In der ct, die Montag in die Kioske kommt (Abonenten haben sie zumeist schon), Nr. 21, gibt es wieder mal einen Artikel zu defekten Mainboard-Elkos.
Es gibt Fehler, wegen
1) Minderwertiger Elkos
2) Spezieller Elektrolyhtprobleme
3) Unterdimensionierter Schaltungen
4) Erhöhtem Stromverbrauch. Hochleistungsgrafikkarten, Übertakten. Für Grafikkarten wird der Stromverbrauch nicht angegeben, die Mainboardhersteller verraten nicht wieviel Leistung für AGP zur Verfügung steht.
5) Wärme. Silent-Lüfter. Kühlkörper neben den Elkos.
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Hi Tilo!
Gibt es bestimmte Mainboard-Hersteller bzw. Modelle, die davon verstärkt betroffen sind - oder geht das querbeet, d.h. kann man bei jedem Board von jedem Hersteller Glück oder Pech haben, also ein Sonntags- oder Montagsexemplar erwischen?
CU
Olaf
Hi Olaf,
ich denke mal, daß Montagsexemplare, wie man das von Autos her kennt, bei Mainboards ausgeschlossen sind. Menschen dürften nur bei der Bestückung, und auch hier nur bei ganz wenigen Bauteilen im Spiel sein. Der Lötvorgang verläuft vollautomatisch und die Produktionsparameter (Temperatur, usw.) werden ständig überwacht. Sollte hier mal etwas fehlerhaft sein, so dürfte gleich eine ganze Charge betroffen sein, und nicht nur ein einzelnes Exemplar. Das schließt natürlich nicht aus, daß doch einmal ein fehlerhaftes Board die Endkontrolle passiert. Dies kann jedoch an jedem X-beliebigen Tag passieren. Und das natürlich bei jedem Hersteller.
Es muß davon ausgegangen werden, daß Hersteller von "preiswerteren" Boards auch ihre Bauteile billiger einkaufen und evtll. nicht ganz so hohe Qualitätsmaßstäbe anlegen wie Hersteller, deren Boards nachher das Doppelte kosten. Dessen wird sich aber der Käufer zumindest unterschwellig bewußt sein. Ein großer Ford ist eben nicht dasselbe wie ein großer Mercedes.
cu
Dr. Hook
Hi Dr. Hook,
den Heise-Artikel von vor einem halben Jahr, den Gurus angesprochen hat, habe ich seinerzeit auf Mainboards, BIOS, Chipsätze verlinkt. Und ausgerechnet die renommierte Firma ABit - eigentlich mein Favorit, wenn ich jetzt ein neues Board brauchen würde! - kommt hier gar nicht gut weg...
Wenn die Misere mit den defekten Elkos nur Billigheimer wie Jetway oder Fic beträfe, wäre es ja einfach - von dem Zeugs würde ich eh die Finger lassen. Dass hingegen Abit seinerzeit so ins Gerede gekommen ist, finde ich aber schon etwas beunruhigend.
CU
Olaf
Deshalb werden die Elkos beim ABit IS7-Max3 auch aktiv über einen Tunnel mittels Lüfter gekühlt...
Die C't schreibts schon ganz richtig: Dafür kann ABit erst einmal nur indirekt, da sie die Elkos wie alle anderen auch bei dem Hersteller einkaufen, mit dem sie die besten Erfahrungen haben (Qualität, Preis...) . Bessere Komponenten steigern den Preis, ein hoher Preis ist jedoch kein Garant für gute Komponenten (siehe ASUS).
Ausschlaggebend ist imho nicht die Tatsache, dass es ein Montagsboard geben kann, sondern die Art und Geschwindigkeit der Garantieabwicklung.
PCO
stimmt Tilo,
das hat CT schon mal vor einem halben Jahr geschrieben, aber wie dignostiziert man das, außer wenn offensichtliche Fehler wir Brandspuren erkennbar sind??
MfG
Gurus
Hi,
Fehler bei Kondensatoren lassen sich in mehrere Gruppen gliedern.
a) Der Kondensator hat einen Kurzschluß. Dann zieht er natürlich die gesamte Schaltung herunter. Meistens raucht es dann irgendwo oder eine Sicherung (sofern vorhanden) fliegt raus.
b) Der Kondensator hat keine Kapazität mehr. Dann passiert nichts spektakuläres, außer daß die Schaltung nicht mehr so funktioniert wie sie sollte.
c) Der Kondensator ist stark temperaturabhängig geworden. Dann ändert er seine Eigenschaften (Kapazazität, Güte) in abhängigkeit von der Betriebstemperatur. Dies spielt aber nur in frequenzbestimmenden Schaltungsteilen eine Rolle, - vornehmlich in der HF-Technik. Beim Einsatz in Siebgliedern kommt dieser Effekt eher weniger zum Tragen.
Nun, - wie diagnostiziert man das?
Bei a) läßt sich das mittels einer Widerstandsmessung herausfinden. Eine sichere Messung erhält man aber nur im ausgelöteten Zustand des Kondensators.
