Hallo !
Verzeiht mir diese Fragestellung; aber als Linuxneulung (ca 3 Monate
bei intensiver Einarbeitung ) möchte ich, nachdem ich nun einen kleinen Einblick in die Materie genommen habe diese Frage gern beantwortet zu Wissen. Mein Umstieg auf Linux beruhte darauf ( mal abgesehen von den üblichen Gängeleien bei Windows ) mein Betriebssystem und deren Anwendungen so zu gestalten wie ich es möchte. Bis zur Vollendung ist natürlich ein langer Weg, das habe ich auch erkannt.
Bisher kenne ich nur Ubuntu und Opensuse. Mandriva und Debian habe ich mir angeschaut.
Wenn man viel lernt ist es, so denke ich auch nicht zu schwer.
Eine Umstellung ist es schon. Aber Dos + Windows mußte ich ja auch mal lernen. Also geht es noch mal von vorn los.
Eine genaue Beantwortung meiner Frage würde mich daher sehr freuen.
MFG Acader
Linux 15.070 Themen, 107.540 Beiträge
Es kommt darauf an, was du unter "mehr" verstehst.
Grundsätzlich sind ja alle Distributionen mehr oder weniger gleich. Die verwendeten Bausteine (die Programmpakete) sind identisch (abgesehen, dass sie bei einigen Distributionen neuer, bei anderen älter sind), nur der Leim (Paketversionen, distributionsspezifische Konfigurationstools) ist anders. Soweit mal grob geschildert.
SuSE kann halt "mehr" Automatismen und "mehr" GUI-Konfiguration als Debian. Debian kann dafür "mehr" Flexiblität bieten, erfordert dafür aber auch "mehr" Einarbeitung und Wissen. Durch die durch sorgfältige Tests bedingten enorm langen Releasezyklen ist Debian auch sehr solide und eins der fehlerfreisten Betriebssysteme. Ubuntu ist letztendlich nur ein Debian mit etwas aktualisierten Pakten, schnelleren Release-Zyklen, einer kommerziell orientierten Organisation dahinter und einigen zusätzlichen grafischen Konfigurationstools, welche aber direkt auf den Debian-Kommandozeilen-Einstellungen basieren.
Letztendlich solltest du die Distribution wählen, womit du am Besten arbeiten kannst und zurechtkommst (ausser du stellst auch noch ethische Bedingungen oder lässt gewisse Distributionen aufgrund schlechter Erfahrungen aus der Vergangenheit weg... in meinem Fall trifft beides auf SuSE zu ;-) ).
Hallo und danke für die Antwort the mic !
Die Flexibilität wäre für mich natürlch schon von größerer Wichtigkeit als z.B. die Benutzeroberfläche usw.
Ubuntu gefällt mir (ich habe Gnome) eigentlich besser als die Susi. All meine Anwendungen (außer spezifische die es nur für Windows gibt) laufen gut.
Natürlich sind die Anwendungen auch eine gewisse Umstellung, ist aber belanglos !
Aus deinen Schilderungen entnehme ich das Ubuntu auf Debian aufbaut. Also ist Ubunto die Vollkommenere Distribution.
Na gut, ich werde mich mal eingehend damit beschäftigen.
MFG Acader
Debian ist meine Lieblingsdistribution.
Die echten Unixsysteme sind schon immer auf Flexibilität hin entwickelt worden.
Das bedeutet das der Anwender selbst entscheiden kann für welchen Anwendungszweck er den Rechner konfigurieren möchte.
Diese Flexibilität wird dadurch erreicht das sehr viele Kommadozeilenprogramme für die Konfiguration eingesetzt werden. So wie ich es verstanden habe, läßt sich das auch gar nicht anders programmieren.
Man kann bei Debian gleich bei der Installation entscheiden ob man einen Internetserver oder nur einen Desktoprechner installieren möchte.
Selbst wenn man nur einen Desktoprechner aufbauen will, dann hat man immer noch die Auswahl zwischen drei Desktops (KDE, Gnome, XFCE) und vielen einfachen Windowmanagern.
Der Vorteil ist auch man kann immer mal eine kleine Reparatur machen, da die Konsole immer funktioniert wenn mal der Desktop sich nicht starten läßt.
Ich habe Debian nur ganz selten komplett neu installiert.
