Hallo zusammen!
Rein formaljuristisch gesehen ist das Verhalten von ATI sicherlich nicht zu beanstanden - letztlich ist aber die Community der Leidtragende. Klein wenig Entgegenkommen wäre nicht verkehrt, wenigstens auf Anfragen des Autors könnten die mal reagieren.
CU
Olaf
Linux 15.070 Themen, 107.540 Beiträge
ATI oder NVidia ist doch egal, außer bei Notebooks.
Was ist an ATI so besonders, das man keine NVidia Grafikkarte einbauen kann?
Das funktioniert nur über den Umsatz. Geht der Umsatz zurück, muß sich ATI überlegen Treiber zu programmieren.
Würdest du denn für Linux-User generell NVidia empfehlen, wegen besserer Treiberunterstützung? Und was ist in diesem Zusammenhang bei Notebooks anders?
Klar würde ich NVidia empfehlen. Mit dem originalem NVidia Treiber funktioniert dann auch Twin View oder die Einrichtung von zwei unabhängigen Desktops mit nur einer GPU.
Man muß also nicht unbedingt eine Matrox Grafikkarte mit zwei GPUs benutzen , wenn man zwei unabhängige Desktops benutzen möchte.
Vorraussetzung ist natürlich eine Grafikkarte mit zwei Videoausgängen .
Nvidia beröffentlicht auch nicht den Programmcode des Treibers. Da man Linux aber auch ohne Grafiktreiber installieren kann, ist das bei der Installation nicht so entscheidend.
Bei Notebooks kann ich mir nicht unbedingt die Grafikkarte heraussuchen. Deshalb ist man bei Notebooks immer abhängig vom Hersteller und seiner eingebauten Grafikkarte.
NVidia programmiert auch für FreeBSD und Solaris Treiber:
http://www.nvidia.de/object/linux_de.html
Wobei für einen Windowsbenutzer FreeBSD und Solaris höhere Ansprüche bei der Installation stellt, da diese Unixderivate richtige große Serversysteme sind. Selbst Debian ist einfacher als FreeBSD. Ich habe zumindest den Eindruck davon.
Ich frage mich, was genau die Beweggründe sind, so zurückhaltend mit der Herausgabe von Informationen für die Open Source Entwickler zu sein.
Geht es da um Firmengeheimnisse bezüglich der genauen Funktionsweise der Hardware oder um etwas ganz anderes?
Ich meine, was wünscht man sich anderes als Treiber, die man nicht selber entwickeln muss?
Man kann etwas anbieten, ohne Geld dafür auszugeben... klingt doch gut, oder nicht?
Hi Yves, sehe ich genau so wie du - vor allem frage ich mich, warum sich ATI mit etwas furchtbar schwer tut, was für NVidia anscheinend eine Selbstverständlichkeit zu sein scheint.
CU
Olaf
NVidia gibt auch nicht den Programmcode heraus. Da wird nur der Programmcode zum Kompilieren der notwendigen Kernelschnittstelle dazugegeben.
Vielleicht sollte man nun endlich mal mit der Produktion von Linuxkompatiblen Rechnern anfangen.
Richard Stallmann spricht immer von der Freiheit den Computer programmieren zu können. Dazu gehört aber auch die Freiheit der Information , wie er zu programmieren ist. Und diese Informationen fehlen halt bei vielen Komponenten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_Stallman
Die Hardware des PC wurde von IBM sehr offen dokumentiert. Deshalb gibt es auch so viele Fremdhersteller und man kann sich als Kunde heraussuchen, welche Komponenten man einbauen möchte.
Der nächste logische Schritt wäre die offene Dokumentation der eingebauten Chipsätze, um gute Treiber für Linux zu programmieren.
Aus unzuverlässiger Quelle habe ich neulich gehört, dass die Entwicklung solcher Hochleistungsgrafikchips nicht ohne die Verletzung zahlreicher Patente möglich sei. Alle benötigten Lizenzen zu kaufen wär natürlich die andere Variante, aber dann würden die Karten massiv teuerer werden (vor allem die Karten eines fairen Anbieters im Vergleich zu einem unfairen, welcher nicht alle Lizenzen kauft). Um diese Patentverletzungen zu verschleiern, muss nun der Treibercode geheim gehalten werden, da viele der Verletzungen aus der Software herauslesbar sind. Und das würde für Ati und nVidia ziemlich teuer kommen.
Okay, aber dann bliebe immer noch die Frage, warum ATI und NVidia so eine unterschiedliche Politik fahren...
CU
Olaf
Einfach NVidia einbauen und ATI links liegen lassen. Wenn der Umsatz bei ATI zurückgeht, muß ATI bessere Treiber für Linux programmieren.
Na ja, nVidias Reaktion wenn ihnen so ein Treiber zugesandt würde, ist ja nicht bekannt...
Closed Source Treiber bieten ja beide an.
Würdest du denn Karstens Aussage zustimmen, dass Nvidia Linux besser unterstützt?
Warum ich so bohre: Mein Mac hat eine Radeon 9600, und die werde ich bestimmt nicht rausrupfen, nur um Ubuntu zum Laufen zu bekommen ;-)
CU
Olaf
Ja, die nVidia-Treiber (closed Source) laufen wesentlich stabiler als die Ati-Treiber (closed Source).
Allerdings habe ich auch schon von einzelnen Leuten umgekehrte Erfahrungsberichte gelesen, aber im allgemeinen scheint nVidia viel weniger Probleme zu bereiten.
Mit meiner Radeon 9000 hatte ich fast täglich einen Absturz (mit den closed Source Treibern im 2D-Modus, bei den open Source Treiberin im 3D-Modus). Da war nur noch der Griff zur Reset-Taste eine Lösung, da ein Soft-Reboot die Grafikkarte nicht mehr richtig re-initialisierte. In 11 Monaten nVidia hatte ich nur einen einzigen Absturz - da hat die die Karte den Geist aufgegeben.
Ich habe eine Radeon 9600XT mit dem fglrx Treiber von ATI und heute hats mich gejuckt und ich hab mal die Quake4 Demo installiert.
Die läuft tadellos auf den höchsten Grafikeinstellungen.
Das Problem ist eben, dass das nicht bei jeder Karte so ist, mit deiner Radeon 9600 solltest du aber keine Probleme haben ;)
Hey Yves - wunderbar, gute Nachricht ;-) Da ich eh kein Gamer bin und nicht das Maximum aus meiner Graka rauskitzeln muss, werde ich die Karte so oder so auf Standardeinstellungen belassen und dann wohl kaum Probleme bekommen. Sehr schön!
THX
Olaf
Ohne den Treiber von ATI läuft Gnome aber ziemlich schlecht und nicht einmal Videos oder die Bildschirmschoner laufen flüssig.
