Hi Zephanja !
Vielen Dank für die Blumen und Dein Vertrauen in meine Kenntnisse
bzgl. der alten BX-Bretter, aber ich bin kein 'gelernter Elektroniker'
oder sonst ein IT-Experte, sondern einfach nur ein Privatmann, der
halt gerne Computern herumbastelt.. ;-))
Ich habe mir Deinen Beitrag auf nickles.de mal angesehen, aber
so ein abgedrehtes Problem wie an Deiner Kiste ist mir bisher noch
nicht untergekommen. Es tut mir schrecklich leid, daß ich Dir keinen
'Geheimtip' bzgl. Bios-Einstellungen o.ä. weitergeben kann,
durch den man dem Rechenknecht seine Flausen austreiben kann,
denn ich denke, es handelt sich in diesem Falle eher ein Hardware-
Problem als um einen Bios/Software-Trouble ..
Es ist irgendwie schon sehr seltsam, daß der Rechner eine Zeitlang
scheinbar völlig ohne Probleme läuft und dann auf einmal gar nicht
mehr weitermachen will und dann auch noch eine 15-minütige
Zwangspause einlegt. Das alles riecht förmlich nach einem
Wärmeproblem des Rechners, und meiner Ansicht nach bist Du
mit diesem Verdacht schon auf dem richtigen Wege.
Allerdings kommt es jetzt darauf an, die schuldige Komponente
herauszufinden, also überlegen wir mal, welche störrischen Hitzköpfe
denn so in dem System herumgurken :
Die erste Hitzequelle ist natürlich der Prozessor, der deswegen ja auch
den großen Kühlkörper + Lüfter besitzt. Du sagtest, daß der CPU-Lüfter
soweit erkennbar in Ordnung wäre, in diesem Bereich käme also nur noch
eien mangelhafte Verbindung [ und eine daraus folgende unzureichende
Wärmeübertragung, hervorgerufen durch fehlendes Wärmeleitpad oder
gealterte=eingetrocknete Wärmeleitpaste ] zwischen dem wärmeproduzierenden
CPU-Kern und dem wärmeableitenden Kühlkörper in Frage. Du könntest
ja den Prozzi mal ausbauen, falls man den CPU-Cooler problemlos abnehmen
kann, dann könnte man den Zustand der Wärmeleitpaste / des Wärmeleitpads
kontrollieren und dieses Zeugs ggf. gegen eine neue WärmeleitPaste [ WLP ] ersetzen.
Allerdings sollte man dabei beachten, daß die Cache-Bausteine an der CPU-Platine
aufgelötet sind, diese Dinger werden ebnefalls warm und müssen daher ebenso mit
WLP beschmiert werden. Am Besten nimmst Du dazu eine stinknormale [ = weiße ]
WLP auf Silikon-Basis her, denn die heutzutage sehr beliebten silberhaltigen [ = grauen ]
WLP können u.U. auch stromleitend sein, und auf so einer CPU-Platine eines alten
Slot1-Prozzis gibt es genügend freiliegende [ und von verschmierter WLP kontaminierbarer ] Leiterbahnen, die den innigen Kontakt mit stromleitenden WLPs mit einem Kurzschluß quittieren können.
Aber Du erwähntest, daß Du die Prozzi-Kühlung bereits abgecheckt hättest, und wenn es
der CPU ständig zu warm ums Herz werden würde, dann würde die Kiste bestenfalls nur ein paar Minuten, aber bestimmt keine halbe Stunde durchhalten...
Eine andere problematische Hitzequelle ist die GPU [= Graphic-Processor-Unit= der
zentrale Chip auf der Graphikkarte ]... Ich weiß nicht, was für eine GraKa in der
Kiste verbaut ist, ein stromfressender Hitzkopf wie z.B. eine Voodoo 3 oder eine
TNT2- oder GeForce-Karte könnten dann schon Probleme machen... Die älteren
Gigabyte-Bretter wie auch Dein BXC haben ein großes Problem mit den Stromfressern
im AGP-Slot, allerdings zeigt sich dieser Umstand mit etwas anderen als den von Dir
geschilderten Symptomen, und ich vermute mal, daß bei einem PII-350 eher eine
genügsame ATI 128 oder Matrox G200 als eine heißblütige Pixelschleuder der GeForce/
Voodoo-Klasse verbaut ist. Aus diesen Gründen glaube ich, daß man die GraKa mit gutem
Gewissen von der Liste der üblichen Verdächtigen streichen kann, trotzdem könnte man mal
einen Finger für ein paar Sekunden an den GPU-Kühlkörper dranhalten. Wenn der Finger ohne Schmerzschreie und Brandblasen abgenommen werden kann, dann dürfte an diesem Punkt
ja wohl alles in bester Ordnung sein, falls man nach der Fingerprobe dennoch auf den
Eisbeutel und die Brandsalbe zurückgreifen muß, dann weiß man wenigstens, wo der Fehlerteufel
sitzt und wo man einen zusätzlichen Lüfter anbringen sollte... ;-))
Tja, was bleibt denn jetzt noch übrig, falls die bisherige Fehlersuche ergebnislos verlaufen ist,
oder mit anderen Worten ausgedrückt, welche Komponente hat denn sonst noch einen Lüfter ??
Also mir fällt da auf die Schnelle eigentlich nur noch das Netzteil ein, denn das 'Power Supply'
ist auch das Bauteil, das derartige urplötzlich einsetztende Fehlfunktionen verursachen kann.
Du sagst doch selber : " >Gestern lief die Mühle 1/2 Stunde problemlos, bis sie ...
Zack - einfach ausging als hätt' man den Stecker gezogen... Seitdem springt das Ding nicht mal mehr an...." Eine überhitztende GraKa kündigt sich üblicherweise mit grünen Streifen und einem 'zermatschten' Monitor-Bild an, bei einem zu warmem Prozzi würde das Bild völlig einfrieren
und/oder wenigstens noch ein BlueScreen auftauchen, aber wenn es einem der
Netzteil-Kondesatoren zu warm wird, dann geht die Kiste einfach aus und läßt sich erst dann wieder
einschalten, wenn die ganze Chose abgekühlt ist, was durchaus ca. eine Viertelstunde dauern kann...
An Deiner Stelle würde ich also zuerst mal das Netzteil austauschen, denn nur mit einer astrein funktionierenden Stromversorgung kann man sich auf die 'erweiterte' Fehlersuche begeben.
Ist die Kiste jetzt in einem stabilen Zustand, dann hat sich die Sache ja erledigt, falls denoch
irgendwelche komischen Fehler bestehen, dann hat Dir der Nickles-User 'Sossi' die weitere
Vorgehensweise zur systematischen Fehlersuche bereits aufgezeigt. BTW, falls Du die Kiste
aufschraubst, dann sieh Dir bei dieser Gelegenheit die Kondensatoren am Mainboard mal
ganz genau an [-> http://www.heise.de/ct/aktuell/meldung/34988 ], denn es ist durchaus
vortellbar, daß ein minderwertiger / vorzeitig gealteter Elko auf dem Mainboard derartig
gravierende Mängel verursacht...
Ich hoffe mal, daß ich Dir mit meinen Überlegungen etwas weiterhelfen konnte, ich wünsche
Dir Viel Erfolg und ein herzhaftes 'Waidmannsheil' bei Deiner Jagd nach dem Fehlerteufel... ;-))
cu Bavarius