Ein weiter Vorteil ist bei Debian auch, das Debian versucht kompatibel zur Linux Standard Base zu sein.
Dadurch kann man eben auch Industrieanwendungen installieren die unter einer Enterpriseversion von Red Hat oder SUSE programmiert wurden.
Der Nachteil bei Debian ist immer eine gewisse Verzögerung beim Releaszyklus.
Die Linux Standard Base 3.1 ist vielleicht schon seit einem Jahr aktuell, aber Debian etch 4.0 ist erst im April fertig geworden.
Man muß aber bedenken das Debian keine Softwarefirma ist wie Sun Microsystems sondern nur ein Freiwilligenprojekt.
Viele Debian Entwickler arbeiten nebenberuflich und praktisch umsonst an Debian. Debian finzanziert sich über Spenden. Da kommen eventuell mal 100.000 $ oder 200.000 $ Im Jahr zusammen.
(Zum Vergleich, Windows Vista hat angeblich 10 Milliarden Dollar in der Entwicklung gekostet. Debian macht mit 200.000 $ eine besseres Betriebsystem als Microsoft mit 10 Millarden $ ;-)).
Außerdem läuft Debian auf 14 ! Architekturen , von Sparc über Intel Itanium bis zu AMD64 und das bei mehr als 18000 Paketen.
In Debian steckt eine Menge Arbeit !
Ubuntu ist meist aktueller bei den Programmpaketen, aber man kann als Privatanwender auch Debian testing nutzen wenn Debian stable schon zu alt ist.
Für Produktivumgebungen in einer Firma wird Debian stable empfohlen.
Vielleicht ließt du mal im Debian Anwenderhandbuch etwas nach:
http://debiananwenderhandbuch.de/
Das derzeit beste Handbuch ist das von Martin F.Kraft:
http://www.amazon.de/Das-Debian-System-Konzepte-Methoden/dp/3937514171/ref=pd_bbs_sr_1/028-6113415-2839752?ie=UTF8&s=books&qid=1186906881&sr=8-1
Im Prinzip ist Debian eine Art von Unix (Linux sowieso im allgemeinen)und für Privatanwender und auch für Firmen geeignet.
Ich würde mal sagen das sich Debian hinter Unixderivaten wie Solaris 10 nicht zu verstecken braucht.
Debian ist wirklich sehr professionell entwickelt worden.
PS: Ich würde mal behaupten das Debian die Vorteile von Unix, diese Flexibilität, Transparenz und Erweiterbarkeit kombiniert mit den notwendigen Standards im Desktopbereich.
Bei Unix gab es nie richtige Standards für den Desktopbereich. Ich nehme mal an das sich Unix deshalb auch nie richtig im Desktopbereich hat durchsetzen können.
Unixsystem sind für den Serverbereich entwickelt worden und Linux im allgemeinen (egal welche Distribution) soll sowohl Im Serverbereich als auch im Desktopbereich gut funktionieren.
Da muß nun jeder Anwender selbst entscheiden welche Distribution er gern nehmen will. SUSE versucht mit seinem yast die Konfiguration mehr intuitiv zu gestalten . Ubuntu baut auf Debian auf und ist gut für Einsteiger geeignet und ich nutze gern Debian weil ich Linux schon seit 10 Jahren nutze ;-).
Um fremde Programme installieren zu können die unter einer anderen Distribution programmiert wurden , sollte die verwendete Distribution möglichst kompatibel sein zur Linux Standard Base (momentan Version 3.1). Die Wahl der Distribution ist dann nur vom persöhnlichem Geschmack abhängig.
Genaugenommen ist Debian nicht wesentlich schwieriger als zB Ubuntu.
Bei der Installation von dem -- auf der Webseite angebotenen mini-isos in Businescardgröße oder etwas größer kann man einiges lernen.
Insbesondere über die Stärke von Apt , der Paketverwaltung von Debian.
Da kann man zB den KDE sehr klein halten und -- nach und nach die Komponenten installieren die man braucht.
Eine ungewöhnliche Lösung ist die Installation von Xp aus , da wird vorübergehend ein Booteintrag installiert. -- mit der Debian.exe
Dann kann man , den Anweisungen des Bootbildschirm folgend ein Debian installieren.
Xp bleibt erhalten und wird von Debian aus gebootet.
