Hallo Leute,
der Neue hat gleich eine dumme Frage:
Ich habe gehört, daß es angeblich ROM-Chips gibt, die irgendwie mit einem ultravioletten Licht gelöscht werden können?
Kann mir das mal einer erklären?
(Ist kein aktuelles problem, interessiert mich einfach mal...)
Besten Dank im Voraus
Mainboards, BIOS, Prozessoren, RAM 27.328 Themen, 124.494 Beiträge
Ja, die gibt es. Diese Speicher nennen sich "EPROM", wurden oft nur mit Zahlen bezeichnet. (2716 z.B hatte eine Speicherkapazität von 2kB) Diese sind mit UV- Licht löschbar und neu beschreibbar. Sie sind erkennbar an einem Quarzglasfenster. Desweiteren gibt es noch "EEPROM", diese sind allerdings elektrisch lösch- und beschreibbar.
Sind _zusätzlich_ noch elektrisch löschbar. UV-Löschen geht weiterhin, deshalb sind auch auf modernen BIOS-Chips noch immer die AUfkleber drauf, die man nicht entfernen darf.
... aber ich glaube nicht, daß es EEPROMs gibt, die noch zusätzlich UV-löschbar sind!
1. werden EPROMs (die "UV-Löschbaren") anders hergestellt (völlig andere Chiptechnologie) und anders programmiert.
2. sind Keramikgehäuse mit Quarzglasfenster wesentlich teurer ... warum soll man einem elektisch löschbarem ROM-Baustein (dem ein billiges Plastikgehäuse reicht) noch zusätzlich eine teure Verpackung zwecks UV-Löschung geben??
Technisch wäre dies vermutlich lösbar, gibt aber in meinen Augen keinen Sinn ...
rill
ja stimmt, es gibt Eproms und Eprombrenner.
ROM = Read Only Memory -> Fest programmierter Speicher, kann nur ausgelesen werden - nicht beschreibbar (Speicherinhalt wird bereits bei der Chipherstellung festgelegt!).
Alle ROM-Typen erhalten den Speicherinhalt nach Abschaltung der Betriebsspannung, Typ "nicht flüchtiger" Speicher.
PROM = Programmable ROM -> (elektrisch) programmierbarer Speicher (Anwender kann den Chip ein einziges Mal beschreiben, programmierter Inhalt ist unveränderlich) ... sind meist EPROM-Chips mit Plastikgehäse und damit ohne Quarzglasfenster.
EPROM = Erasable Programmable ROM -> Speicherinhalt ist wieder löschbar und Neuprogrammierung möglich (gemeint ist hier nur löschbar mittels UV-Licht ... historisch gesehen waren dies die ersten löschbaren und erneut programmierbaren nicht flüchtigen Halbleiterspeicher).
Halbleiter haben die Eigenschaft, bei Einfall bestimmter Lichtwellenlängen (UV-Licht) mit Ladungsverschiebungen zu reagieren. Dadurch sind die Daten auch wieder löschbar.
EPROMs haben immer teure Keramikgehäuse mit Quarzglasfenster, Bild hier:

Es gibt kleine UV-Löschgeräte wie in diesen Bildern:


Es können mehrere EPROMs in das Gerät eingeschoben und zugleich gelöscht werden (Löschzeit 15 - 30 min). Größere Geräte können ganze bestückte Speicherplatinen aufnehmen, die EPROMs brauchen dann nicht aus ihren Fassungen gezogen werden.
EEPROM = Electrically Erasable Programmable ROM -> elektrisch programmierbarer und elektrisch löschbarer Speicher. EEPROMs sind meist in serieller Art ausgeführt (Adressen und Daten werden seriell eingelesen), dadurch ist alles langsamer als bei EPROMs (Vorteil: weniger Anschlüsse).
EPROMs sind wesentlich robuster einschließlich höherer Datensicherheit (100%ig virensicher!), EPROMs haben auch höhere Programmierzyklen als EEPROMs.
rill
Deine Beschreibung, @rill, ist präzise.
Zusätzlich noch eine Ergänzung: EPROM wurden Anfangs auch mit Plastegehäuse hergestellt, das ist mir allerdings nur vom 1/4 K und 1 K- Chip bekannt.
Die EEPROMS sind, physikalisch gesehen, ebenfalls durch UV- Licht löschbar. Angewendet wurde das nie, soweit bekannt!
Wie eigentlich alle pn / np - Übergänge durch Licht beeinflußbar sind, je kürzer die Wellenlänge, desto intensiver die Beeinflussung.
Dazu vielleicht als kleines (und heute lustiges) Bonbon: Wir haben, zu meiner Studienzeit Mitte der Sechziger, Transistorengehäuse vorsichtig geöffnet (noch Germanium!) und sofort mit glasklarem 2- Komponenten- Epoxydharz ausgegossen. Da hatten wir Fototransistoren, die manchmal sogar einen Monat lang funktionierten!
Die von Dir genannte Art von Ge-Fototransitoren kenne ich auch ... eleganter war folgende Transistormodifikation: bei Ge-Transistoren im Glasgehäuse schwarzen Schutzlack abkratzen - fertig war der Fototransistor! Einige solcher uralten Glas-Ge-Transistoren habe ich heute noch in meinen Lagerbeständen!
Lichtempfindliche Selen-Elemente wurden aus Se-Gleichrichtern gewonnen ... man legte die demontierten Platten auf die Herdplatte und die aufgeschmolzene Zinn-Abdeckschicht wurde schnell mit einem Lappen entfernt ... zum Vorschein kam dann die lichtempfindliche Selenschicht!
Meine ersten Kopfhörer- und HiFi-Verstärker und Selbstbauradios waren alle mit Ge-Transitoren bestückt. AF139 - hatte der nicht 60,-DM gekostet?
rill
Stimmt, das waren die AC 44/45! Haben mir meine Westverwandten heimlich mitgebracht, in einer ausgehöhlten Kleiderbürste! Und den AF 139 - das war eine Kostbarkeit. Mit dem habe ich den ersten Antennenverstärker K 10 gebaut, mit welchen ich Illegal "West- Fernsehen" empfing. Als Antenne eine für den K 10 eigens dimensionierte Cubical Quad mit Reflektor. Die wurde an der Ing- Schule mit dem Wobbelgenerator abgeglichen, soweit es ging. Durfte ja keiner sehen, daß ich Westempfang hatte! Die Quad hat keiner als West- Antenne angesehen.
und noch ein bisschen mehr davon,
http://www.progshop.com/versand/programmiergeraete/index.shtml
http://www.media2000-berlin.de/html/body_batronix.php
mfG bollerman
