hapert es oft bei der Umsetzung, in vielen Fällen wurde eine alte Unlogik nur durch eine neue ersetzt.
Beispiel für misslungen: Die krampfige Eindeutschung von Fremdwörtern. "Ketschup" mit sch, dahinter aber mit u statt a. "Spagetti" ohne das h in der Mitte - dann würde es aber "Spadschetti" ausgesprochen werden. "Kreme" mit K, aber was soll dann noch das e am Ende?
Beispiel für gelungen: ss und ß - endlich eine durch und durch konsequente und logische Regel. Nach kurzem Vokal immer ss ("das Fass"), nach langem Vokal immer ß ("der Fraß"). So macht eine Reform Sinn!
Was mich am meisten genervt hat - und damit zurück zum eigentlichen Thema - ist dieses elende Zerhacken von Wörtern wie...
- abendfüllend
- herzzerreißend
- ekelerregend
- flächendeckend
- lichtdurchflutet
- menschenverachtend
Das alles sind stehende Begriffe, deren Bestandteile untrennbar zusammen gehören. Dann soll man sie auch so schreiben dürfen! Manch einer mag in diesen Dingen nicht so empfindlich sein - mich hat es vom rein sprachästhetischen Standpunkt gestört. Schön, dass unsere Kulturpäpste ein Einsehen gehabt haben.
CU
Olaf
Genau @olaf und "Spitzen Stein" bleibt "Spitzen Stein" :))
Gruß
luttyy
"Spitzen Stein" bleibt "Spitzen Stein" :)) - bis hierher kein Problem, aber weeehe wenn man aus Hamburg kommt und darüber ssssstolpert :-O
Oder heißt es jetzt ßßßstolpert??
CU
Olaf
@Danny: Sicher, dass es schon 1996 war - nicht 98? Seit 1. August 1998 läuft jedenfalls die Übergangsphase, in der beide Alternativen - alte und neue Schreibweise - zulässig sind. AFAIK über 7 Jahre, also noch bis 1. August 2005.
Wenn du unter google sowohl nach "Rechtschreibreform 1998" als auch "...1996" googlest, wirst du dein blaues Wunder erleben. Beide Jahre reklamieren das für sich. Ich weiß es selbst nicht genau, wollte das Ganze nie so richtig wahrhaben. Die Bayer. Staatszeitung jedenfalls sagt ´98. Olaf! Wenn´s die Obrigkeit doch schon sagt! Also weißt du....
O nein, die Staatszeitung sagt 96, was schreibe ich denn! Bin ziemlich früh raus , glaube, für heute langt´s!
Ich zitiere mal aus meiner Quelle (Bayerische Staatszeitung, aktuelle Ausgabe):
"...die Adjektive vom Typus "aufsehenerregend" oder "erfolgversprechend", die es nach 1996 nicht mehr geben durfte, erleben eine seltsam zwielichtige Wiedergeburt: in der Grundform scheint ihre Existenz weiterhin ungewiß, so daß Getrenntschreibung der Regelfall bleibt und Zusammenschreibung lediglich als Variante geduldet wird; für die Steigerungsform aber wird die Zusammenschreibung, die nach 1996 kaum noch jemand riskiert hat, zwingend vorgeschrieben. Das ist wunderbar logisch: man weiß nicht recht, ob es diese Adjektive gibt, aber steigern kann man sie in jedem Fall. Mit der gleichen Willkür, der nichts so verhaßt scheint, wie ein intuitives Sprachverständnis, verdunkeln Trennungsvorschriften wie Mo-narchie, Oli-garchie und andererseits An-omie geflissentlich Herkunft und Bau der Wörter....".
Das mache mal einem Schulkind klar!
Da bin ich gerade gestern auch mit konfrontiert worden. Ein Kollege bat mich, ein mehrseitiges Angebot mal durchzulesen, um evt. Fehler zu finden. Und auweh, da war diese doofe "aufgrund", wo ich mir nie merken kann, ob es nun "aufgrund" oder "auf Grund" heißt. Schnell bei Meister Duden online nachgeschaut, und gefunden, dass beides erlaubt ist. Gut, dann brauch ich mir darüber wenigstens keine Gedanken mehr machen. Ich fürchte nur, dass ich das in einem halben Jahr nicht mehr weiß, dass ich das schon mal rausgefunden habe, dass beides geht, und dann wieder nachschauen muß....:-)))
Ein Kollege aus dem Heer der Arbeitslosen, nehme ich mal an.
Und ich dachte immer die Blonde im Chat wäre paranoid.
Armes Deutschland!