Bei b) wird es schon schwieriger. Hier ist es unbedingt erforderlich, den Kondensator zur Prüfung zu entfernen. Mittels eines Kapazitätsmeßgerätes kann dann die Kapazität bestimmt werden. Ein Prüfen in der Schaltung während des Betriebes ist nur bedingt möglich. Bei Siebelkos kann man über die Brummspannung (Oszilloskop) Rückschlüsse ziehen. Da für das Entstehen von Brummspannung aber auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen können, bedarf es zusätzlicher Untersuchungen.
cu
Dr. Hook
Ich denke mal da wird wieder viel übertrieben.
Wieso,ganz einfach.Ausfälle wegen falsch dimensionierten Elkos fallen sehr bald auf und das Mainboard auf Grund dessen aus.
Ausfallende Elkos jedoch wegen Kapazitätsverlust,Kurzschluß oder Temperaturabhängigkeit kann JEDEN Mainbordhersteller betreffen.Alle Hersteller von Mainboards kaufen Ihre Bauteile dort ein, wo diese am günstigsten zu haben sind.
Wer besonders betroffen ist, lässt sich schlecht sagen, insbesondere lässt sich schlecht sagen, wer demnächst betroffen sein wird. Auf Heise gibt es schon eine Diskusion dazu:
http://www.heise.de/newsticker/foren/go.shtml?list=1&hs=0&forum_id=47945
Es ist nur bekannt, dass Fujitsu-Siemens seine Stromversorgungen sorgfältig aufbaut und kräftig dazu die Werbetrommel rühert. Angeblich haben die sogar einen leisen Athlon-PC, hübsch teuer versteht sich.
Die Schaltregler arbeiten mit hohen Frequenzen (100000 Hz) und in den Elkos fließen hohe Ausgleichsströme (bis 50 Ampere). Schutzmaßnahmen sind neben Qualität und Lüftung, Parallelschaltung kleinerer Elkowerte und sogenannte Mehrphasenwandler. D.h. jede dieser sehr kurzen Überbrückungszeiten wird in mehre Teilphasen aufgeteil, die von verschiedenen Elkos und Transitoren bedient wird. Mehrphasenwandler sind ein Qualitätsmerkmal und schonen die Elkos enorm. Hochleistungsprozzis bekommt man nur mit Mehrphasenwandlern in den Griff.
http://www.elektroniknet.de/topics/stromversorgung/fachthemen/2002/0015/index.htm
Wie man den Fehler diagnostiziert?
Das ist für Laien, sowie für Fachleute ausgesprochen schwierig, wenn´s noch nicht geknallt hat. Der obere geritzte Deckel der stehenden Elkos ist leicht aufgewölbt, die ct hat dazu hübsche Bilder im Heft. Man sieht sowas nur mit Licht und Lupe. Vor dem endgültigen Defekt kann der PC auch schon unregelmäßig abstürzen und auf Grund der typischen Symtome, wird man wohl eher Bill Gates die Schuld geben.
Natürlich sind Elkos die heiß werden verdächtig. Aber an meinem alten Computer (BX-Board, MSI, 400 MHz) werden die Elkos auch schon heiß, im Leerlauf bei geöffnetem Gehäuse. Aber der hält schon 4,5 Jahre ziemlichen Dauerbetrieb durch.
Was ist das Gemeine?
Elkos sind meist für 105 °C spezifiziert, dürfen aber niemals diese Temperatur erreichen, denn für die Spitzentemperatur beträgt die Lebensdauer zumeist 2000 Stunden.
Jeweils 10° weniger bedeutet eine Verdoppelung der sogenannten "Brauchbarkeitsdauer". Am Ende dieser Zeit steigt die Temperatur exponziell an. Durch Übertaktung, Silent-Lüfter, Dämmung und leistungsstarke Grafikkarten, werden die Grenzen der konstruktiven Auslegung überschritten. Wem macht man dann einen Vorwurf?
Auf Grund technischer Zwänge sind Elkos meist rund um die CPU angeordnet, meist in der Nähe der Kühlbleche einzelner Spannungswandler. Hier spielt es nun eine wesentliche Rolle, ob die Abluft vom Prozessorkühler (die sie brauchen) warm oder kühl ist.
Man kann vielleicht überschlagen, dass ein durchschnittlicher PC nach 5 Jahren rund um die Uhr am Ende ist, wenn man von statistischen Ausreißern einzelner Kondensatoren absieht und keiner der beschriebenen Fehler vorliegt. Natürlich könnten die Hersteller kräftig überdimensionierten oder teure Elkos für Server-Computer einbauen und ein (ständig!) rauschender Gehäuselüfter hilft bestimmt auch weiter.
Insbesondere die kompakten Barbone-Computer dürften ein Problem haben. Auch die CPU-Hersteller verlangen heut zu Tage PC-Innentemperaturen unter 40°C und die Festplatten werden es so auch lieber mögen. Ich glaube die Übertakter werden vermehrt Probleme bekomen, wenn sie nicht mit Wasserkühlung und kräftigen Gehäuselüftern arbeiten und die heißen Bauteile auf dem Mainboard durchchecken. Achtung, die Außentemperatur eines Elkos ist nicht seine Innentemperatur.
