Hallo zusammen!
Ich wollte irgendwann in naher Zukunft einmal eine oder mehrere Linux-Distris, z.B. OpenSuse oder Kubuntu, auf meinem G5-Mac ausprobieren. Die Fragestellung ist also rein vorbeugender Natur...
Weiß jemand, wie man den Bootsektor hinterher ggfs. wiederherstellen kann, falls ich die Distri nicht behalten möchte? Tante Google zeigt sich zu dem Thema recht maulfaul - das höchste der Gefühle waren fragen von Usern, die das gleiche vorhaben, aber eine klare Antwort habe ich vermisst.
THX
Olaf
Linux 15.070 Themen, 107.540 Beiträge
Du kannst VORHER ein Backup deines MBR , also des ersten Sektors mit 512 Byte, machen. Ich kenne diese Mac Rechner nicht. Haben die Mac Festplatten auch Sektoren mit 512 Byte Größe ?
Wenn ja, dann kannst du auf Diskette (oder einen andren Datenträger) mit Hilfe von dd (disk dump) eine Kopie des ersten Sektors machen:
dd if=/dev/hda of=/dev/fd0 bs=512 count=1
bedeutet, der erste Sektor (count = 1, Sektorgröße = 512 Byte) wird von der ersten Festplatte ( /dev/hda ) auf eine Diskette (/dev/fd0) kopiert.
Sollte irgendwas schiefgehen kannst du mit
dd if=/dev/fd0 of=/dev/hda bs=512 count=1
den MBR wieder zurückschreiben.
Macs haben kein Diskettenlaufwerk , oder ?
Man kann den MBR auch als Imagedatei in ein Unterverzeichnis von Linux kopieren (oder ein anderes Verzeichnis von Mac)
dd if=/dev/hda of=/Unterverzeichnis_in_Linux/MBR.img bs=512 count=1
Die Datei MBR.img enthält danach den ersten Sektor , inkl. der Partitionstabelle.
Der grub macht bei Debian kein Backup des MBR, aber ich glaube der lilo hat früher immer ein Backup des MBR erstellt, bevor der Bootloader überschrieben wurde.
Hat das Mac Betriebsystem nicht auch diesen dd Befehl ?
Normalerweise müßte dein Mac Betriebsystem auch so ein Befehl wie fixmbr bei Windows kennen , um den Bootloader des MBR wieder zu reparieren.
PS: Deshalb wird Unix immer in der Konsole konfiguriert. Man ist vom Desktop völlig unabhängig und kann mal eine Reparatur machen, wenn sich der Desktop nicht mehr starten läßt.
Ich glaube Microsoft hat das Konzept von Unix nicht ganz verstanden, sonst würden die Programmierer bei Microsoft Windows anderes programmieren ;-).
Ich würde es an deiner Stelle anders machen. Man kann den grub auch in die root Partition von LInux installieren lassen. Distributionen wie Ubuntu sind aber zu sehr automatisiert und lassen dem Anwender keine Wahl wohin der grub installiert werden soll.
Du mußt den grub nur in den MBR installieren , wenn grub andere Betriebsysteme starten soll. Du kannst den grub auch von einem anderen Bootmanager starten lassen und installierst den grub in die / - Partition von Linux.
Bringt Mac OS irgendeinen Bootmanager mit der andere Betriebsysteme starten kann ?
Wenn du z.b. von SuSE auf Kubuntu wechseln willst, kannst du einfach mit dem Kubuntu-Setup die SuSE-Partition formatieren und Kubuntu an dessen Stelle installieren. Beim Abschluss der Installation wirst du dann gefragt, wohin du den Bootloader schreiben willst. Wenn du den nun in den MBR schreibst, ist die alte Installation automatisch geplättet.
SuSE und Kubuntu sind hier mal nur stellvertretend erwähnt, dasselbe funktioniert natürlich mit praktisch allen Distributionen, da immer am Ende der Installation der Bootloader installiert werden muss.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob bei der PPC-Architektur nicht irgend ein anderer Bootloader als Grub bzw lilo verwendet wird. Zumindest auf Sparcs und EFI-Rechnern gibt's jeweils was anderes.
http://www.imhorst.net/?page_id=47
Das klappt tatsächlich, allerdings scheint mir der Bootloader vollkommen sinn frei zu sein. Wenn man per Open Firmware das zu bootende Volume auswählt (MacOS, Linux HD, Linux CD), also in diesem Fall Linux von der Platte startet erst der Bootloader mit der Auswahl: L Linux, X MacOS, C CDRom. Wenn die Linux Partition ausgewählt ist kommt der Bootloader gleich... Am Mac eigentlich unnütz ;-) Die Linuxpartitionen Lassen sich mit dem Festplattendienstprogramm unter Tiger allerdings nicht mehr löschen. Von der OSX-CD klappt es aber, nach dem man mit der Linux Live-CD die Falsche unbeschriftete Partition formatiert hat...
mfg
chris
Um es gleich vorweg zu nehmen, du bist Anfänger, lass es. Kauf dir einen alten x86, mach ein Debian drauf, spiel damit rum und probiere ob es Dir liegt. PowerPC werden von den Distributionen nur noch halbherzig oder gar nicht mehr unterstützt. PowerPC ist im wesentlichen nur noch was für Leute, die genau wissen, was sie tun. Von Anfang an sind Textdateien zu editieren, Einstellungen von Hand vorzunehmen, Platten von Hand einzurichten. Sound muss angepasst werden, Netzwerke sind evtl. von Hand einzurichten. Wenn Du da Fehler machst, hast Du viel Arbeit und ein riesiges Frusterlebnis. Ich weiß von Debian und Gentoo von neueren Versionen für PowerPC, Ubuntu/Kubuntu sind 6.0.6, ob sie für PowerPC je weitergeführt werden ist fraglich. Wenn Du etwas lernen willst, es gibt für Gentoo eine wunderbare deutschsprachige Anleitung, sehr gut erklärt. Siehe www.gentoo.de .
Nach allem, was ich gelesen habe, ist ein älterer Mac wenig bis gar nicht geeignet um mit Linux "herumzuspielen" - wenn schon, dann ein Intel-Mac, besser noch ein PC. Trotzdem vielen Dank für die Tipps.
CU
Olaf