Es bleibt eigentlich nur die Hürde wenn man mal Änderungen am Xserver machen muß.
Dies bekommt man mit etwas Lesen und dpkg... auch hin.
Finde ich auch. Das einzige was bei Debian für Anfänger etwa schlecht gelöst ist, ist die Installation von KDE oder Gnome. Wenn man sich den KDE oder den Gnome vom Debian - Installer automatisch installieren läßt (kann man auch überspringen und selbst die Pakete auswählen die installiert werden sollen) , dann wird der komplette KDE und /oder Gnome installiert.
Der Desktop ist dann zu aufgebläht mit nutzlosen Programmen.
Bei Ubuntu wird automatisch ein übersichtlicher Desktop installiert.
Die Einsteiger müssen nicht gleich wissen welche einzelnen KDE- oder Gnomepakete sie installieren müssen, um einen übersichtlichen Desktop zu bekommen.
Wirklich kompliziert wird es erst wenn man einen Internetserver mit Debian aufbauen will. Aber das ist immer so, weil Serveranwendungen wie Postfix sehr viele Einstellungmöglichkeiten bieten.
Die Dokumentation von Debian war früher auch nicht gut. Alles war in unzähligen Howtos im Internet verstreut.
Das ist aber wahrscheinlich normal bei einem Freiwilligenprojekt. Da fühlt sich nicht unbedingt jemand für die Dokumentation verantwortlich.
Ist aber auch besser geworden.
Das Handbuch von Martin F. Kraft ist schon lesenswert.
Stimmt genau , Ubuntu ist natürlich auch gut insbesondere Kubuntu 7.0.4.
Nur stört oft das hohe Updatevolumen, wenn man eine Weile nicht im Internet war. Manchmal wird
Apt dabei zerschossen.
Bei Debian gibt es kein automatisches Update , es geht aber wohl mit Befehlen.
Eigentlich solten nur Sicherheitskrische Programme
erneuert werden und nicht das halbe System.
Bin mir nicht sicher ob man den Firefox bzw Iceweasel nicht einzeln Updaten kann?
Den werden wohl viele neben dem Opera einsetzen.
Deshalb wird ja auch bei Debian der Unterschied zwischen stable und testing gemacht.
In einer Firma kann man doch nicht ständig am System rumbasteln, damit irgendwas funktioniert.
stable wird einmal richtig konfiguriert und dann kann man stable vielleicht 1,5- 2 Jahre nutzen.
Man braucht nur noch Sicherheitsupdates zu installieren.
Und nach etwa 2 Jahren kommt dann die nächste stabile Version heraus. Da muß man nur die Versions-Bezeichnung in der Datei
/etc/apt/sources.lst ändern . Danach gibt man den Befehl "apt-get update" und dann "apt-get upgrade" oder "apt-get distupgrade" ein.
cat /etc/apt/sources.list
deb http://ftp.de.debian.org/debian/ etch main non-free contrib
deb-src http://ftp.de.debian.org/debian/ etch main non-free contrib
deb http://security.debian.org/ etch/updates main contrib non-free
deb-src http://security.debian.org etch/updates main contrib non-free
Anstelle von etch schreibt man einfach lenny rein , wenn lenny stable wird.
Debian versucht immer einen sehr fließenden Übergang von einer stabilen Version zur nächsten stabilen Version durchzuführen.
Im Großen und Ganzen funktioniert das auch immer sehr gut.
Konfigurationsdateien die mit einem Editor in /etc bearbeitet wurden, werden in der Regel nicht automatisch bei einem Softwareupdate überschrieben.
Da wird der Administrator nur gefragt ob er diese Datei überschreiben lassen möchte.
Auf jeden Fall wird immer ein Backup der jeweiligen Datei angelegt.
Also die manuellen Einstellungen von Serveranwendungen wie bei Postfix gehen nicht verloren.
Ich habe immer wieder gelesen das es sehr schwierig zu programmeren sein soll, solche manuellen Veränderungen bei einem Softwareupdate automatisch zu übernehmen.
Da muß dann der Administrator wieder mit einem Editor nacharbeiten.
Es fehlen einfach die Standards bei Konfigurationsdateien und Unixanwendungen haben manchmal so viele Einstellmöglichkeiten, das es schwierig ist so eine automatische Konfiguration durchzuführen.
