Hallo!
Ich melde mich mit einer Bitte um einen Rat. Da ich eine Arbeit aufgenommen habe (arbeite als Helfer in einer Zeitarbeitfirma) und meine Existenz in Minimalen sicherte, bohrt mich der Gedanke, mein Fachwissen zu erweitern und zu vertiefen. Also ich bin auf der Suche nach einer Art Fernstudium (wobei ich in Foren eher abratende Stimmen hörte). Das Gebiet meiner Interessen kann man als Computer->Betriebssysteme->Netzwerke/Anwendungsprogramme bezeichnen. Da eine Art kurzer Lebenslauf: bin 42 Jahre alt (also hat schon ein Beigeschmack), stamme aus Osteuropa und habe in der Heimat als Ingenieur-Elektriker gearbeitet. Gelernt habe ich in einer Politechnischer Universität, 7 Semester (nicht abgeschlossene Hochschulbildung) in der Fachrichtung Automatik/Fernsteuertechnik. Nach meiner Einreise in Deutschland habe ich in Abendrealschule Mittlere Reife absolviert. Seit drei Jahren bin ich erlernter Industrieelektroniker/Fachrichtung Gerätetechnik, in dem erlernten Beruf habe ich nicht gearbeitet. Mit dem Computer bin ich seit sechs Jahren befreundet, unter dem mit Linux seit acht Monaten (benutze Ubuntu seit sechs Monaten). Mein Profil können Sie da ansehen: http://ubuntuusers.de/users/1GENNADIY1/
Bei meiner Suche nach einer Fernstudium bin ich auf einige Angebote angestoßen, die eher mich abschrecken (wird z. B. als Betribssystem Red Hat angeboten: warum nicht Debian oder Ubuntu (SUSE gibt es ja)?). Ich interessiere mich grundsätzlich für Betriebs/Fabrik-orientierte Anwendung von OS ( MS (ich verstehe, dass was Betreiben angeht, kann man von MS nicht weggehen), oder Linux (bevorzugt, da ein begeisterter Anhänger geworden bin). An dieser Stelle möchte ich die Gemeinschaft loben und danken - meine Kenntnisse (wenn auch nicht viel) und Anstöße habe ich hier bekommen (also eine Art Anfänger-Fernstudium habe ich schon absolviert). Der Hauptgedanke liegt in Aufbau und Erweiterung meiner Wissen, dahinter aber steckt die Mögliuchkeit der praktischen Anwendung (warum nicht?)
Wäre dankbar für die Vorschläge!
Tschüss!
MfG
Gena
Linux 15.070 Themen, 107.540 Beiträge
Hallo Gennadi,
eigene Initiative ohne "Zertifikat" zählt in Deutschland leider nicht direkt. Ohne Ausbildungsnachweis bzw. den Nachweis über praktische Erfahrungen in einem betrieblichen Zeugnis hast Du es schwer. Bei uns bietet die Fachhochschule einen Kurs für Gasthörer an, vielleicht gibt es soetwas auch bei Dir in der Nähe. Zum Thema Fernstudium vielleicht auch hier http://www.fernstudium-direkt.de/fernstudium/9092abdd67d57501.html .
Nach meiner Meinung ist bei der Ausbildung die Distribution egal, weil alle Linuxderivate ähnlich funktionieren. In Produktionsumgebungen wird eher auf professionell unterstützte Linuxumgebungen gesetzt, also RHEL (Red Hat Enterprise Linux) oder Suse Linux Enterprise mit Novell im Hintergrund. "Freie Distributionen" deren Erkenntnisse dann in die zertifizierten einfließen sind Fedora von Red Hat unterstützt und opensuse als Ableger von Novell unterstützt.
Etwas "schwerer" aber gut zum Lernen ist nach meiner Meinung die Distribution Gentoo, weil du hier "wirklich" Systemadministrator bist. Angefangen von der Systemvorbereitung über die Installation bis hin zur Systempflege.
