Hallo Karl,
Worauf ich hinauswollte, ist die Grenzziehung - bis wohin geht man und nicht weiter?
Überspitzt gesagt, ich kann natürlich der SSD eine Mitschuld an der Hektik unserer Zeit geben und mich mit einer Festplatte begnügen. Aber ist eine schnelle(!) Festplatte dann nicht auch schon Hektik fördernd, und sollte man nicht auch wieder auf schmalere Bandbreiten fürs Internet, niedriger getaktete Grafikkarten und RAM zurückgreifen? Da käme man schnell vom Hundertsten ins Tausendste.
Für mich ist ganz häufig eher Langsamkeit ein Stressfaktor als zu viel Hektik. Mich nervt es z.B. wenn ich vor dem Rechner sitze und auf irgendetwas warte, z.B. Datentransfers von mehreren Gigabyte, die nicht enden wollen, oder lahme Ladezeiten im Internet.
Wenn ich U-Bahn fahre, überlege ich mir immer genau vorher, ob ich am Zielbahnhof vorn oder hinten aussteigen muss und sehe zu, dass ich rechtzeitig möglichst der erste an der Tür bin. Ich mag es gar nicht, irgendwo mittendrin in einer Riesenmenschenmasse im Zeitlupentempo die Bahnhofstreppe herunterzuwabern. Ich habe gesunde Beine, die wollen bewegt werden...
Wenn jemand gehbehindert ist, dann ist es natürlich klar, dass er sich nicht so flott bewegen kann. Dagegen kann man nichts sagen. Aber warum die anderen alle so träge sind, kann ich nicht sagen - bei mir sorgt es immer für Unmut, wenn mir andere ihr Schneckentempo aufzwingen. Man sieht, auch Langsamkeit kann einen Menschen stressen.
Früher war vieles anders. Da war man erst froh, dass man überhaupt einen Rechner hatte (80er Jahre), dann war man froh, als man ins Internet konnte (90er Jahre). Kein Mensch wäre da auf die Idee gekommen, sich über die Langsamkeit zu beklagen!
Das ist natürlich die generelle Krux am technischen Fortschritt: die Freude an deren "Segnungen" verblasst allzu schnell, der Gewohnheitseffekt setzt ein, alles wird selbstverständlich. Auch die SSD, wenn man sie erst lang genug hat :-)
CU
Olaf