Desktoprechner sind eh' nicht so kompliziert.
Also man braucht schon ein gutes Handbuch bei Debian.
Hallo KarstenW !
Hört sich gut an was du da schreibst und könnte mich vielleicht interessieren.
Bei ixsoft.de kostet Debian 88 € da ist sogar ein Handbuch in deutscher Sprache bei.
Ich werde es mir auf alle Fälle überlegen.
MFG Acader
88 € ?
Das ist zuviel.
Wenn du DSL hast, dann brauchst du nur die erste CD herunterladen. Die Internetserver werden automatisch in die Datei /etc/apt/source.lst eingetragen.
Alle Pakete die nicht auf der ersten CD sind, werden von apt,aptitude oder synaptic vom Server geholt.
Wenn du CDs kaufen willst, dann würde ich an deiner Stelle die richtigen Distributoren wählen:
http://www.debian.de/CD/vendors/#de
Das beste Buch ist das von Martin F.Kraft. Da ist eine alte sarge Version dabei.
http://debiansystem.info/news/german-website-delay
Das gibt es auch in Deutsch.
Dieses automatische Update von (K)Ubuntu läßt sich doch sicherlich auch abstellen , wenn man das nicht unbedingt will.
Oder irre ich da ?
Ganz selbstständig macht K(u)buntu das nicht es ist ein Icon auf der Leiste das informiert wenn Updates möglich sind .
Man muß nicht sofort updaten , wenn man es vezögert wird der Download später länger.
Beide Systeme haben ihre Vor und Nachteile. Das Aussehen von Kubuntu ist Recht ansprechend.
Von Debian gibt es sogar spezielle 1-CD Versionen jeweils für Kde , Gnome oder Xfce.
Die Installation von der Live CD geht bei K(u)buntu recht schnell , danach ist aber gleich ein Update bereit.
Außnahme -- wenn gerade ein brandneues herauskam.
Wenn man DsL hat sollte man nur Geld ausgeben wenn man ´`alle CD`s nicht als Gebrannte haben will.
Ansonsten kann man gelegentlich auf die eine oder andere Fachzeitschrift schaun , nicht selten werden dort CD`s oder gar DVD`s angeboten .
Oft sogar mit mehreren Distributionen.
Das hatte ich noch nie. Und ich nutze Ubuntu seit der ersten Stunde. Soll nicht heissen, dass ich mir nicht selbst das System schon zerschossen hätte. ;-)
Eigentlich solten nur Sicherheitskrische Programme erneuert werden und nicht das halbe System.
Das liegt ganz an Dir. Wenn Du nur die sicherheitsrelevanten Paketquellen freischaltest, sucht der Update-Manager auch nur da nach Updates. Du kannst ihn auch komplett deinstallieren. Ich halte aber gerade die Aktualität der Pakete für eine Stärke von Ubuntu.
Gruß
Rheinlaender
Zerschossen ist vielleicht zu hoch gegriffen.
Beim Download nicht , aber wenn beim Installieren der Pakete Apt stehenbleibt ist das System in einem undefinierten
Zustand. Es gibt auf der Ubuntuseite einen Befehl der das meist beheben kann: apt -- irgendwas den hat man
aber meist nicht parat. Und ins Netz um nachzusehen wie der Befehl heißt kann man auch nicht da Kde ja noch nicht zuende Upgedatet ist. Alle Unix und Linux Befehle auswendig zu lernen geht auch nicht -- man stirbt eher.
Der Vorteil eines Systeme wie Apt ist aber auch erhöhte Sicherheit , zumindest bei den offiziellen Repositorys.
Oft ist es noch nicht vorgekommen , sonst müßte man sich den Befehl um ein steghengebliebenes apt neu zu
starten merken.
Debian und Kubuntu sind aber Klasse.
Auf älteren Kleinen Festplatten kann man sogar XFS verwenden , hat weiniger kopbewegungen.
"apt-get -f install"
behebt die meisten Probleme, also wenn beispielsweise Bibliotheken noch automatisch nachinstalliert werden müssen.
Ubuntu baut auf Debian testing auf. Debian testing hat meist noch sehr viele Bugs und Programmierfehler.
Ich weiß nicht ob Ubuntu diese Fehler schon rausbekommen hat.