Ich habe mit fedora und Suse angefangen und festgestellt, daß sie für sich gesehen nicht schlecht sind, aber für einige Dinge gab es nicht so einfach vorkompilierte Pakete zum Einspielen und bei Gentoo ist das selber kompilieren notwendiger Grundsatz. Letztlich bin ich bei Gentoo geblieben und hatte in der Übergangsphase die beiden anderen Systeme als Anregung noch parallel installiert. Insbesondere was so manche Systemeinstellung in den Steuerdateien angeht. Aber da halte ich Gentoo doch für dichter am Standard als z. B. Suse.
Nur mit Theorie im eigenen Zimmer ist es natürlich auch schwer - praktische Arbeit hilft da natürlich besser. Aber wenn ich mir überlege, daß unser IT-Dienstleister mal unseren Server abgeschossen hat, weil eine log-Datei die Systempartition vollgeschaufelt hatte, frage ich mich jetzt aus heutiger Sicht, ob der wirklich Ahnung von Linux hatte. Wie zu hören war, kannte er das Thema logrotate bis dahin nicht. http://www.linux-praxis.de/lpic1/manpages/logrotate.html
Ist inzwischen aber nicht mehr vorgekommen.
Hallo!
@ cbuddeweg
Danke für die schnelle Antwort. Ich fühle mich angesprochen und irgendwie angehackt. Werde Deinem Link verfolgen und Informationen lesen.
Tschüss!
MfG
Gena
Wenn du unbedingt was mit Betriebsystemen zu tun haben willst, dann mache doch eine Technikerausbildung Richtung Kommunikationstechnik / Datenverarbeitungstechnik. Diese Fachschulen bieten auch Teilzeit an, so das du dieses Studium nebenberuflich absolvieren kannst.
Für so eine Technikerausbildung brauchst du kein Abitur, aber eine abgeschlossene Berufsausbildung . Deine Ausbildung wird schon akzeptiert werden. Außerdem muß man 5 Jahre Berufspraxis nachweisen. Die Ausbildungszeit wird mit angerechnet. Meiner Erfahrung nach sehen es die Schulen nicht ganz so kritisch mit der Berufspraxis, also die Ausbildungszeit wird mit angerechnet.
Du bekommst nach Abschluß ein Zeugnis mit dem du dich als Techniker bewerben kannst. Das Alter spielt keine Rolle.
Der Technikerabschluß ist kein Hochschulabschluß, sondern nur ein Fachschulabschluß. Du brauchst also nur mittlere Reife.
Von so einem Fernstudium halte ich nicht viel. Diese Schulen wollen damit nur Geld verdienen. Die Technikerschulen sind staatliche Schulen und deshalb kostenlos und der Abschluß ist auch innerhalb Deutschlands anerkannt.
Die Betriebsysteme mußt du sowieso nach und nach selbst kennenlernen.
Jedes Unixderivat oder jede Linuxdistribution ist etwas anders bei der Konfiguration.
Es gibt aber auch viele Sachen die ganz ähnlich sind, da Linux sehr viele Dinge von Unix übernommen hat.
Schau mal in diese kostenlosen Handbücher rein:
http://www.galileocomputing.de/katalog/openbook/?GPP=opc
PS: Ich finde es diskriminierend mit 42 keine Chance für einen Neuanfang zu bekommen. In Kanada haben die Personalchefs eine etwas freundlichere Einstellung als es in deutschen Firmen üblich ist .
Warum bist du nicht nach Kanada ausgewandert ? Ist dein Englisch so schlecht ?
Hallo!
@ KarstenW
Zuerst Danke für die Antwort. Ich werde nachdenken und nachschauen.
Tschüss!
MfG
Gena
Die Sache mit Kanada mußt du nicht so wörtlich nehmen ;-).
In diesem Land noch mal mit 42 neu anzufangen ist bestimmt nicht leicht.
Das liegt aber hauptsächlich an der Einstellung der Personalchefs.
Die Technikerschulen kannst du beim Arbeitsamt erfragen:
http://www.arbeitsagentur.de/
Nur beim DAG Technikum mußt du etwas Geld zahlen.
Die staatlichen Technikerschulen sind genau so gut und kostenlos.
Solche Fernschulen taugen nicht viel, denke ich mal.
Hallo!
@ KarstenW
Danke für die Antworten.
Ich bereite mich schon gedanklich auf den Weg zum Arbeitsamt vor.
Tschüss!
Mfg
Gena
